Eine Frage an den Kardinal

Auf der Seite „direktzu Joachim Kardinal Meisner“ habe ich jetzt auch einmal eine Frage gestellt. Vielleicht bewegt euch das auch, und ihr wollt die Frage unterstützen:

Wie kann man als Laie umgehen mit der „unordentlichen“ Form des römischen Ritus?

Sehr geehrter Herr Kardinal Meisner,

in Ihrer Antwort zur Frage nach der außerordentlichen Form des römischen Ritus schreiben Sie zu Andacht, stillem Gebet, Ehrfurcht: „Doch sind all diese Dinge nicht durch das Konzil ‚abgeschafft‘ worden. Sie können und sollten sogar ihren Platz in der ordentlichen Form der Liturgie haben.“

Nun erlebe ich in bestimmten Kölner Kirchen nicht selten, dass die Liturgie so umgestaltet wird, dass der Ritus „wie er im Buche steht“ kaum wiederzuerkennen ist: Eigene Texte nur in loser Anlehnung an die Messtexte und Veränderungen bis hinein ins Hochgebet – so dass ich mich einmal sogar gefragt habe, ob die Wandlung überhaupt zustande kam – Missbrauch der Fürbitten als soziale oder gar kirchenpolitische Appelle…

Deshalb meine Frage: Wie soll/kann ich reagieren, wenn ich in eine solche unordentliche Messfeier geraten bin?

Kann/Soll man dazu schweigen? Andererseits gibt es das böse Wort vom Denunziantentum. Genügt Abstimmung mit Füßen – also einfach nicht mehr hingehen? Oder habe ich doch die Verantwortung tätig zu werden?

Was wäre der richtige Weg?

In Köln hat man glücklicherweise genügend Ausweichmöglichkeiten. Andernorts sieht das ganz anders aus. Als Katholikin, die nicht immer nur ausweichen möchte zu geistlichen Gemeinschaften oder zum „alten Ritus“ hoffe ich auf eine hilfreiche Antwort. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Ich würde mich über Unterstützung bei der Abstimmung freuen. Dann gibt es ja vielleicht auch eine Antwort.

…den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Manchmal bete ich ganz bewusst dieses Gesätz des Freudenreichen Rosenkranzes – vor allem dann, wenn ich den Eindruck habe, dass es gerade sehr schwer wird, Jesus im „Tempel“ (also der Kirche) wiederzufinden.

Pfarrer Christian Sieberer schreibt in seinem kath.net-Artikel „Die Sorgen-Ängste-Betroffenheits-Liturgie“:

Pfarrer kommen heute immer seltener aus Pfarren, da dort der Priester häufig nicht als Priester gebraucht wird. Er hat für ein schönes Gemeinschaftsfest am Sonntag zu sorgen, bei dem sich alle wohlfühlen. Der Priester als Priester, Hirte und Lehrer ist nur wenig gefragt, gerade in den ihm vorbehaltenen Diensten (Beichte, Krankensalbung,…)

In solchen Pfarreien ist es auch für Laien manchmal nicht so ganz einfach, sich (wieder) auf das Wesentliche zu besinnen: Die Begegnung mit Jesus.

Deshalb bete ich dieses Rosenkranzgesätz besonders in und für Gemeinden, in denen es mir schwer fällt.

Kirchenpolitik an der Kommunionbank?

Es ist ein nie enden wollendes und emotional höchst aufgeladenes Thema: Die Art des Kommunionempfangs. Ich habe es leider selten erlebt, dass Katholiken mit unterschiedlichen Auffassungen dazu sachlich miteinander reden können.

Auf der Seite „direktzu (Joachim Kardinal Meisner)“ hat der Kardinal sich dieser Frage gestellt:

„Wann gehört die Handkommunion der Vergangenheit an?“

Der Ton dieser Frage zeugt nicht eben von Respekt für eine immerhin in unseren Breiten mögliche Form des Kommunionempfangs. Der Kardinal weist dann auch darauf hin, dass es eher darauf ankommt, mit welcher inneren Haltung die Kommunion empfangen wird. Er plädiert für eine verstärkte Katechese und Stärkung der eucharistischen Frömmigkeit.

Ich persönlich wäre nicht glücklich darüber, wenn die „Handkommunion“ irgendwann der Vergangenheit angehören würde und nur noch die „Mundkommunion“ möglich wäre. Habe ich die Wahl, wähle ich die Handkommunion. Habe ich nicht die Wahl – was bei mir sogar meistens der Fall ist – dann passe ich mich den Gepflogenheiten an.

Was ich gar nicht nachvollziehen kann, ist der Versuch, an der Kommunionbank Kirchenpolitik machen zu wollen – sei es, z. B. im „alten Ritus“ unbedingt die Handkommunion ertrotzen zu wollen, sei es, Menschen die Mundkommunion zu verweigern. Sei es der Angriff auf Katholiken, die Handkommunion praktizieren, sei es, die alleinige Möglichkeit der Mundkommunion zu propagieren. Schon gar nicht nachvollziehen kann ich die Verteufelung der jeweils anderen Meinung/Vorliebe/Sicht. Das ist wirklich unwürdig.

So wie ich das sehe, sollte man einfach den Anregungen des Kardinals folgen und die Katechese verstärken und die eucharistische Frömmigkeit fördern – und dann die Leute auf die Weise kommunizieren lassen, die sie aus den vorhandenen Möglichkeiten auswählen.

Die Kommunionbank ist nicht der Ort, Kirchenpolitik zu betreiben.

Wirklich schade!

Gerade habe ich wieder ein altes Foto von der Kirche Maria Hilf (Köln) gefunden. Nachdem die Kirche im Krieg zerstört wurde, wurde sie nicht eben vorteilhaft wieder aufgebaut:

Die Kirche hätte ich wirklich gerne mal in ihrem ursprünglichen Zustand gesehen. Schade, was daraus geworden ist.

Nachdem dort mittlerweile nur noch – von der Petrusbruderschaft – „außerordentlich“ zelebriert wird, wurde der Altar in der Zwischenzeit zurück versetzt und hat auch wieder die urprüngliche Breite. Ein Gewinn für den Kirchenraum, wie ich finde.

Der Papst und… ich

(Gastbeitrag veröffentlicht am 25.07.2011 auf dem Blog „Sende-Zeit“ / Blog der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg)

Meine Rückkehr in die kath. Kirche – nach 17 Jahren in Freikirchen – fiel genau in den Übergang zwischen dem vorherigen und dem jetzigen Papst. Meine Wiederaufnahme fand in einer Vorabendmesse statt, die an dem Tag besonders voll war, weil Viele am nächsten Tag die Amtseinführung von Papst Benedikt dem XVI. im Fernsehen sehen wollten. So hat mir der Papst sozusagen beschert, dass einige Freunde „zufällig“ dort waren, denen ich gar nichts erzählt hatte – und so kann ich dieses Datum nicht vergessen.

Ich wurde kurz darauf telefonisch angefragt für ein Interview. Man suchte Leute, die wegen des verstorbenen Johannes Paul II. in die kath. Kirche eingetreten oder zurückgekehrt sind. Sorry, da musste ich passen! Zu der Zeit haben der Papst und die Institution Papsttum keinerlei Rolle bei mir gespielt. Im Gegenteil ging mir das Pathos, das mir in diesem Zusammenhang entgegen kam, ziemlich gegen den Strich. Mag sein, ich habe es verzerrt mitbekommen, mag sein, es lag an Mentalitätsunterschieden. Tatsache war, ich konnte (und wollte) damit einfach nichts anfangen.

Andererseits habe ich kurze Zeit vor dem neuen Pontifikat begonnen, mich mit Texten von (damals Kardinal) Joseph Ratzinger auseinanderzusetzen und sie zu schätzen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als gerade er gewählt wurde. In den nun 6 Jahren hat mich dieser Papst immer wieder überrascht.

Ich bewundere den Mut, mit dem er auch unpopuläre Zeichen und Weichenstellungen setzt. Dieser Mann, dem man gern einen ruhigen Lebensabend gegönnt hätte mit Zeit zum Bücherschreiben, lässt sich durch die Angriffe nicht von seiner Verantwortung abbringen. Für mich besonders augenfällig sind die deutlichen Zeichen, die in der Liturgie gesetzt wurden, z.B. die erweiterte Freiheit für die außerordentliche Form des römischen Ritus und noch mehr das starke Beispiel in der ordentlichen Form, das er selbst gibt. Ich freue mich über diesen Theologen auf dem Papstthron, der eher für die leisen aber klaren Töne steht als für große Gesten.

Solo gesungen, Überraschung gelungen

Gerade freue ich mich wie ein Schneekönig.

Ein befreundeter Neupriester hatte mir am Tag seiner Primiz erzählt, er hätte sich gewünscht, dass ein bestimmtes Lied gesungen worden wäre (Bach „Jesus bleibet meine Freude“). Das ging aus irgendwelchen Gründen nicht, und so hatte ich die Idee, es für seine Nachprimiz heute zu organisieren.

Die Optionen waren, dass entweder der Organist es selbst singt oder dass ich es singe – mit nur einer einzigen Möglichkeit es einmal miteinander durchzuspielen. Das Zusammenspiel mit Orgel und Geige lief auf Anhieb gut, und deshalb hat der Organist entschieden, dass ich es also während der Messe selbst singen sollte.

Die Überraschung ist gelungen, zur Freude des Primizianten. Und ich freue mich, dass mein erstes Solo nach bestimmt sechs oder sieben Jahren so gut lief.

Also rundum gelungen und zufrieden!

Was für ein Mensch… Licht, das die Nacht erhellt!

Herrschaft oder Dienst?

Wenn ich mir die Diskussionen über kirchliche Themen anhöre, die seit Langem immer wieder aufkommen, geht es häufig darum, der Kirche Machtausübung vorzuwerfen – Machtausübung durch eine rein männliche oder zumindest männlich dominierte Hierarchie. Von vielen Seiten wird Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Kirche nicht demokratisch organisiert ist und dass nicht alle Mitglieder dieselben Aufgaben übernehmen können.

Selten höre ich dann etwas davon, dass jeder Mensch eine andere einzigartige Berufung hat und dass er auf Ergänzung angewiesen ist. Die Gaben wie die Begrenzungen, das Geschlecht und die Lebensumstände sind Teil dieser Einzigartigkeit jeder Berufung. Diese Umstände öffnen einige Türen und schließen andere zu. Ein 2-Meter-Hüne hat es ja auch leichter, im Basketballteam seinen Platz zu finden als auf dem Rücken eines Rennpferdes – und wenn er noch so gerne Jockey wäre.

Das biblische Bild von der Gemeinde Christi als Leib mit unterschiedlichen Gliedern und Organen macht es deutlich: Die Kirche kann nur aufgebaut werden im gegenseitigen Dienst mit den je eigenen Gaben im je eigenen Stand. Von diesem Dienst hört man allerdings nur selten etwas in den Diskussionen, „Dialog“angeboten und Themenpapieren.

„Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer. Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten; und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand; denn die anständigen brauchen’s nicht.

Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“ (1. Korintherbrief 12, 20-26)

Mir ist aufgefallen, dass ich als Laie sehr viel häufiger „Dienst“ in Anspruch nehme, als dass ich wirklich Herrschaft begegne:

  • Wenn ich um eine Segnung bitte, nehme ich Dienst in Anspruch
  • Bei der Beichte nehme ich Dienst in Anspruch
  • Beim Empfang der Sakramente nehme ich Dienst in Anspruch
  • Selbst wenn ich Führung und Leitung erfahre, nehme ich Dienst in Anspruch
  • Als Glied der Kirche erfahre ich auch den Dienst des Papstes. In seinem hohen Alter könnte er auch ein weniger anstrengendes und Disziplin forderndes Leben haben, als sich ganz der Leitung der Kirche zu widmen.

Ist das Klerikalismus? Den sehe ich eher bei der Fixierung auf die Leitungsgewalt der geweihten Ämter, die aber doch viel eher Dienstämter sind.

Ich frage mich, ob diese Sichtweise nicht auch daher kommt, dass Viele gerade diese Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen.

Die Kirche – als Braut Christi – ist weiblich.
Es ist nur recht, dass die Männer ihr dienen. 😉

Und die Laien? Sie könnten eigentlich die Priester mit ihren Begabungen unterstützen, so wie die Priester die Laien unterstützen können in ihrer geistlichen Bildung und ihrem geistlichem Leben. Mir kommt es aber manchmal so vor, als seien hauptsächlich die Dienste gefragt, die bezahlt oder beachtet werden. Von echter gegenseitiger Ergänzung ist wenig zu sehen.

„Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“ (1. Korintherbrief 12, 24b-26)

(Dank an den Pater, der mich in einem Gespräch kürzlich ermutigt hat, diese Gedanken in einen Beitrag zu fassen)

Gnadenvergiftungsgefahr ;-)

Das Wochenende in Wigratzbad war angefüllt bis zum Rand mit Gottesdiensten, Gesprächen und anderen guten Begegnungen.

Samstag:

Priesterweihe eines Freundes (etwa 3 ½ Stunden), danach Mittagessen im Seminar, viele Begegnungen und drei Primizsegen „abbekommen“ (und noch einer ein paar Tage vorher).

Am Nachmittag noch ein leckeres Bierchen mit einem netten Pater, einen Kaffee mit lieben Freunden und eine anschließende „Entführung“ zum Abendessen und abschließendem Absacker.

Sonntag:

Primiz in Wigratzbad, anschließenden Empfang verpasst, stattdessen aber gute Gespräche mit zwei Patres, mit denen ich schon fast nicht mehr gerechnet hätte.

Kurze Zeit später eine unverhoffte Einladung zum Essen/Nachfeiern mit dem Neupriester und einigen Bekannten. Abends noch einen Kurzausflug mit einer Freundin in’s nahegelegene Mywiler.

Am Montagmorgen habe ich dann noch eine frühe (außerplanmäßige) Messe gefunden und bin dann nach einem ausgiebigem Frühstück unter anderem mit einem Pater und einem Seminaristen wieder zurück nach Köln gefahren.

Nun stellen sich mir folgende Fragen:

  • Was mache ich mit der Gnadenvergiftung (zumal die nächste Primizmesse nächsten Sonntag schon in Sicht ist)?
  • Wie soll ich eigentlich wieder in meinen normalen Arbeitsalltag finden?
  • Und wieso trägt hier keiner schwarz(e Soutane)?

Morgendliche Gedankengänge

Am Morgen nach einer spätabendlichen Beichte kann man schonmal seltsame Überlegungen haben. Es liegt ja in der Natur der Beichte, dass man sich dort mit den eher unschönen Seiten der eigenen Person befasst. Und während ich so mit einem Kaffee in der Hand darüber sinniert habe, ob es für mein Umfeld nicht viel besser wäre, wenn es nicht meine Macken mittragen müsste (und ich mich deshalb eventuell an der ein oder anderen Stelle rausziehen sollte), fällt mein Blick auf das Kreuz das dort im Garten steht – und mir fällt ein, dass Jesus nicht gekommen ist, damit ich möglichst wenig Unheil anrichte, sondern…

„…Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“ (Johannesevangelium 10, 10)

Dafür ist er am Kreuz gestorben. Sich selbst gedanklich auf’s Abstellgleis zu schicken, wäre wohl krasser Undank und Missachtung seiner Liebe. Eine morgendliche Lektion, dass das Nachdenken über die Fehler und Unzulänglichkeiten nicht dazu da ist, mich runterzuziehen, sondern mit Seiner Hilfe zur Fülle zu gelangen. Beichte ist dazu wohl auch ein ganz gutes Hilfsmittel. Danke für die Erinnerung!

PR für die Prozession

Gefunden auf toonpool.com

Urlaubsbedingt etwas verspätet wollte ich das doch noch mit euch teilen. 🙂

Zum Glück…

… gibt es in Köln (und auch andernorts) auch noch viele Kirchen, in die man gehen kann, ohne böse Überraschungen zu erleben.

Nachdem ich am Pfingstmontag meinem Ärger und meinem Frust Luft gemacht habe, muss ich doch noch betonen, dass man es in Köln eigentlich ganz gut hat.

An diesem Wochenende könnte ich außerdem an drei besonderen Ereignissen teilnehmen:

Und es finden sich auch sonst in dieser Stadt Kirchen, in denen Sonntag für Sonntag ein würdiger Gottesdienst gefeiert wird. Es gibt Kirchen, in denen regelmäßig, sogar häufig Beichtgelegenheit angeboten wird.

Dass man leider auch andere Pfarreien erleben kann, darf aber kein Grund sein, generell über die „ordentliche Form des römischen Ritus“ herzuziehen – wie an anderer Stelle geschehen.

Wenn an Sonn-/Feiertagen das Morgengrauen um 11 Uhr beginnt…

Ein guter Gedanke aus der heutigen Predigt zum Pfingstfest ist bei mir haften geblieben. Der Priester erinnerte heute daran, dass es neben den Priestern im Alten Testament immer auch die Propheten gab. Er hat die Gläubigen (okay, er nannte die Kirchenbesucher „Zuhörer“) dazu ermutigt, den Mund aufzumachen. Dem will ich gerne folgen:

Heute war ich mal wieder in einer bestimmten Kölner Pfarrei zur Messe und fand es wirklich übel. Mal ganz abgesehen von den üblichen „Eigenheiten“ in dieser Pfarrei (z.B. grundsätzliches Fehlen des Embolismus, Priesterkommunion immer erst nach den Gläubigen etc.) und „Geschmacksfragen“ (wie heute die viel zu kurze Mantelalbe über Jeans und Sandalen und grobbestickte Drittewelt-Stola) gab es vor allem drei Dinge, die besonders herausstachen:

In der Predigt wurde das Wehen des Geistes an drei Punkten beispielhaft festgemacht – der Ankündigung des zweiten Vatikanischen Konzils (noch absolut einverstanden), irgendeiner Revolution (kann mich nicht mehr genau erinnern wann und wo) und dem Ausstieg aus der Kernenergie als Folge der Erdbeben in Japan.

Die Fürbitten nahmen den Papstbesuch zum Anlass in Gebet verbrämt, die Forderung nach Wiederzulassung Geschiedener zur Eucharistie, kirchlicher Akzeptanz homosexueller Partnerschaften, und überhaupt Reformen – auch wegen der Missbrauchsfälle – aufzustellen. „Wir bitten dich, erhöre uns“ kam mir meist nicht über die Lippen.

Ein Messbuch gab es nicht, sondern nur eine Kladde mit anscheinend selbst formulierten Texten in loser Anlehnung an die Messtexte. Leider zogen sich diese Veränderungen bis ins Hochgebet und sogar den Einsetzungsbericht und die Wandlungsworte selbst hinein. Ich frage mich mittlerweile sogar, ob das Sakrament überhaupt zustande kam.

Und jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich der Predigt weiter folgen soll und auch an anderer Stelle nochmal den Mund (oder die Tastatur) aufmache.

Wie schön, ein Award!

Da bin ich aber platt, ich habe einen Award bekommen. Dank an „sensuum defectui“!

 

Die Verleihung des Awards funktioniert so:

Erstelle einen Post, in dem du das Award-Bild postest und die Anleitung reinkopierst (= dieser Text). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, daß du den Award annimmst und ihr den Link deines Award-Posts hinterlassen. Danach überlegst du dir 3- 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst & die Besitzer jeweils per Kommentar-Funktion informierst, daß sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.

Liebe Blogger: Das Ziel dieser Aktion ist, daß wir unbekannte, gute Blogs ans Licht bringen. Deswegen würde ich euch bitten, keine Blogs zu posten, die ohnehin schon 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger & Leute, die zwar schon eine Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.

Ich gebe die („Schneeball“-)Awards gerne weiter an:

Schaut doch mal vorbei!

Die veröffentlichte Meinung

Eher zufällig bin ich am Samstag auf einen Fernsehbericht des WDR über den Umbau der Bahnhofsmission in Köln gestossen. Die „Aktuelle Stunde“ überschreibt des Beitrag „Bahn schließt Bahnhofsmission“ (der Beitrag wurde mittlerweile aus dem Netz genommen)

Nun kenne ich die Situation ein wenig und weiß ungefähr, was geplant ist. Deshalb ließ mich der Beitrag bei einem immerhin öffentlich-rechtlichen und zur Ausgewogenheit verpflichteten Sender reichlich ratlos zurück: Es ist immer wieder erstaunlich, wie suggestiv man berichten kann!

Es wird der Eindruck erweckt,

  1. dass Bedürftige die Bahnhofsmission künftig nicht mehr betreten dürfen.
  2. dass hilfebedürftige Reisende nun allein gelassen werden
  3. dass sich nur noch um Kinder auf Reisen gekümmert wird

Fakt ist aber,

  1. dass Bedürftige sich auch künftig an die Bahnhofsmission wenden können und dort weitervermittelt werden an entsprechende Stellen
  2. dass die Umsteigehilfen – auch in der Phase des Umbaus – weiter bestehen bleiben. Ein Notdienst ist eingerichtet.
  3. dass die neu geplante Kinderlounge nur ein (wenn auch neues) Angebot unter anderen ist.
  4. (nachzulesen auch hier)

Ganz nebenbei habe ich auch den Eindruck, dass man hier ganz gerne versucht, die christlichen Träger zu diskreditieren.

Am selben Tag in zwei aufeinanderfolgenden Sendungen eines öffentlich-rechtlichen Senders habe ich jetzt also bereits zwei Berichte gesehen über Ereignisse im Zusammenhang mit Kirche, bei denen ich entweder selbst dabei war oder mit denen ich anderweitig verbunden bin. Beide Berichte waren deutlich einseitig.

Irgendwie bin ich desillusioniert – und sauer!

Viel Lärm um nichts

So, nun ist die neue Kirche der Piusbruderschaft eingeweiht. Von den angekündigten Demonstrationen war nicht viel zu bemerken. Als ich dort ankam, gab es zwar ein nicht unerhebliches Polizeiaufgebot, aber nur wenige Demonstranten. Einige hatten teilweise zu provozieren versucht. An einer Ecke standen z.B. zwei Frauen demonstrativ knutschend, bestimmt ’ne halbe Stunde lang – nur hat’s niemanden interessiert. Als wir noch alle draußen waren, hat auch mal irgendwer  laut „Ihr Spinner“ gerufen, das wars!

Während der Messe war draußen wohl ein bisschen mehr los. Man konnte noch Wummer-Musik durch die Fenster hören, aber nicht so laut, dass es wirklich gestört hat. Als ich ging, waren keine Demonstranten mehr da. Schade! 😉

Ob (wie in der Predigt zu hören) andererseits augerechnet eine Kirche/Kapelle der Piusbruderschaft die (oder auch nur eine) Keimzelle ist, dass Köln wieder ein „heiliges Köln“ wird… na, ich weiß nicht. Beim anschließenden Stehempfang ergaben sich auch ein paar nette Gespräche mit dem ein oder anderen Besucher und auch P. Sch. hat mich angesprochen. Nettes Schwätzchen! 😉 Er meinte, einen Gottesdienst stören, dürften die Demonstranten auch gar nicht, das sei strafbar. Tja, lieber Pater, Religionsfreiheit hat auch Vorteile, gell?!

Und die ganze Aufregung dafür:

Einige Links:

So weit ist es schon

„Religiöse FundamentalistInnen sind Anhänger religiöser Strömungen, die überzeitliche und universell „gültige“ Dogmen predigen und dabei hinter Erkenntnisse der Aufklärung zurückfallen“

Nach dieser Definition, gefunden auf einer Website selbsterklärter „linker und anti-religiöser Gruppen und Einzelpersonen“, gehören wohl fast alle, die Ihre Religion ernstnehmen bereits zu den Fundemantalisten (und -Innen).

Auf der Website „ANTIFA AK COLOGNE“ – http://www.no-racism.de/piusbrueder (Direktlink von meiner Seite muss nun wirklich nicht sein) wird zu einer Demonstration gegen die Einweihung der neuen Kirche der Piusbruderschaft in Köln-Kalk  aufgerufen, dazu „diese ‚Einweihung‘ kreativ zu gestalten“ – wohl ein Euphemismus für „massiv stören“.

Noch haben wir offiziell Religionsfreiheit. Ob’s der Priesterbruderschaft St. Pius X. nun passt oder nicht, sie profitiert davon. Offenbar passt das aber auch jener zitierten Website nicht. Hier berühren sich die Extreme! Amüsant auch, dass mich der Sprachstil sehr an ein gewisses sich katholisch nennendes Portal erinnert.

Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis ganz normale gläubige Christen mit der Fundamentalismuskeule in die Ecke gedrängt und eingeschüchtert oder gar mundtot gemacht werden (sollen). Eigentlich erst recht ein Grund, zur Einweihung der Kirche zu gehen. Danke für die Werbung!

Hirn und Herz wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen!

Die volle Dröhnung: Stille Anbetung, Beichte, privater Rosenkranz, Krankensegen, sakramentaler Segen, Messe… und das alles an einem Tag – da kann ich eigentlich nur noch meinen Blognamen zitieren.

Ich mag Banneux. Vor allem mag ich die vielen kleinen und kleinsten Kapellen. Es spielt sich nicht alles an ein oder zwei Orten ab, sondern man kann sich problemlos zum privaten Gebet irgendwohin zurückziehen – entweder in die Kappelle, wo tagsüber das Allerheiligste ausgesetzt ist oder in die eine der anderen Kapellen (mit zwischen 10 und über 100 Plätzen), in denen zumindest ein Tabernakel zu finden ist. Auch an einem sonnigen Samstag im Mai, wie heute, konnte ich da auch mal alleine sein. Der Kommerz – also Restaurants und Devotionalienläden – ist etwas abseits, fein säuberlich abgetrennt. Die Läden habe ich mir diesmal nur in homöopathischen Dosen angetan.

Mein erster Weg führte mich zur Kappelle St. Michael zur stillen Anbetung vor ausgesetztem Allerheiligsten.

Beichten konnte ich später bei einem älteren Priester in Soutane. Laut Beschriftung an seinem Beichtstuhl kann man bei ihm in Niederländisch, Deutsch, Englisch, Französich und sogar Latein beichten. Sorry, bin bei Deutsch geblieben, und das war auch besser so. 🙂

Und danach passte alles irgendwie genau zusammen. Mein Rosenkranzgebet in der realtiv versteckten Kapelle in der Nähe der Beichtstühle war genau rechtzeitig zuende, um zur Andacht mit Krankensegen auf dem Hauptplatz zu kommen. Direkt im Anschluss gab es dann eine französischsprachige (Vorabend-)Messe. Danach war es dann aber auch gut.

Der Tag hat mir wirklich gut getan. Der Ort hat mir gut getan mit seiner Ruhe und mit den Möglichkeiten ungestört beten zu können. Könnte ich öfter mal gebrauchen.

Hier ein paar Bilder:


Und einige Links:

Hindernisse auf dem Weg

Umbruchphase! Ja, gerade geht es ein bisschen arg turbulent zu. Wohl hauptsächlich für mich selbst habe ich dazu einen älteren Text wieder hervorgeholt:

◊◊◊◊◊

Hindernisse, Umleitungen, Stockungen, das hat wohl niemand so besonders gern. Es bedeutet Verzögerung und erhöhten Kraftaufwand, den man sich gerne ersparen würde. Und schnell stellt man sich Fragen wie: „Musste das unbedingt sein?“ – „Wozu soll das gut sein?“ – „Was habe ich falsch gemacht?“ – „Wer hat Schuld?“ und viele mehr. Hindernisse passen nicht in unsere geradlinige Sicht eines gelungenen, effektiven Lebens.

Das alles hat mich an einem Wochenende beschäftigt, an dem ich mir einmal etwas mehr Zeit genommen habe. Auf dem Gelände des Klosters, wo ich das Wochenende verbrachte fließt ein kleiner Bach. An einer Stelle verzögern Steine das ungehinderte Weiterfließen des Wassers. Oberhalb dieser Barriere war das Wasser trüb und an den Steinen hingen Äste und Blätter, die der Bach bis dahin mitgeführt hatte. Unterhalb war das Wasser klar und ohne Fremdkörper. Das Hindernis im Bachbett hatte wie ein Filter die Verunreinigungen zurückgehalten.

Vielleicht lässt Gott auch in unserem Leben Hindernisse, Schwierigkeiten oder Engpässe zu, damit unser Leben wieder klarer wird. Wenn alles glatt geht, überprüft kaum jemand seinen Lebensstil. Erst wenn es eng wird, werden Dinge in Frage gestellt, die sonst selbstverständlich sind. So wie es im Matthäusevangelium 7, 13 – 14 heißt:

„Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!“

Das sind die Stellen, an denen zurück bleiben muss, was uns hindert oder bremst. Ich denke, dass Gott in unserem Leben solche Situationen nutzt, damit wir ihm wieder klarer und konsequenter nachfolgen können.

Und noch etwas anderes geschieht an solchen Engpässen bei Flüssen oder Bächen. Durch die schnelle Bewegung und die Turbulenzen wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Es gewinnt also an Frische und Lebendigkeit. Und so ist es auch oft bei mir. Durch Turbulenzen werden die gemächlich eingefahrenen Abläufe durcheinander gewirbelt. Es entsteht Raum für Neues und Frisches, oder aber fast Vergessenes bzw. Vernachlässigtes bekommt wieder neue Priorität.

Ich bin Gott dankbar für diese Hindernisse, die mich wieder näher zu ihm bringen, die meine alten Gewohnheiten aufsprengen und wieder eine frischere, klarere Lebensgestaltung ermöglichen. Ich bin ihm dankbar – ja – aber meist erst im Rückblick. In den Schwierigkeiten selbst fehlt oft der Blick für Gottes Möglichkeiten.

Doch Gott kennt uns und weiß um unsere Begrenzungen. Darauf kann ich mich in solchen Situationen stützen:

„Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ (Römerbrief 8, 27 – 28)

… und aus Frater Ulrisch wurde Pater Ulrisch

Beste Wünsche und Gottes Segen zur Priesterweihe auch an Ulrich Diel ins Stift Admont! Noch ein Priester mehr für den Weinberg des Herrn. Genial!