Die veröffentlichte Meinung

Eher zufällig bin ich am Samstag auf einen Fernsehbericht des WDR über den Umbau der Bahnhofsmission in Köln gestossen. Die “Aktuelle Stunde” überschreibt des Beitrag “Bahn schließt Bahnhofsmission” (der Beitrag wurde mittlerweile aus dem Netz genommen)

Nun kenne ich die Situation ein wenig und weiß ungefähr, was geplant ist. Deshalb ließ mich der Beitrag bei einem immerhin öffentlich-rechtlichen und zur Ausgewogenheit verpflichteten Sender reichlich ratlos zurück: Es ist immer wieder erstaunlich, wie suggestiv man berichten kann!

Es wird der Eindruck erweckt,

  1. dass Bedürftige die Bahnhofsmission künftig nicht mehr betreten dürfen.
  2. dass hilfebedürftige Reisende nun allein gelassen werden
  3. dass sich nur noch um Kinder auf Reisen gekümmert wird

Fakt ist aber,

  1. dass Bedürftige sich auch künftig an die Bahnhofsmission wenden können und dort weitervermittelt werden an entsprechende Stellen
  2. dass die Umsteigehilfen – auch in der Phase des Umbaus – weiter bestehen bleiben. Ein Notdienst ist eingerichtet.
  3. dass die neu geplante Kinderlounge nur ein (wenn auch neues) Angebot unter anderen ist.
  4. (nachzulesen auch hier)

Ganz nebenbei habe ich auch den Eindruck, dass man hier ganz gerne versucht, die christlichen Träger zu diskreditieren.

Am selben Tag in zwei aufeinanderfolgenden Sendungen eines öffentlich-rechtlichen Senders habe ich jetzt also bereits zwei Berichte gesehen über Ereignisse im Zusammenhang mit Kirche, bei denen ich entweder selbst dabei war oder mit denen ich anderweitig verbunden bin. Beide Berichte waren deutlich einseitig.

Irgendwie bin ich desillusioniert – und sauer!

Viel Lärm um nichts

So, nun ist die neue Kirche der Piusbruderschaft eingeweiht. Von den angekündigten Demonstrationen war nicht viel zu bemerken. Als ich dort ankam, gab es zwar ein nicht unerhebliches Polizeiaufgebot, aber nur wenige Demonstranten. Einige hatten teilweise zu provozieren versucht. An einer Ecke standen z.B. zwei Frauen demonstrativ knutschend, bestimmt ‘ne halbe Stunde lang – nur hat’s niemanden interessiert. Als wir noch alle draußen waren, hat auch mal irgendwer  laut “Ihr Spinner” gerufen, das wars!

Während der Messe war draußen wohl ein bisschen mehr los. Man konnte noch Wummer-Musik durch die Fenster hören, aber nicht so laut, dass es wirklich gestört hat. Als ich ging, waren keine Demonstranten mehr da. Schade! 😉

Ob (wie in der Predigt zu hören) andererseits augerechnet eine Kirche/Kapelle der Piusbruderschaft die (oder auch nur eine) Keimzelle ist, dass Köln wieder ein “heiliges Köln” wird… na, ich weiß nicht. Beim anschließenden Stehempfang ergaben sich auch ein paar nette Gespräche mit dem ein oder anderen Besucher und auch P. Sch. hat mich angesprochen. Nettes Schwätzchen! 😉 Er meinte, einen Gottesdienst stören, dürften die Demonstranten auch gar nicht, das sei strafbar. Tja, lieber Pater, Religionsfreiheit hat auch Vorteile, gell?!

Und die ganze Aufregung dafür:

Einige Links:

So weit ist es schon

“Religiöse FundamentalistInnen sind Anhänger religiöser Strömungen, die überzeitliche und universell „gültige“ Dogmen predigen und dabei hinter Erkenntnisse der Aufklärung zurückfallen”

Nach dieser Definition, gefunden auf einer Website selbsterklärter “linker und anti-religiöser Gruppen und Einzelpersonen”, gehören wohl fast alle, die Ihre Religion ernstnehmen bereits zu den Fundemantalisten (und -Innen).

Auf der Website “ANTIFA AK COLOGNE” – http://www.no-racism.de/piusbrueder (Direktlink von meiner Seite muss nun wirklich nicht sein) wird zu einer Demonstration gegen die Einweihung der neuen Kirche der Piusbruderschaft in Köln-Kalk  aufgerufen, dazu “diese ‘Einweihung’ kreativ zu gestalten” – wohl ein Euphemismus für “massiv stören”.

Noch haben wir offiziell Religionsfreiheit. Ob’s der Priesterbruderschaft St. Pius X. nun passt oder nicht, sie profitiert davon. Offenbar passt das aber auch jener zitierten Website nicht. Hier berühren sich die Extreme! Amüsant auch, dass mich der Sprachstil sehr an ein gewisses sich katholisch nennendes Portal erinnert.

Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis ganz normale gläubige Christen mit der Fundamentalismuskeule in die Ecke gedrängt und eingeschüchtert oder gar mundtot gemacht werden (sollen). Eigentlich erst recht ein Grund, zur Einweihung der Kirche zu gehen. Danke für die Werbung!

Hirn und Herz wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen!

Die volle Dröhnung: Stille Anbetung, Beichte, privater Rosenkranz, Krankensegen, sakramentaler Segen, Messe… und das alles an einem Tag – da kann ich eigentlich nur noch meinen Blognamen zitieren.

Ich mag Banneux. Vor allem mag ich die vielen kleinen und kleinsten Kapellen. Es spielt sich nicht alles an ein oder zwei Orten ab, sondern man kann sich problemlos zum privaten Gebet irgendwohin zurückziehen – entweder in die Kappelle, wo tagsüber das Allerheiligste ausgesetzt ist oder in die eine der anderen Kapellen (mit zwischen 10 und über 100 Plätzen), in denen zumindest ein Tabernakel zu finden ist. Auch an einem sonnigen Samstag im Mai, wie heute, konnte ich da auch mal alleine sein. Der Kommerz – also Restaurants und Devotionalienläden – ist etwas abseits, fein säuberlich abgetrennt. Die Läden habe ich mir diesmal nur in homöopathischen Dosen angetan.

Mein erster Weg führte mich zur Kappelle St. Michael zur stillen Anbetung vor ausgesetztem Allerheiligsten.

Beichten konnte ich später bei einem älteren Priester in Soutane. Laut Beschriftung an seinem Beichtstuhl kann man bei ihm in Niederländisch, Deutsch, Englisch, Französich und sogar Latein beichten. Sorry, bin bei Deutsch geblieben, und das war auch besser so. 🙂

Und danach passte alles irgendwie genau zusammen. Mein Rosenkranzgebet in der realtiv versteckten Kapelle in der Nähe der Beichtstühle war genau rechtzeitig zuende, um zur Andacht mit Krankensegen auf dem Hauptplatz zu kommen. Direkt im Anschluss gab es dann eine französischsprachige (Vorabend-)Messe. Danach war es dann aber auch gut.

Der Tag hat mir wirklich gut getan. Der Ort hat mir gut getan mit seiner Ruhe und mit den Möglichkeiten ungestört beten zu können. Könnte ich öfter mal gebrauchen.

Hier ein paar Bilder:


Und einige Links:

Hindernisse auf dem Weg

Umbruchphase! Ja, gerade geht es ein bisschen arg turbulent zu. Wohl hauptsächlich für mich selbst habe ich dazu einen älteren Text wieder hervorgeholt:

◊◊◊◊◊

Hindernisse, Umleitungen, Stockungen, das hat wohl niemand so besonders gern. Es bedeutet Verzögerung und erhöhten Kraftaufwand, den man sich gerne ersparen würde. Und schnell stellt man sich Fragen wie: “Musste das unbedingt sein?” – “Wozu soll das gut sein?” – “Was habe ich falsch gemacht?” – “Wer hat Schuld?” und viele mehr. Hindernisse passen nicht in unsere geradlinige Sicht eines gelungenen, effektiven Lebens.

Das alles hat mich an einem Wochenende beschäftigt, an dem ich mir einmal etwas mehr Zeit genommen habe. Auf dem Gelände des Klosters, wo ich das Wochenende verbrachte fließt ein kleiner Bach. An einer Stelle verzögern Steine das ungehinderte Weiterfließen des Wassers. Oberhalb dieser Barriere war das Wasser trüb und an den Steinen hingen Äste und Blätter, die der Bach bis dahin mitgeführt hatte. Unterhalb war das Wasser klar und ohne Fremdkörper. Das Hindernis im Bachbett hatte wie ein Filter die Verunreinigungen zurückgehalten.

Vielleicht lässt Gott auch in unserem Leben Hindernisse, Schwierigkeiten oder Engpässe zu, damit unser Leben wieder klarer wird. Wenn alles glatt geht, überprüft kaum jemand seinen Lebensstil. Erst wenn es eng wird, werden Dinge in Frage gestellt, die sonst selbstverständlich sind. So wie es im Matthäusevangelium 7, 13 – 14 heißt:

“Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!”

Das sind die Stellen, an denen zurück bleiben muss, was uns hindert oder bremst. Ich denke, dass Gott in unserem Leben solche Situationen nutzt, damit wir ihm wieder klarer und konsequenter nachfolgen können.

Und noch etwas anderes geschieht an solchen Engpässen bei Flüssen oder Bächen. Durch die schnelle Bewegung und die Turbulenzen wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Es gewinnt also an Frische und Lebendigkeit. Und so ist es auch oft bei mir. Durch Turbulenzen werden die gemächlich eingefahrenen Abläufe durcheinander gewirbelt. Es entsteht Raum für Neues und Frisches, oder aber fast Vergessenes bzw. Vernachlässigtes bekommt wieder neue Priorität.

Ich bin Gott dankbar für diese Hindernisse, die mich wieder näher zu ihm bringen, die meine alten Gewohnheiten aufsprengen und wieder eine frischere, klarere Lebensgestaltung ermöglichen. Ich bin ihm dankbar – ja – aber meist erst im Rückblick. In den Schwierigkeiten selbst fehlt oft der Blick für Gottes Möglichkeiten.

Doch Gott kennt uns und weiß um unsere Begrenzungen. Darauf kann ich mich in solchen Situationen stützen:

“Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.” (Römerbrief 8, 27 – 28)

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Herr Alipius ist Priester – Glückwunsch!

Nun auch von hier aus nochmals die besten Glück- und Segenswünsche nach Stift Klosterneuburg! Es freut mich, was ich in den Klosterneuerburger Marginalien darüber lese, und ich freue mich, dass die Kirche einen neuen guten Priester hat.