Ökumenische Beobachtungen zur Liturgie

Der „Liturgifuchs“ – Autor eines neuen Blogs zur Liturgie – hat ein interessantes kleines Experiment gestartet. In ein und derselben Kirche hat er an einem Sonntag an fünf Hl. Messen von fünf verschiedenen Gruppierungen/Gemeinschaften teilgenommen. Auf „Liturgica – Eine Reise durch die Welt christlicher Liturgie“ lässt er den Leser an seinen Beobachtungen und Überlegungen teilhaben – und zwar aus einer ökumenischen Perspektive. Lesenswert!

Experiment in St. Clemens — Ein Tag im Leben einer Kirche

An die Mönche …

Zitat

»Ich ermahne euch, daß ihr allzeit dem göttlichen Offizium mit Eifer und Herzensreinheit beiwohnt.

Mit Eifer, d. h. indem ihr ebenso ehrerbietig als freudig vor dem Herrn stehet, nicht träge, nicht schläfrig, nicht gähnend, nicht die Stimme schonend, nicht Worte verstümmelnd oder überhüpfend, nicht mit halber Stimme etwas Weibisches herausnäselnd, sondern wie es sich gebührt, in männlichem Tone und mit männlichen Gefühlen die Worte des Heiligen Geistes aussprechend.

Mit Reinheit des Herzens, d.h. indem ihr beim Singen nur an das denkt, was ihr singt. Ihr müßt daher nicht nur eitle und müßige Gedanken ausschlagen, sondern auch sogar alle jene, mit denen sich die Beamten für die Interessen des Hauses sonst beschäftigen müssen. Solche Gedanken sind gut; nicht gut aber ist es, sich im Chor damit abzugeben; denn der Heilige Geist sieht da keineswegs wohlgefällig an, was wir nicht schulden, wenn wir vernachlässigen, ihm darzubringen, was wir schulden.«

(St. Bernard von Clairvaux, sermo 47 in Cant.)

 

Heute bei der Lektüre von Zeitschriften in der Diözesanbibliothek entdeckt.

„Wenn wir als Geschwi­ster zusam­men­kom­men, …

… Stun­den­ge­bet halten und das Her­ren­mahl feiern, so bilden wir im Kleinen (wenn auch bruch­stück­haft und unvoll­kom­men) die Eine Kirche ab. Wir stellen uns in den großen Heils­zu­sam­men­hang des Kir­chen­jah­res – Gehei­ligte Zeit! – und haben Anteil an der Heils-Wirk­lich­keit der Kirche, indem wir Gottes Wort hören, mit der Kirche beten und die Sakra­mente feiern.“

Eine Nachlese von Br. Barnabas Loevenich SJB zum Regionalkonvent West der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft am 3. Dezember:

(Es ist übrigens durchaus nicht verboten, sich auch sonst ein bisschen auf der Seite umzuschauen. 🙂 )

Regionalkonvent im Dezember 2016 in Köln

Wider die Mauleritis

LeseempfehlungBloggerkollege Tobias macht sich Gedanken über den Unterschied zwischen berechtigter / konstruktiver Kritik und destruktiver Meckerei:

„Zu meckern gibt es immer was“

Unbedingt lesenswert, obwohl – oder gerade weil – man sich bei manchen Beispielen irgendwie ertappt fühlt …


Es gibt Leute,
die schütteln so lange den Kopf über der Suppe,
bis sie ein Haar darin finden
(Quelle leider nicht mehr präsent)

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Freiheit oder Gleichheit? Oder Gleichmacherei?

Bild: Washington Post (Facebookfund)

Bild: Washington Post (Facebookfund)

Im Land von „Liberté, Egalité, Fraternité“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) haben Polizisten darauf bestanden, dass eine Frau um der guten Sitten willen – nein, nicht sich etwas überzieht, sondern – sich einigen Stoffs zu entledigen habe. Verteidigt wird dieses Vorgehen unter anderem mit der Durchsetzung der Laizität Frankreichs. Es sind also nicht Sicherheits- oder Gesundheitsaspekte, die hier angeführt werden, sondern ideologische. Der Gleichheit (oder besser ‚Gleichmacherei‘) wird der Vorzug vor der Freiheit gegeben. Sichtbares religiöses Bekenntnis soll aus der öffentlichen Wahrbehmung verschwinden.

Die Debatte um das Burkaverbot (besser: Verbot der Vollverschleierung) hierzulande trägt ähnliche Züge. Hier geht es etwas weniger um das unerwünschte religiöse Bekenntnis, sondern eher um die Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung der Frauen. Aber auch hier hat die ideologische Argumentation Übergewicht.

Wo eher mit Symbolen gelenkt/regiert wird als mit Argumenten, fürchtet man Symbole mehr als Tatsachen.

Ich kann absolut nachvollziehen, wenn man in einer Gesellschaft darauf bestehen will, denjenigen identifizieren zu können, mit dem man zu tun hat. Bei einem verschleierten Gesicht ist das nicht gewährleistet. Was aber z.B. gegen einen Burkini sprechen soll, falls es keine Sicherheits- oder Hygiene-Probleme gibt, erschließt sich mir überhaupt nicht. Genausowenig kann ich ein Kopftuchverbot nachvollziehen. Die viel gepriesene (und strapazierte) „offene Gesellschaft“ müsste soetwas problemlos aushalten können. Doch im Namen der Freiheit und Toleranz gibt es immer häufiger Überlegungen, Individualität einzuschränken um der äußerlichen Gleichmacherei willen.

Wo soll das denn aufhören? Sollen künftig auch Jüdinnen oder orthodoxe (und einige andere) Christinnen ihre Kopfbedeckungen ablegen müssen? Was ist mit anderen religiösen Symbolen? Muss ich befürchten, dass mein Rosenkranz, mein Kreuzanhänger etc. als Provokation gedeutet wird? Und was ist mit Odensgewändern, Priestergewändern, Verwendung von Ordensnamen …?

Wenn die „offene Gesellschaft“ ihren Namen wirklich verdienen soll, dann muss sie respektieren, dass sich Menschen aufgrund ihrer Überzeugungen selbst (freiwillig) Beschränkungen auferlegen – gleichgültig, ob sie diese für sinnvoll hält oder nicht. Beim Vegetarier klappt das doch auch!


Weitere Links:


Ähnliches Thema, anderer Hintergrund: „Emanzipiert von der Gleichmacherei“

 

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Flüchtlingsboot soll Altar werden

Der Kölner Kardinal will ein Boot, mit dem Schlepper Flüchtende nach Europa gebracht haben, als Altar für die Heilige Messe an Fronleichnam nutzen.

„… An Fronleichnam wird dieses Boot unser Altar bei der Heiligen Messe auf dem Roncalliplatz sein.“ (Kard. Woelki, zitiert im EXPRESS-Artikel)

Damit will der Kardinal Woelki auf die Flüchtlinge hinweisen, die bei dieser gefährlichen Unternehmung ihr Leben verloren haben.

Nun ist der Altar nicht einfach ein Möbel, auf dem genug Platz sein muss, um den Ritus zu vollziehen, sondern er repräsentiert Christus. Nicht umsonst gibt es deshalb (eigentlich) Vorgaben für Altäre, die auf diese Repräsentanz hinweisen. Als moralisches und/oder politisches Zeichen ist er jedenfalls nicht gedacht.

(Linktip: Mystagogische Kirchenführung – Der Altar)

Und nun soll also ein Flüchtlingsboot zum Altar werden:

„Auf einem Boot wie diesem, aus Holz, sieben Meter lang, 2,50 Meter breit, jederzeit in der Gefahr, unterzugehen – und seine Insassen mit in den Tod zu reißen…“ (EXPRESS)

Was soll uns das wohl sagen, wenn man bedenkt, dass der Altar Christus repräsentiert?


Die Zeitungs-Artikel zum Thema: