Dinge mit Geschichte(n) – Anti-Kalenderspruch

Während einer mehrwöchigen Reha habe ich dieses Bild fabriziert. Damit habe ich einen Spruch ins Bild gesetzt, den ich schon vor längerer Zeit geprägt habe.

In der konkreten Situation dort in der Klinik sind mir die omnipräsenten Kalenderspruchweisheiten irgendwann gewaltig auf die Nerven gegangen. Ich mag es nicht besonders, mit Durchhalteparolen und bemüht positven Botschaften anhaltend „beglückt“ zu werden. Darum habe ich beim abendlichen Kreativangebot diesen Spruch als Anti-Kalenderspruch umgesetzt.

In der gerade bestehenden Situation bekommt er leider eine neue Aktualität, denn gerade droht einer der Stühle unter mir weggezogen zu werden – nämlich durch die rigorose Begrenzung der traditionellen Liturgieform und Gefährdung der mit ihr verbundenen Gemeinschaften. Ein wesentlicher Teil meiner geistlichen Heimat ist bedroht.

Lesenswert dazu: Nein zur alten Messe: Papst Franziskus stösst einen Entscheid seines Vorgängers um und gefährdet damit die Autorität des Amts

In den dazugehörenden Diskussionen und Publikationen stelle ich zudem fest, dass ich auch da zwischen allen Stühlen sitze – und mit meiner Positionierung gerade „Prügel“ von mindestens drei sehr verschiedenen Seiten kassiere.

Und dabei fällt mir zunehmend auf, dass meine innere Kehrseite offenbar an Breite nicht mit der körperlichen mithalten kann. Also hoffe ich mal auf das Ausbleiben einer dadurch bedingten Schieflage.

Dinge mit Geschichte(n) – Ikone der Prophetin Hanna

Lange habe ich mir eine Ikone der Prophetin Hanna gewünscht, die ich als Namenspatronin für meinen Bruderschaftsnamen in der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft gewählt habe. Es ist gar nicht so leicht, eine solche Einzel-Ikone zu finden. Ikonen von der Darstellung des Herrn, auf der auch die Prophetin Hanna abgebildet ist, gibt es deutlich häufiger.

Im Online-Shop des St. Elisabeth Klosters in Minsk bin ich fündig gewordenen, allerdings nur bei den handgeschriebenen Ikonen. Die werden übrigens bereits dort nach Fertigstellung von einem Priester gesegnet. Im Online-Katalog gibt es gleich zwei verschiedene Ausführungen. Einige Monate habe ich hin und her überlegt, ob ich eine solche Investition tätigen sollte und welche Ausführung es denn sein soll. Schließlich habe ich mich dann doch für eine der beiden Möglichkeiten entschieden.

Wenige Tage nachdem ich die Bestellung abgeschickt habe, kam eine deutschsprachige Mail aus dem Kloster: Ich hätte ja eine etwas größere Größe gewählt, und die Ikonenmaler hätten vorgeschlagen, nicht nur den Kopf (wie im Katalog abgebildet) zu malen, sondern die Prophetin im Halbportrait. Ob mir das recht sei. Ich konnte mir zwar nicht genau vorstellen, wie das aussehen würde, aber ich habe der Erfahrung der Ikonenmaler vertraut und zugestimmt.

Einen Monat später erhielt ich eine E-Mail, die Ikone sei nun fertig – mit angehängtem Foto. Ich war sehr erstaunt und positiv überrascht, denn die Ikone hatte mit der Abbildung im Katalog kaum etwas zu tun. Sie war für mich sogar deutlich ansprechender.

Das Bild aus dem Online-Katalog sieht übrigens so aus:


Das Kloster der hl. Elisabeth Kloster auf Facebook

 

Dinge mit Geschichte(n) – Eine Segensgabe

Gerade heute am Fronleichnamsfest blicke ich auf diese armenische Hostie. Sie habe ich erhalten – gesegnet nicht geweiht – als ich das erste Mal die armenische Gemeinde hier in Köln besucht habe.

Mit zwei Freunden habe ich Mitte August 2018 – am Fest Maria Himmelfahrt – zum allerersten Mal die Liturgie der Armenisch-Apostolischen Kirche besucht. Einen der Diakone hatte ich im Vorfeld bei einer anderen Gelegenheit schon kennengelernt. Zuerst hat er dafür gesorgt, dass wir das zweisprachige Liturgiebuch bekommen haben und aus einer der hinteren Reihen ganz nach vorne in die zweite Reihe eingeladen wurden. Auch während der Liturgie wurde immer wieder dafür Sorge getragen, dass wir uns im Buch und damit in der Liturgie zurechtfinden. Nachdem wir nach der anschließenden Traubensegnung auch noch von den Trauben was abbekommen haben, dachte ich eigentlich schon, das sei’s nun gewesen mit dem schönen Besuch bei den ökumenischen Geschwistern.

Doch plötzlich steht neben uns der Pfarrer der Gemeinde, noch immer in liturgischer Kleidung. Er segnete die kleinen Brote, die sonst auch als Hostie verwendet werden, und überreichte sie uns Gästen als Segensgabe. Der Diakon erklärte uns dann, dass sie in Salz oder Reis getrocknet und dann aufbewahrt werden. Seitdem ist es für mich ein besonderes Zeichen der Verbundenheit auch über Kirchengrenzen hinweg. Nur in der Osterzeit lasse ich es allerdings offen liegen. Ansonsten ist es vor Staub und Feuchtigkeit geschützt in einer Dose aus Speckstein verwahrt.

Die nächste Überraschung war dann, dass wir „selbstverständlich“ noch zum gemeinsamen Essen eingeladen waren und die große Gastfreundschaft und den Austausch genießen konnten. Ich hoffe inständig, dass es bald wieder möglich sein wird, auch nach der Liturgie wieder zusammen zu sein.

Hier hat meine Verbindung zur armenischen Gemeinde ihren Anfang genommen. Ich hätte nicht gedacht, dass sie einmal so intensiv werden würde – weshalb auch in dieser Serie einige Dinge aufgetaucht sind bzw. noch auftauchen werden, die damit in Verbindung stehen.

Dinge mit Geschichte(n) – Stuhlkreis-Zeichnung

Mittlerweile hat sich bei mir eingebürgert, zumindest die runden Geburtstage zu feiern. Den 40. und den 50. Geburtstag habe ich mit den Patres der Petrusbruderschaft in deren Kölner Niederlassung feiern können – gemeinsam mit meinem relativ ökumenischen Freundeskreis.
Zum 50. Geburtstag habe ich von einem befreundeten Grafiker diese Original-Zeichnung bekommen. Eine weitere Variation aus der Reihe nicht ganz ernstgemeinter Stuhlkreise.
Fun Fact: Damals konnte noch niemand von uns wissen (auch ich nicht), dass ich irgendwann beginnen würde Line Dance zu tanzen – einen Western-Tanz 😀

Dinge mit Geschichte(n) – Schmuckkreuz

Wenn heute schon Muttertag ist, lasse ich mal das „Mädchen“ in mir zum Vorschein kommen und teile meine Freude an diesem Schmuckkreuz. Es ist noch ganz neu und erst seit Ostern in meinem Besitz.

Die Osternacht habe in diesem Jahr in der armenischen Gemeinde mitgefeiert. Noch vor der Liturgie hat mich ein Gemeindemitglied dort angesprochen, mit dem ich bisher gar nicht so viel persönlichen Kontakt hatte: Er habe ein Kreuz gemacht, das er mir schenken wolle, und zwar nach der Liturgie. Wirklich viel vorstellen konnte ich mir da noch nicht.

Nach der Liturgie habe ich dann ein eingepacktes Geschenkpäckchen bekommen mit der Erklärung, es sei ein Kreuzanhänger. Außerdem hat er noch ein bisschen ausführlicher erzählt, wie es dazu kam, dass er mir – und wohl auch noch einigen anderen – ein solches Schmuckstück schenken will. Ausgepackt hatte ich es da, mitten in der Kirche, allerdings noch nicht.

Zuhause war dann die Überraschung groß, denn mit solch einem Schmuckstück hätte ich nicht gerechnet. Dass es Handarbeit ist, wusste ich zwar schon, aber dass da ein 6,5 cm großes Kreuz aus Silber mit vielen funkelnden Steinen vor mir liegt, hätte ich nie erwartet.

Wahrscheinlich werde ich es eher nur zu besonderen Gelegenheiten wirklich tragen, aber es hängt an meiner Pinnwand, wo ich mich täglich daran freue.

 

Dinge mit Geschichte(n) – Ein armenisches Kreuz

In loser Folge möchte ich ein paar Dinge vorstellen, die mir wichtig sind, weil sie oft mit einer Geschichte verbunden sind. Inspiriert wurde ich dazu von zwei Facebook-Freunden – einer hatte die Idee, ein anderer hat sie wieder aufgegriffen.

Den Anfang macht ein armenisches Holzkreuz. Bekommen habe ich es, als ich im Frühjahr 2019 bei der Amtseinführung des neu geweihten Bischofs der Armenisch Apostolischen Kirche für Deutschland hier in Köln dabei sein durfte. Br. Barnabas – ein Freund und Bruder aus der Hochkirchlichen St.-Johannes-Bruderschaft – und ich haben nach der Liturgie auch am anschließenden Empfang teilgenommen. Wir dachten uns aber, dass wir wirklich nicht so wichtig seien, dass wir uns unter die Gratulanten aus Politik und Kirche mischen müssten. Also blieben wir erstmal an unserem Stehtisch. Als der Saal sich zu leeren begann, stand der Bischof aber plötzlich an unserem Tisch und überreichte uns das Geschenk, das alle Gratulanten bekommen haben – eben dieses Kreuz und ein Bild seiner Bischofsweihe. Gehen wir nicht zum Bischof, kommt der Bischof halt zu uns. 🙂

Seitdem steht das Kreuz an meinem Gebetsplatz.

Die Geschichte wäre hier zuende, wenn ich nicht die Idee gehabt hätte, das Kreuz zu nutzen, um mit seiner Hilfe ein Weihnachtsgeschenk für den Bischof, den Pfarrer und einen Diakon der Gemeinde anzufertigen. Ich hatte die Idee, Kerzen herzustellen mit den jeweiligen Weihedaten und diesem Kreuz als Wachsverzierung. Gegossen wurden die Kerzen aus Wachs, das von Altar- und Osterkerzen stammte – also bei uns schon einmal auf oder am Altar gestanden hat.

Es war schön zu erleben, dass diese persönlichen Geschenke und der ökumenische Gedanke dahinter wirklich ankamen. Ich hätte allerdings nie damit gerechnet, das zwei der Kerzen ihren festen Platz mitten auf dem Altar finden würden!

Foto: Avedis Garinian