Armenienreise 2026 – Abschluss

Wo ist bloß die Zeit hin? Ich kann kaum glauben, wie schnell der letzte Tag der Reise gekommen ist.

Unser Weg führte uns zuerst zum Kloster Geghard, das zum Teil in den Felsen gehauen ist. Den Anfang der Liturgie habe ich noch mitbekommen. Ansonsten gab es viel zu sehen und auch eine kurze Gesangseinlage.

Auf dem Gelände des Sonnentempel Garni, war von einer ruhigen Besichtigung nicht zu reden. Vor dem Tempel war eine Bühne aufgebaut und das Gelände war voller Schulklassen. Ich kenne den Tempel allerdings schon.

Direkt in der Nachbarschaft des Tempels durften wir dann zuschauen, wie traditionell Lavash gebacken wird und konnten das frische Brot gleich verkosten.

Zurück in Yerevan haben einige von uns das Historische Museum besucht. Ich selbst habe die Zeit lieber genutzt, mich ausgiebig auf dem Vernissage Markt umzusehen und einige Mitbringsel zu kaufen – vor allem für mich selbst .

Als Gruppe haben wir den Tag dann beim Abschiedsessen ausklingen lassen. Ich finde, ich hatte mit der Gruppe und der Reiseleiterin wirklich Glück. Die Tage sind wie im Flug vergangen und waren durchweg harmonisch.

Armenienreise 2026 – viel Gegend!

in Armenien gibt es definitiv viel Gegend. Außerhalb der kulturellen Sehenswürdigkeiten gibt es auch wunderbare Landschaften.

Armenienreise 2026 – Klöster, Wein und Brandy

Am 5. und 6. Tag unserer Reise stehen die Klöster Khor Virap, Noravank, Saghmosavank und Hovannavank auf dem Programm – außerdem Wein- und Brandyverkostung.

29. Mai 2026

Der Weg am Morgen führt uns zum zum Kloster Khor Virap, das so nahe wie Möglich am Berg Ararat liegt. Hier wurde Gregor der Erleuchter festgehalten, bevor durch ihn König Trdat bekehrt wurde und Armenien zum ersten Land mit christlicher Staatsreligion wurde – also eine der Wiegen der armenischen Kirche.

Direkt im Anschluss haben wir das Kloster Noravank (Neues Kloster) besucht, einer meiner Lieblingsorte in Armenien.

Den Besuch im 600 Jahre alten Weinkeller in den Areni-Höhlen habe ich mir verkniffen, Weil ich ihn bei einem früheren Besuch schon gesehen habe.

Die freie Zeit am Abend habe ich für einen Spaziergang durch Yerewan genutzt. Ich wollte gerne das öffentliche Tanzen am Kaskade-Komplex sehen, dass an jedem letzten Freitag im Monat stattfindet, außerdem die allabendlichen Licht- und Wasserspiele auf dem Platz der Republik.

30. Mai 2026

Zuerst haben wir ein 33 Meter hohes dreidimensionales Kreuz angeschaut, das aus 1725 Kreuzen aus Metallrohren besteht – so viele Kreuze wie Armenien Jahre als christliches Land hat. Jedes Jahr kommt eines dazu. Wegen der Rohre erzeugt der Wind Geräusche, die an das armenische Instrument Duduk erinnern.

In direkter Nachbarschaft befindet ein Gelände, das dem Armenischen Alphabet gewidmet ist – ein beliebter Ausflugsort für Schulklassen.

Die ursprünglich geplante Besichtigung der Festung Amberd haben wir nicht  gemacht, weil sie derzeit komplett in Gerüsten ist. Stattdessen haben wir erst einmal das Kloster Saghmosavank (Psalmenkloster) besucht.

Nicht weit davon steht das Kloster Hovannavank, das Johannes dem Täufer gewidmet ist.

Nach dem Mittagessen mit Weinverkostung besuchten wir die Genozidgedenkstätte, weil wir vorher keine Gelegenheit hatten.

Zum Programmabschluss haben dei Ararat-Brennerei besucht, mit anschließender Brandy-Verkostung

Armenienreise 2026 – zwei Tage im Süden des Landes

Den dritten und vierten Tag der Reise haben wir im Süden des Landes verbracht, mit einer Übernachtung und Dzoraget.

27. Mai 2026

Nach dem Auschecken ging die Fahrt zum Sewansee, einem 1900 m hoch gelegenen See von der doppelten Größe des Bodensees. Um das Kloster Sewanavank zu erreichen muss man aber erst einmal 232 Stufen bewältigen. Die mühe wird aber belohnt mit einer wunderbaren Aussicht.

Von dort aus ging es weiter in die „Schweiz Armeniens“ zum Kurort Dilijan. Vegetation und Baustil haben hier tatsächlich etwas von der Schweiz. Hier kann man auch die Verkaufsstände von Künstlern besuchen und hochwertige Souveniers kaufen. Danach ging es wieder zu einem reichhaltigen Mittagessen.

Oberhalb der Stadt Alaverdi liegt das Kloster Haghpat. Die Ausmahlung ist noch teilweise erhalten. Hier gibt es auch einen der seltenen Kreuzsteine, die den Gekreuzigten zeigen. Sie heißen „Amenaprgitsch“ (Allerlöser) und es gibt nur insgesamt 16 von Ihnen. In der ehemaligen Bibliothek sieht man die Löcher im Boden, die Gefäße beherbergen in denen teils Schriften in Sicherheit gebracht werden konnten und teils Wein aufbewahrt wurde, die gleichzeitig die Feuchtigkeit reguliert hat.

28. Mai 2026

Nach der Übernachtung in Dzoraget haben wir das Atelier von Meister Bogdan besucht, der Kreuzsteine fertigt aber auch sonst künstlerisch tätig ist. Vor zwei Jahren war ich schon einmal da und habe darüber auch ein bisschen mehr geschrieben.

Es folgen der Besuch einer ehemaligen Festung, die jetzt Veranstaltungsort ist und Mittagessen im Fischrestaurant.

Am Nachmittag sind wir zur Stadt Gyumri gefahren. Vor zwei Jahren hatte ich keine Gelegenheit, die Erlöserkirche dort zu sehen, deshalb habe ich mich auf sie beschränkt.

Anschließend ging es zur St. Gregor Kathedrale in Aruch, bevor wir wieder nach Jerewan zurückgefahren sind.

Armenienreise 2026 – erste Tage

Seit dem (sehr) frühen Montagmorgen bin ich jetzt wieder in Armenien. Weil ich die gleiche Reise schon vor genau zwei Jahren schon einmal gemacht hatte, wollte ich eigentlich gar nicht so viel bei der Gruppe, sein, sondern an den verschiedenen Orten eher unabhängig unterwegs sein. Letztlich bin dann aber doch bei der Gruppe geblieben, weil vieles einfach mit ganz anderer Gewichtung erklärt wurde. Außerdem ist unsere Gruppe mit der Mindestzahl von 4 Personen super klein und auch sehr unkompliziert.

25. Mai 2026

Nach der Ankunft mitten in der Nacht und einigen wenigen Stunden Schlaf haben wir erst einmal die Stadt Yerevan erkundet: Platz der Republik, Denkmal „Mutter Armenien“, Kascade-Komplex und Blaue Moschee.

Am Abend konnten wir ein großzügiges Willkommensessen genießen.

26. Mai 2026

Am zweiten Tag ging es zum Herzen der armenisch-apostolischen Kirche nach Etschmiadsin. Die Kathedrale ist nach langen Jahren der Schließung wegen Renovierungsarbeiten im Herbst 2024 endlich wiedereröffnet und neu geweiht worden. Leider ist seitdem das fotografieren im Inneren verboten.

Die Schatzkammer haben wir auch besucht, obwohl das nicht Teil des vorgesehenen Programms war. Hier wird die heilige Lanze aufbewahrt und viele Rerliquiare, darunter einige Kreuzreliquien.

In der Nähe steht die Kirche der hl. Hripsime, einer bedeutenden Heiligen der armenischen Kirche.

Neben der Kathedrale von Etschmiadsin ist auch die Ruine von Zvartnots Weltkulturerbe. Einenglischsprachiger Wikipediaartikel zeigt sehr schön, welche riesigen Ausmaße der Kirchenbau hatte.

Den Abschluss des ereignisreichen Tages bildete ein Besuch im Handschriftenmuseum (Matenadaran) mit seinen Zeugnissen der großen Kulturleistungen der Armenier.

Interessant für mich als Sängerin der Gregorianik: Im Armenischen gab es schon ca. 100 Jahre vor der Lateinischen Kirche, die „Khazen“, ein Pendant zu unseren Neumen.

Weihnachtliche Wohnungssegnung

Genau wie in der traditionellen Römischen Kirche gibt es in den Orthodoxen Kirchen und auch der Armenischen Kirche das Angebot zur Wohnungssegnung nach Epiphanie bzw. Weihnachten. In der Armenischen Kirche gilt das Abgebot auch im Anschuss an das Osterfest.

Ich habe unseren Pfarrer um eine Wohnungssegnung gebeten und er hatte mir direkt am nächsten Tag einen Termin vorgeschlagen, den ich auch bestätigt habe. Zur Wohnungssegnung werden traditionell Brot, Salz und Wasser vorbereitet.

Impressionen einer Ägypten-Reise

In diesem Jahr habe ich mir eine  Ägypten-Reise gegönnt: Erst Kairo und Umgebung, anschließend Nil-Kreuzfahrt.

Ganz am Anfang standen natürlich die Pyramiden von Gizeh und der Große Sphinx – und natürlich das (alte) Ägyptische Museum. Außerdem haben wir noch die älteste Pyramide besucht.

Auch das koptische Kairo haben wir ein bisschen erkunden dürfen.

Ein besonderer Höhepunkt war die riesige Tempelanlage von Karnak


Den Horus-Tempel und Kom Ombo habe ich leider nicht besuchen können, weil mich eine heftige Erkältung erwischt hatte. Die Fahrt zum Isis-Tempel am nächsten Tag war aber wieder möglich.

Am folgenden Tag mussten wir sehr früh aufstehe, denn schon kurz nach 4.00 Uhr sind wir zu einer Fahrt durch die Wüste nach Abu Simbel aufgebrochen.

Fahrt mit der Feluke und das Land der Nubier:

Einmal drehen und zurück geht’s…

… weiter Tal der Könige und zum Tempel der Hatshepsut.

Den Abschluss bildet der Besuch des Luxor Tempel.

 

Das Geschenk einer überraschenden Begenung

Auf dem Weg zu einer Urlaubsreise erwartet man gewöhnlich, dass die spannendsten Begegnungen am Reiseziel stattfinden. Mir ging es Anfang Mai auf dem Weg nach Ägypten nicht anders. Vom Abflughafen Frankfurt habe ich lediglich erwartet, viel suchen und mich um viel kümmern zu müssen.

Nachdem ich den zuständigen Schalter für den Check-in endlich gefunden habe, sah ich zwei koptische Priester dort sitzen, die ebenfalls darauf warten, einchecken zu können. Unsere Blicke trafen sich, und der freundliche, wohlwollende Blick ermutigte mich, die beiden anzusprechen. Es hat sich ein sehr freundliches und interessiertes Gespräch ergeben, erst recht, als sie feststellten, dass ich als Deutsche zu einer ihrer Schwesterkirchen gehöre. Ich zeigte den Priestern auch meine beiden koptischen Ikonen, die ich in Kairo mit in die Sergios-und-Bakchos-Kirche mitnehmen wollte – eine sehr alte Kirche an dem Ort, an dem die Heilige Familie während Ihrer Flucht vor König Herodes drei Monate gelebt hat.

Die beiden nannten mir dann ihre Namen. Abuna Deuscoros gab mir auch seine Visitenkarte und bat Abuna Johannes, noch ein Foto zu machen – natürlich mit den Ikonen. Schließlich erfuhr ich, dass ich gerade mit dem künftigen Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche für Süddeutschland spreche. Er wollte mit derselben Maschine nach Ägypten fliegen, um dort dann später die Bischofsweihe zu empfangen.

Abuna Johannes, der Abuna Deuscoros lediglich zum Flughafen gebracht hat, wollte direkt im Anschluss weiter nach Höxter-Brenkausen zu Bischof Damian, den ich ebenfalls persönlich kenne. So klein ist manchmal die christliche Welt! Mich hat die Begegnung jedenfalls ungemein gefreut und aufgebaut.

Am 1. Juni ist der neue Bischof von Papst Tawadros II. zum Bischof geweiht worden. Die Feierlichkeiten zur Inthronisation beginnen am 28./29.06. in Mainz und setzen sich am 30.06./01.07. im Kloster in Kröffelbach fort.

Hier der entsprechende Ausschnitt aus dem Weihegottesdienst:

 

Rückblick auf eine wunderbare Armenienreise

Nach meiner Armeniereise im Mai diesen Jahres „musste“ ich jetzt im Herbst unbedingt nochmal hin. Ich wolllte gerne an der Myronweihe teilnehmen und endlich die Kathedrale in Etschmiadsin von innen sehen, die so lange wegen Renovierung geschlossen war.

Unser Bischof hat freundlicherweise vermittelt, dass ich mich einer Gruppenreise der Armenischen Kirche in Österreich anschließen konnte. Sonst wäre das für mich nicht möglich gewesen.

Hier meine Eindrücke, die ich bereits auf Facebook geteilt habe:

Lavash – Immaterielles Weltkulturerbe

Während meiner Armenienreise hat unsere Gruppe auch zusehen dürfen, wie höchst routiniert auf traditionelle Weise Lavash gebacken wurde. Das traditionelle armenische Fladenbrot gehört seit ca. 10 Jahren zum Immateriellen Weltkulturerbe – wie auch vieles weitere, was die armenische Kultur zu biten hat.

Sehr beeindruckend, beim Backen zuzusehen – und sehr lecker, im Anschluss davon zu essen.

 

Dinge mit Geschichte(n) – ein behauener Tuffstein aus Armenien

Armenien wird manchmal auch als „Land der Steine“ bezeichnet. Das mag an den steinigen Halbwüsten liegen, am vulkanische Gestein der Gebirge, am Vorkommen an (Halb)Edelsteinen oder an den omnipräsenten Kreuzsteinen (Խաչքար / Khach’k’ar). Armenien ist also im übertragenen Sinne „steinreich“.

Weil es an einem ursprünglich geplanten Programmpunkt bei  meiner kürzlichen Armenienreise ein Problem mit Hochwasser gab, machten wir als Alternativprogramm einen Besuch bei einem Künstler, der hauptsächlich diese Kreuzsteine herstellt und zwar mit filigransten Werkzeugen.

Bogdan Hovannisian, so heißt der Künstler, stellt aber nicht nur Kreuzsteine her, sondern auch andere Skulupturen, Malereien und Zeichnungen – häufig im gläubigen Kontext.

Sowohl kleinere verzierte Steine als auch die Bilder konnte man käuflich erwerben. Darum habe ich mir auch einen der Steine als Erinnerung mitgenommen.

Außerdem ist Bogdan Hovannisian ein echter Entertainer. Es gab nicht nur was für die Augen, sondern auch was auf die Ohren.

Vor allem aber hatte er uns ermutigt, selbst mit ihm mitzusingen.

Nachdem unsere Reiseleiterin verraten hat, dass ich auch in einem armenischen Chor singe, musste ich ebenfalls mit ihm gemeinsam „ran“, wenn auch nur summend, weil ich den Text nicht auswendig kann.

Kurz gesagt: Wir hatten großen Spaß! Und deshalb habe ich so viel Freude an dem erworbenen Stein.

Gründonnerstag – zwei biblische Orte

»Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir’s essen. Sie aber fragten ihn: Wo willst du, dass wir’s bereiten? Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, schön ausgelegt; dort bereitet das Mahl.« (Lk 22, 8-12)

»Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!« (Lk 22, 39-42)


Fotos: Israel-Wallfahrt Ostern 2023

Von der Adoption zweier „unberührbarer“ Katzen

Zitat

Seit 18 Jahre lebe ich nun zum erstem Mal wieder mit Katzen zusammen. Vorher hatte ich nur eine sehr kleine Wohnung (44 qm), hätte nur eine Katze haben dürfen und war ständig außer Haus – keine guten Bedingungen! Seit Juni 2023 lebe ich aber in einer 72qm-Eigentumswohnung und kann an 3 von 5 Tagen zuhause arbeiten. Also bin ich im Tierschutz auf die Suche nach zwei pelzigen Mitbewohnern gegangen, vorzugsweise welche, die bereits zusammen vermittelt werden sollen.

Fündig geworden bin ich beim „Katzenschutzbund Köln e.V.“. Hier waren zwei Katzen zu aufgeführt, die wegen ihreres scheuen Charakters nicht so ganz einfach zu vermitteln waren. Ich habe mich irgendwie gleich in die beiden „verguckt“, wobei natürlich auch die Tatsache mitspielte, dass es zwei ausgesprochen hübsche Tiere waren. Trotzem war ich nicht blauäugig, was mich erwartet. Die Website des Vereins hat es ebenfalls sehr klar gemacht: „Vorab Info an alle Interessenten: hierbei handelt es sich um 2 sehr scheue Tiere, die sich auf der Pflegestelle sehr gut angefreundet haben und wir diese Freundschaft nicht auseinanderreißen möchten (Gründe dazu in der Beschreibung). Daher suchen wir ein ruhiges Zuhause ohne Kinder und mit Menschen, die bestenfalls schon Erfahrung mit scheuen Tieren haben. Die neuen Dosis sollen entspannt sein, viel Geduld aufbringen, gerne Zeit investieren, sich über jeglichen Kleinstfortschritt freuen können und dadurch weiter motivieren lassen. Wir sind überzeugt davon, dass sich die beiden im eigenen Zuhause noch gut entwickeln werden.“ Obwohl ich zwar Erfahrung mit Katzen habe, aber nicht mit scheuen, habe ich mich für die beiden Süßen beworben.

Der Kontakt mit der Pflegestelle war sehr angenehem, aber ich musste den Umzug immer weiter verschieben. Ich bin zwar schon Mitte Juni in die noch unrenovierte Wohnung umgezogen, doch die Renovierungsarbeiten zogen sich sehr lange hin. Erst Mitte November war der letzte Raum gestrichen und ein Umzug für die Plüschpfoten denkbar. In der Zwischenzeit bin ich dreimal zur Pflegestelle gefahren, um Kontakt mit den Miezen aufzunehmen, aber nur beim letzten Mal habe ich mehr zu sehen bekommen als zwei Paar Ohren und Augen in der Kiste unterm Bett. Anfang Dezember hat dann endlich doch – mit vielen Hindernissen – der Umzug stattfinden können.

In den ersten Tagen konnte ich mir nicht einmal sicher sein, dass tatsächlich beide Katzen in meiner Wohnung sind. Ich hatte wirklich die Befürchtung, eine Katze hätte sich zwischenzeitlich verdrückt, weil ich keinerlei Anzeichen von ihr habe finden können. Zum Glück konnte ich sie dann aber unter einem Schrank entdecken. Erst drei Wochen nach dem Umzug haben sich die beiden Süßen – pünktlich zum (westlichen) Weihnachtsfest – bei mir etwas entspannter gezeigt.

Soooo doof scheint das neue Frauchen also nicht zu sein. Ich freue mich sehr über die Fortschritte, und dass es den Katzen offenbar in dieser Konstellation gut geht. Auch wenn sie – noch – keine Schmusekatzen sind, freue ich mich doch darüber, dass sie immer entspannter werden.

Seitdem geht es mit meinen beiden Miezen voran: Leckerlis werden mittlerweile direkt aus der Hand genommen, der Kater lässt sich meist kraulen, während er die abendlichen Leckerlis aus der offenen Hand verspeist, die Katze nimmt die Leckerlis nun auch direkt aus der Hand – mittlerweile alles auch auf dem Sofa direkt neben mir.

Auch wenn ich hin und wieder den Kater kraulen kann, möchte ich immmer noch nicht wissen, wie ich mit beiden umgehen soll, wenn sie zum Tieraerzt müssen. Trotzdem ist es schon unfassbar schön, was jetzt bereits möglich ist.

 

Richtung Osten …

Nicht wenige haben es schon geahnt, manche sogar noch lange vor mir selbst, dass ich mich irgendwann ganz der Armenischen Apostolischen Kirche anschließen würde. Ich habe mich nun also im doppelten Sinne neu orient-iert.

Seit über vier Jahren habe ich schon engen Kontakt zur Kölner Gemeinde in Niehl. Seit etwa zwei Jahren singe ich im Chor der Gemeinde und habe spätestens seitdem endgültig den Gaststatus verlassen. Die Konversion findet allerdings nicht deshalb statt, weil hier alles „so nett“ ist. Ich hätte das bequem so weiterlaufen lassen können wie bisher. Als Katholikin war ich ohne Abstriche in der Gemeinde willkommen. Aber mein theologisches Denken hat sich in einigen Punkten gewandelt. Die sich anbahnenden Umbrüche in der Römischen Kirche haben es mir dann zusätzlich erleichtert, diesen Schritt zu gehen.

Vorgestern, am 08.10.2023, war es dann so weit: Ich bin – mit Zustimmung und Segen des Armenischen Bischofs – in die Armenische Kirche aufgenommen worden. Da die Kirche die Taufe und Firmung anerkennt, geschah die Aufnahme im Anschluss an die Liturgie durch einen Ritus, der in etwa unsere westlichen Tradition der Tauferneuerung enthält, dann Vaterunser, (sehr ausführliches) Glaubensbekenntnis, (sehr ausführliches) Schuldbekenntnis mit Absolution, verschiedene Segnungen und schließlich die Kommunion – und natürlich noch eine Ansprache und das Gruppenfoto.

Sehr dankbar bin ich für die Gemeinde, die mich sehr herzlich aufgenommen hat und für die Freunde, die diesen Schritt begleitet haben. Einer dieser Freunde kommentierte dazu: „… mit der Anwesenheit von byzantinischen und lateinischen Kirchenangehörigen war heute die gesamte Kirche von Ost und West anwesend“.

Gruppenfoto mit Pfarrer und Freunden (leider fehlt hier der, der das Foto gemacht hat)
… und einzelner Dame 🙂


Hier noch ein paar Eindrücke aus der Gemeinde:

Liturgie der Armenischen Kirche


„Tag der offenen Tür“ im Sommer diesen Jahres

Dinge mit Geschichte(n) – ein ungeplantes Tattoo

Auch wenn es kein „Ding“ ist, hat es doch seine Geschichte – mein Tattoo eines (armenischen) Kreuzes, mit dem ich selbst nie gerechnet hätte.

Im April – zum orthodoxen Ostertermin – habe ich eine Israelwallfahrt mit einer fast ausschließlich armenischen Gruppe gemacht. Die Armenische Kirche feiert eigentlich nur im Patriarchat von Jerusalem das Osterfest zum orthodoxen Termin, sodass wir es alle im Prinzip zum zweiten Mal gefeiert haben.

Am Mittwoch der (orthodoxen) Karwoche kam in den Gesprächen plötzlich das Thema Tattoo-Studio auf. Einige hatten wohl Kontakt mit einem Studio im armenischen Viertel aufgenommen und einen Termin erbeten. Jetzt sollte eine Liste erstellt werden, wer zu diesem Termin am letzten Tag unseres Aufenthaltes ein (Kreuz)Tattoo wollte. Von einem früheren Termin wurde uns abgeraten, weil wir noch zum Toten Meer wollten. Frisches Tattoo und Salz-Lake ist gar keine gute Kombination!

Die Nachfrage hatte mich völlig überrumpelt, denn ich konnte absolut nicht nachvollziehen, warum es jetzt plötzlich um Tätowierungen ging. Ich habe mich jedenfalls nicht mit auf die Liste setzen lassen.

Aber das Thema hatte sich dennoch in meinem Kopf festgesetzt. Eine Tätowierung aus einer Gruppendynamik heraus ist aber eine ziemlich schlechte Idee. Also habe ich mir Zeit genommen, darüber nachzudenken und mich auch mit einem guten Freund zu besprechen: „Lasse ich mich durch die Gruppendynamik motivieren?“ – „Was ist, wenn wir als Christen unter Druck geraten sollten und ich mich dadurch angreifbar mache?“

Dann habe ich mich an die koptischen Christen erinnert, die tatsächlich jetzt bereits unter Druck stehen und ihren Glauben auch durch ein gut sichtbares Tattoo bekennen. Im Laufe des Sonntags wurde mir dann klar, dass ich das doch machen möchte – wenn noch ein Platz auf der Liste frei wäre. Nun, er war frei, weil einige die Tätowierung doch noch vorgezogen haben. Also habe ich mich am vorletzten Tag entschlossen, mir am letzten Abend in Jerusalem ein Tattoo stechen zulassen:

 

Erst im Nachgang habe ich erfahren, dass es offenbar eine sehr alte Tradition ist, sich bei einer Jerusalemwallfahrt ein Kreuz tätowieren zu lassen. In der armenischen Kirche ist jemand, der eine Wallfahrt nach Jerusalem gemacht hat jemand, der den Tod gesehen hat (wegen der Gefahren). Hier und auch in anderen östlichen Kirchen ist es völlig normal, sich in Jerusalem tätowieren zu lassen. Im Nachhinein haben mir armenische und auch orthodoxe Christen ihre entsprechenden Tattoos gezeigt. Auch ein älterer katholischer Priester hat kommentiert: „Es gibt also noch die alte Tradition in Jerusalem. Gottes Segen!“

Damit wurde ich also – ohne es vorher zu wissen – Teil einer größeren ökumenischen Gemeinschaft, die eine jahrhundertelange Tradition weiterführt. Das macht mir diese Tätowierung noch einmal deutlich wertvoller.

Im Übrigen ist sie auch ein Zeichen, das mich nochmal stärker mit der Armenischen Kirche verbindet, mit der ich mich zunehmend identifiziere.

Anmerkung: Ja, die Tätowierung war schmerzhaft, aber lange nicht so sehr, wie ich mir das vorgestellt hätte.

 

Dinge mit Geschichte(n) – eine koptische Ikone

'Flucht nach Ägypten' - Kopitische Ikone

Passend zum heutigen Gedenktag der Unschuldigen Kinder:

Im Sommer, bei meinem letzten Aufenthalt im koptischen Kloster in Höxter-Brenkhausen, habe ich im Klosterladen diese handgemalte Ikone der ‚Flucht nach Ägypten‘ gesehen. Sie hat mich sofort angesprochen, weil sie für uns hier eine recht ungewöhnliche Darstellung ist, aber doch gut mit dem korrespondiert, wie diese wichtige biblische Episode sonst dort im Kloster dargestellt wird.

Ich habe die Gelegenheit nicht nur genutzt, diese Ikone zu erwerben, sondern auch den Bischof gebeten, sie mir vor Ort zu segnen. Sie ist also gleich in mehrfacher Hinsicht eine Verbindung zu den koptischen Glaubensgeschwistern.

»Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: ‚Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.’« (Matthäusevangelium 2, 13-15)


Weitere Darstellungen im Kloster – innerhalb und außerhalb der Kapelle:


Außerdem habe ich mir gleichzeitig dort noch eine Ikone des hl. Erzengels Michael zugelegt und ebenfalls direkt vor Ort segnen lassen.

Dinge mit Geschichte(n) – koptische Kreuze

…erst eines selbst gekauft und dann eines geschenkt bekommen. 🙂

Bei meinem Urlaubsaufenthalt im koptisch-orthodoxen Kloster in Brenkhausen habe ich mir als Zeichen der Verbundenheit ein koptisches Kreuz gekauft. Der Aufenthalt, die Begegnungen mit Bischof Damian und das herzliche Willkommen haben mich so beeindruckt, dass es mir wichtig war, auf diese Weise auch die koptische Kirche im Blick zu behalten. Es war mir aber klar, dass ich es nicht tragen würde, denn dafür ist es deutlich zu groß. Ich käme mir sonst vor wie mit einem bischöflichen Pektorale.

Beim Klostermarkt Dalheim Ende August bin ich Bischof Damian wieder begegnet. Das koptische Kloster hatte dort auch einen Stand und der Bischof war länger als sonst selbst dabei geblieben. An diesem Stand gab es kleinere koptische Kreuze in verschiedenen Farbkombinationen zu kaufen – auch in derselben Kombination wie mein bereits erworbenes. Als ich mir das dann während unseres Gespräches kaufen wollte, hat es mir der Bischof kurzerhand geschenkt. Es passte von der Größe und von der Länge des Bandes genau zu mir. Dieses bischöfliche Geschenk trage ich nun sehr gerne.

Im Kloster in Brenkhausen hängt zur besonderen Art der koptischen Kreuze diese Erklärung:


Das koptische Kreuz

Ein koptisches (Ägyptisches) Kreuz besteht aus Leder.

Um Leder zu gewinnen, muß ein Tier geschlachtet werden; also ein Symbol für die Opferung Jesus Christus.

Wir tragen Kreuze weder aus Gold noch aus Silber, um die Gefühle armer Menschen nicht zu verletzten oder zu provozieren.

Am Ende jeden Armes des Kreuzes finden sich drei Kreise; die erinnern an die Dreifaltigkeit.

Jedes Kreuz trägt an seinen Enden also insgesamt 12 Kreise; die erinnern an die zwölf Apostel.

In der Mitte des Kreuzes sind vier Kreise vorhanden; sie erinnern an die vier Evangelisten.

Das Koptische Kreuz hat kein Corpus (Kruzifix), weil wir an die Auferstehung glauben.

Das Kreuz wird von den Mönchen und Nonnen geflochten, im Rahmen Ihrer Aktivität „Ora et Labora“.

Das Kreuz ist für uns kein Leidenszeichen, sondern ein Siegszeichen.

Wir tragen das Kreuz als Segen, Bekenntnis, Schutz und Teil unserer christlichen Identität.

Das Kreuz hängt an den höchsten Stellen unserer Kirchenkuppen, Glockentürme oder an den Spitzen der Ikonenwände in der Kirche.


 

Dinge mit Geschichte(n) – Eine besondere Kerze

Vor ziemlich genau 6 Jahren habe ich meine erste Kerze selbst verziert. Aber das ist nicht das, was diese Kerze zu einer besonderen Kerze macht. Sie markiert eine entscheidende Station auf meinem Weg, denn heute vor 6 Jahren wurde ich als Schwester Hannah endgültig in die Hochkirchliche St.-Johannes-Bruderschaft aufgenommen.

Hier sind Wege zusammen gelaufen, von denen ich vorher gedacht hätte, dass sie sich nur schwer miteinander verbinden lassen. Und sie gehen weiter in Richtungen, die ich mir zu der Zeit noch überhaupt nicht hätte vorstellen können.


 

Mehr dazu:

 


 

Besuch im Koptisch-Orthodoxen Kloster

In meinem diesjährigen Urlaub habe ich einige Tage in Höxter-Brenkhausen verbracht, und zwar im Koptisch-Orthodoxen Kloster mit angeschlossenem Gästehaus. Nachdem mich die letzten Wochen ziemlich erschöpft hatten, freute ich mich auf eine hoffentlich unkomplizierte Zeit und hoffentlich interessante Begegnungen. Um es vorweg zu nehmen: Beides hatte ich!

Die Hinfahrt war allerdings erst einmal ziemlich mühsam. Statt der geplanten 3 Stunden Fahrt brauchte ich ganze 6 Stunden – zweieinhalb Stunden Stau und eine halbe Stunde weiträumige Umleitungen in Höxter haben meine Fahrzeit verdoppelt. Nachdem ich so verspätet angekommen bin, habe ich aber dennoch eine kurze Führung durchs Kloster bekommen, bei der ich mir einen kurzen Eindruck verschaffen konnte. Die Malereien in den Gängen habe ich gleich mal abgelichtet und der Bischof hat angeboten, mich vor der Wandmalerei im Refektorium zu fotografieren.

Übernachtet hatte ich in einem Einzelzimmer im Gästehaus, das Frühstück gab’s aber jeden Morgen im Kloster. Gleichzeitig war auch eine Kindergruppe im Kloster zu Gast. Deshalb wurde jeden Morgen die Liturgie gefeiert und ich hatte Gelegenheit daran teilzunehmen. Überhaupt habe ich mich dann doch relativ häufig in der Kapelle aufgehalten.

Die Taufkapelle:

Eigentlich hatte ich ja geplant, von Brenkhausen aus einige Ausflüge zu machen. Dann habe ich es aber doch so genossen, einfach vor Ort zu sein, die Gastfreundschaft zu genießen und mich auf das Leben vor Ort einzulassen, dass ich einfach dageblieben bin. Nur einen kurzen Besuch in einem Klosterladen in der Umgebung habe ich gemacht.

Am Sonntagnachmittag bin ich dann aber doch einmal weggefahren. Da habe ich nämlich einen Facebook-Freund treffen können, den ich bisher noch nicht persönlich kennen gelernt habe. Der entspannte Nachmittag passte genau in mein Erleben der Tage davor.

Für mich waren es rundum wohltuende Tage, wie ich sie gerade jetzt dringend gebraucht habe. Vor allem die herzliche und unkomplizierte Art waren für mich genau richtig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein einziger Besuch dort bleiben wird.

Link zum Kloster: https://www.koptisches-kloster-brenkhausen.com

Und hier einige der Bilder nochmal in einem kleinen Video:

Dinge mit Geschichte(n) – Anti-Kalenderspruch

Während einer mehrwöchigen Reha habe ich dieses Bild fabriziert. Damit habe ich einen Spruch ins Bild gesetzt, den ich schon vor längerer Zeit geprägt habe.

In der konkreten Situation dort in der Klinik sind mir die omnipräsenten Kalenderspruchweisheiten irgendwann gewaltig auf die Nerven gegangen. Ich mag es nicht besonders, mit Durchhalteparolen und bemüht positven Botschaften anhaltend „beglückt“ zu werden. Darum habe ich beim abendlichen Kreativangebot diesen Spruch als Anti-Kalenderspruch umgesetzt.

In der gerade bestehenden Situation bekommt er leider eine neue Aktualität, denn gerade droht einer der Stühle unter mir weggezogen zu werden – nämlich durch die rigorose Ausgrenzung der traditionellen Liturgieform und Gefährdung der mit ihr verbundenen Gemeinschaften. Ein wesentlicher Teil meiner geistlichen Heimat ist bedroht.

Lesenswert dazu: Nein zur alten Messe: Papst Franziskus stösst einen Entscheid seines Vorgängers um und gefährdet damit die Autorität des Amts

In den dazugehörenden Diskussionen und Publikationen stelle ich zudem fest, dass ich auch da zwischen allen Stühlen sitze – und mit meiner Positionierung gerade „Prügel“ von mindestens drei sehr verschiedenen Seiten kassiere.

Und dabei fällt mir zunehmend auf, dass meine innere Kehrseite offenbar an Breite nicht mit der körperlichen mithalten kann. Also hoffe ich mal auf das Ausbleiben einer dadurch bedingten Schieflage.