Aus Fratres wurden Patres

Am Freitag, 8. September 2017, dem Fest Mariä Geburt, legten zwei Fratres des Zisterzienserklosters in Bochum-Stiepel die Feierliche Profess ab: P. Alban Ganse und P. Famian Maria Vieth. Abt Maximilian aus dem Mutterkloster Heiligenkreuz nahm die Versprechen entgegen und stand dem feierlichen Pontifikalamt vor.

So weit, so erfreulich! Mit einem Mitbruder aus der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft (SJB) habe ich an diesem besonderen Pontifikalamt teilgenommen – einmal, weil einer der Fratres uns dazu eingeladen hatte, zum anderen, weil ich den zweiten Frater aus früheren Zeiten kannte. Zwar haben wir keinen Platz in den Bänken mehr finden können und „durften“ zwei Stunden lang stehen, aber dennoch war es gut, dass wir dort waren.

Besonders interessant ist die Regelung bei den Zisterziensern, dass Brüder mit feierlicher Profess mit „Pater“ angesprochen werden, unabhängig davon, ob sie Priester sind oder nicht. Abt Maximilian sagte dazu in seiner Predigt, dass der Mönch zur geistlichen Vaterschaft berufen ist und dass eine solche Vaterschaft oft vermisst wird.

Nicht ganz unwichtig für solch eine Vaterschaft ist, so will mir scheinen, was in einem der Gebete für die Professkandidaten erbeten wird:

„… Er folge keiner fremden Stimme, sondern allein der deinen, die spricht: wer mir dienen will, folge mir nach.“

Fotos von Manfred Barnabas Loevenich (Facebook-Profil):

Noch mehr Bilder auf der Website des Klosters – hier

Sehr schön waren – nebenbei bemerkt – auch die Begegnungen bei der Feier im Anschluss.

Der Liturgiefuchs braucht Input

Auf Facebook hat der Liturgiefuchs eine Anfrage gestellt, die ich auch gerne über diesen Kanal wietergeben möchte. Gefragt sind vor allem Ordensleute bzw. Mitglieder von Gemeinschaften:

Ich recherchiere gerade zum Thema des NOVIZIATES in verschiedenen #Ordensgemeinschaften und brauche Eure Hilfe! Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es viele ganz eigene #Riten zur #Noviziatsaufnahme gibt.

Es wäre mir eine große Hilfe, wenn Ihr Euch ein wenig Zeit nehmen könntet und mir die Bestimmungen und die liturgische Ordnung zum beginnenden #Noviziat in Euren Gemeinschaften zumailen könntet:
Ihr erreicht mich unter

liturgiefuchs@liturgica.org

Habt vielen lieben Dank für Eure Unterstützung!
Bleibt behütet, dafür betet
Euer #Liturgiefuchs

Es wäre schön, wenn sich diejenigen unter meinen Lesern, die sich angesprochen fühlen, beim #Liturgiefuchs meldeten. Sein (sehr lesenswerter) Blog: Liturgica.org

„Wenn wir als Geschwi­ster zusam­men­kom­men, …

… Stun­den­ge­bet halten und das Her­ren­mahl feiern, so bilden wir im Kleinen (wenn auch bruch­stück­haft und unvoll­kom­men) die Eine Kirche ab. Wir stellen uns in den großen Heils­zu­sam­men­hang des Kir­chen­jah­res – Gehei­ligte Zeit! – und haben Anteil an der Heils-Wirk­lich­keit der Kirche, indem wir Gottes Wort hören, mit der Kirche beten und die Sakra­mente feiern.“

Eine Nachlese von Br. Barnabas Loevenich SJB zum Regionalkonvent West der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft am 3. Dezember:

(Es ist übrigens durchaus nicht verboten, sich auch sonst ein bisschen auf der Seite umzuschauen. 🙂 )

Regionalkonvent im Dezember 2016 in Köln

Nicht mehr „die Neue“

img_6543bSeit gestern bin ich also nicht mehr „die Neue“, denn wir haben wieder einen Bruder in die Hochkirchliche St. Johannes-Bruderschaft aufnehmen können. Zum ersten Mal erlebe ich die Aufnahme in die Gemeinschaft von der anderen Seite aus.

„Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, dann werde ich leben.
Sieh auf meine Niedrigkeit und erbarme dich meiner.“

Diesmal war ich bei denen, die den Gesang mit einer Wiederholung beantworten und so ihre eigene Hingabe bekräftigen – mit dem Bewusstsein, dem oft nicht genügt zu haben. Diesmal stand ich mit den Geschwistern in der Reihe derer, die den neuen Bruder aufgenommen und ihm Gebet versprochen haben.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass auch dieses Erleben nötig war, um dann endgültig in der Gemeinschaft anzukommen.

Aufgenommen

kreuzWie schon erwähnt, ist mein Noviziat bei der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft nun zu Ende. Vorgestern (25.09.) während der Messe konnte ich also nun endlich den letzten Schritt hinein in die Bruderschaft tun.

Nach der Lesung habe ich meine Bitte um Aufnahme erneuert. Das Bruderschaftsgewand wurde gesegnet und ich wurde mit ihm und dem ebenfalls gesegneten Bruderschaftskreuz eingekleidet.

Besonders berührt hat mich auch die anschließende Aufnahme durch die einzelnen Brüder und Schwestern.

Künftig werde also im Rahmen der Bruderschaft mit einem neuen Namen – Sr. Hannah – angesprochen und bei Gebetszeiten und Gottesdiensten das Bruderschaftsgewand tragen.

Noch 3 Tage …

Aufnahme2Jedes Noviziat geht einmal zuende. Vor zwei Jahren wurde ich Novizin der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft. Meine endgültige Aufnahme in die Bruderschaft ist nun bei unserem Herbstkonvent geplant – am 25.09. während der morgendlichen Messe. Ab dann werde ich mich auch daran gewöhnen, innerhalb der Bruderschaft mit einem neuen Namen angesprochen zu werden – und darauf freue ich mich schon sehr.

Ich hatte die Tage vor dem Konvent und meiner Aufnahme völlig anders geplant – wollte einige Tage in Ruhe in Wigratzbad verbringen, einige Gespräche führen … Aber dann kamen mir ein abgebrochener Zahn und andere Widrigkeiten in die Quere. So, wie ich es mir ausgemalt hatte, lief es also schonmal nicht. Alles sehr ärgerlich! Trotzdem haben sich andere Möglichkeiten ergeben, aus meinem Alltag nicht einfach in den Konvent hinein zu stolpern.

Dann hoffe ich mal, dass es sich nun hat mit den Komplikationen und freue mich auf den Schritt in die noch größere Verbindlichkeit (auch wenn sich nach außen hin an meinen Lebensumständen nichts ändern wird).

Gebetsunterstützung wäre übrigens sehr willkommen! mit dem Zaunpfahl wink 😉

Unge(b)ahnte Wege gehen

Schwanberg(09)„Warum denn das jetzt schon wieder?“ Diese Frage begegnet mir in der letzten Zeit in unterschiedlichen Formulierungen immer wieder. Daraus spricht Unverständnis, Sorge, Irritation und Überraschung über meinen Weg in die Hochkirchliche St.-Johannes-Bruderschaft, die ich gut nachvollziehen kann. (Und ehrlich gesagt schätze ich die Aufrichtigkeit dahinter sehr).

Nachdem ich nach 17 Jahren in Freikirchen im Jahr 2005 wieder in die kath. Kirche zurückgekehrt bin, kann ich die Befürchtung nachvollziehen, dass sich da eventuell der nächste Konfessionswechsel anbahnen könnte. Nein, er bahnt sich nicht an! Ich habe – und behalte – meine Verortung in der kath. Kirche. Das hat aber noch nie bedeutet, dass ich alle anderen Prägungen wegschieben würde. Sie sind Teil des Weges, den Gott mit mir gegangen ist.

Die Trennungen und Spaltungen in der Christenheit sind für mich nicht nur theoretisch eine offene Wunde. Es wäre einfacher, diese Spannung in Richtung Beliebigkeit einerseits oder Selbstgenügsamkeit andererseits aufzulösen. Aber es muss eben auch Christen geben, die diese Spannungen aushalten um der Einheit willen. Umso schöner, wenn man dann entdeckt, dass es auch noch andere Christen / Gemeinschaften gibt, die bewusst in diesen Riss treten – mit allen Spannungen die das nun einmal mit sich bringt. Noch schöner, wenn diese Begegnung zustande kommt, ohne dass man danach gesucht hätte.

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