Armenienreise 2026 – Abschluss

Wo ist bloß die Zeit hin? Ich kann kaum glauben, wie schnell der letzte Tag der Reise gekommen ist.

Unser Weg führte uns zuerst zum Kloster Geghard, das zum Teil in den Felsen gehauen ist. Den Anfang der Liturgie habe ich noch mitbekommen. Ansonsten gab es viel zu sehen.

 

Auf dem Gelände des Sonnentempel Garni, war von einer ruhigen Besichtigung nicht zu reden. Vor dem Tempel war eine Bühne aufgebaut und das Gelände war voller Schulklassen. Ich kenne den Tempel allerdings schon.

Direkt in der Nachbarschaft des Tempels durften wir dann zuschauen, wie traditionell Lavash gebacken wird und konnten das frische Brot gleich verkosten.

Zurück in Yerevan haben einige von uns das Historische Museum besucht. Ich selbst habe die Zeit lieber genutzt, mich ausgiebig auf dem Vernissage Markt umzusehen und einige Mitbringsel zu kaufen – vor allem für mich selbst .

Als Gruppe haben wir den Tag dann beim Abschiedsessen ausklingen lassen. Ich finde, ich hatte mit der Gruppe und der Reiseleiterin wirklich Glück. Die Tage sind wie im Flug vergangen und waren durchweg harmonisch.

Armenienreise 2026 – viel Gegend!

in Armenien gibt es definitiv viel Gegend. Außerhalb der kulturellen Sehenswürdigkeiten gibt es auch wunderbare Landschaften.

Armenienreise 2026 – Klöster, Wein und Brandy

Am 5. und 6. Tag unserer Reise stehen die Klöster Khor Virap, Noravank, Saghmosavank und Hovannavank auf dem Programm – außerdem Wein- und Brandyverkostung.

29. Mai 2026

Der Weg am Morgen führt uns zum zum Kloster Khor Virap, das so nahe wie Möglich am Berg Ararat liegt. Hier wurde Gregor der Erleuchter festgehalten, bevor durch ihn König Trdat bekehrt wurde und Armenien zum ersten Land mit christlicher Staatsreligion wurde – also eine der Wiegen der armenischen Kirche.

Direkt im Anschluss haben wir das Kloster Noravank (Neues Kloster) besucht, einer meiner Lieblingsorte in Armenien.

Den Besuch im 600 Jahre alten Weinkeller in den Areni-Höhlen habe ich mir verkniffen, Weil ich ihn bei einem früheren Besuch schon gesehen habe.

Die freie Zeit am Abend habe ich für einen Spaziergang durch Yerewan genutzt. Ich wollte gerne das öffentliche Tanzen am Kaskade-Komplex sehen, dass an jedem letzten Freitag im Monat stattfindet, außerdem die allabendlichen Licht- und Wasserspiele auf dem Platz der Republik.

30. Mai 2026

Zuerst haben wir ein 33 Meter hohes dreidimensionales Kreuz angeschaut, das aus 1725 Kreuzen aus Metallrohren besteht – so viele Kreuze wie Armenien Jahre als christliches Land hat. Jedes Jahr kommt eines dazu. Wegen der Rohre erzeugt der Wind Geräusche, die an das armenische Instrument Duduk erinnern.

In direkter Nachbarschaft befindet ein Gelände, das dem Armenischen Alphabet gewidmet ist – ein beliebter Ausflugsort für Schulklassen.

Die ursprünglich geplante Besichtigung der Festung Amberd haben wir nicht  gemacht, weil sie derzeit komplett in Gerüsten ist. Stattdessen haben wir erst einmal das Kloster Saghmosavank (Psalmenkloster) besucht.

Nicht weit davon steht das Kloster Hovannavank, das Johannes dem Täufer gewidmet ist.

Nach dem Mittagessen mit Weinverkostung besuchten wir die Genozidgedenkstätte, weil wir vorher keine Gelegenheit hatten.

Zum Programmabschluss haben dei Ararat-Brennerei besuch, mit anschließender Brandy-Verkostung

Armenienreise 2026 – zwei Tage im Süden des Landes

Den dritten und vierten Tag der Reise haben wir im Süden des Landes verbracht, mit einer Übernachtung und Dzoraget.

27. Mai 2026

Nach dem Auschecken ging die Fahrt zum Sewansee, einem 1900 m hoch gelegenen See von der doppelten Größe des Bodensees. Um das Kloster Sewanavank zu erreichen muss man aber erst einmal 232 Stufen bewältigen. Die mühe wird aber belohnt mit einer wunderbaren Aussicht.

Von dort aus ging es weiter in die „Schweiz Armeniens“ zum Kurort Dilijan. Vegetation und Baustil haben hier tatsächlich etwas von der Schweiz. Hier kann man auch die Verkaufsstände von Künstlern besuchen und hochwertige Souveniers kaufen. Danach ging es wieder zu einem reichhaltigen Mittagessen.

Oberhalb der Stadt Alaverdi liegt das Kloster Haghpat. Die Ausmahlung ist noch teilweise erhalten. Hier gibt es auch einen der seltenen Kreuzsteine, die den Gekreuzigten zeigen. Sie heißen „Amenaprgitsch“ (Allerlöser) und es gibt nur insgesamt 16 von Ihnen. In der ehemaligen Bibliothek sieht man die Löcher im Boden, die Gefäße beherbergen in denen teils Schriften in Sicherheit gebracht werden konnten und teils Wein aufbewahrt wurde, die gleichzeitig die Feuchtigkeit reguliert hat.

28. Mai 2026

Nach der Übernachtung in Dzoraget haben wir das Atelier von Meister Bogdan besucht, der Kreuzsteine fertigt aber auch sonst künstlerisch tätig ist. Vor zwei Jahren war ich schon einmal da und habe darüber auch ein bisschen mehr geschrieben.

Es folgen der Besuch einer ehemaligen Festung, die jetzt Veranstaltungsort ist und Mittagessen im Fischrestaurant.

Am Nachmittag sind wir zur Stadt Gyumri gefahren. Vor zwei Jahren hatte ich keine Gelegenheit, die Erlöserkirche dort zu sehen, deshalb habe ich mich auf sie beschränkt.

Anschließend ging es zur St. Gregor Kathedrale in Aruch, bevor wir wieder nach Jerewan zurückgefahren sind.

Armenienreise 2026 – erste Tage

Seit dem (sehr) frühen Montagmorgen bin ich jetzt wieder in Armenien. Weil ich die gleiche Reise schon vor genau zwei Jahren schon einmal gemacht hatte, wollte ich eigentlich gar nicht so viel bei der Gruppe, sein, sondern an den verschiedenen Orten eher unabhängig unterwegs sein. Letztlich bin dann aber doch bei der Gruppe geblieben, weil vieles einfach mit ganz anderer Gewichtung erklärt wurde. Außerdem ist unsere Gruppe mit der Mindestzahl von 4 Personen super klein und auch sehr unkompliziert.

25. Mai 2026

Nach der Ankunft mitten in der Nacht und einigen wenigen Stunden Schlaf haben wir erst einmal die Stadt Yerevan erkundet: Platz der Republik, Denkmal „Mutter Armenien“, Kascade-Komplex und Blaue Moschee.

Am Abend konnten wir ein großzügiges Willkommensessen genießen.

26. Mai 2026

Am zweiten Tag ging es zum Herzen der armenisch-apostolischen Kirche nach Etschmiadsin. Die Kathedrale ist nach langen Jahren der Schließung wegen Renovierungsarbeiten im Herbst 2024 endlich wiedereröffnet und neu geweiht worden. Leider ist seitdem das fotografieren im Inneren verboten.

Die Schatzkammer haben wir auch besucht, obwohl das nicht Teil des vorgesehenen Programms war. Hier wird die heilige Lanze aufbewahrt und viele Rerliquiare, darunter einige Kreuzreliquien.

In der Nähe steht die Kirche der hl. Hripsime, einer bedeutenden Heiligen der armenischen Kirche.

Neben der Kathedrale von Etschmiadsin ist auch die Ruine von Zvartnots Weltkulturerbe. Einenglischsprachiger Wikipediaartikel zeigt sehr schön, welche riesigen Ausmaße der Kirchenbau hatte.

Den Abschluss des ereignisreichen Tages bildete ein Besuch im Handschriftenmuseum (Matenadaran) mit seinen Zeugnissen der großen Kulturleistungen der Armenier.

Interessant für mich als Sängerin der Gregorianik: Im Armenischen gab es schon ca. 100 Jahre vor der Lateinischen Kirche, die „Khazen“, ein Pendant zu unseren Neumen.

Impressionen einer Ägypten-Reise

In diesem Jahr habe ich mir eine  Ägypten-Reise gegönnt: Erst Kairo und Umgebung, anschließend Nil-Kreuzfahrt.

Ganz am Anfang standen natürlich die Pyramiden von Gizeh und der Große Sphinx – und natürlich das (alte) Ägyptische Museum. Außerdem haben wir noch die älteste Pyramide besucht.

Auch das koptische Kairo haben wir ein bisschen erkunden dürfen.

Ein besonderer Höhepunkt war die riesige Tempelanlage von Karnak


Den Horus-Tempel und Kom Ombo habe ich leider nicht besuchen können, weil mich eine heftige Erkältung erwischt hatte. Die Fahrt zum Isis-Tempel am nächsten Tag war aber wieder möglich.

Am folgenden Tag mussten wir sehr früh aufstehe, denn schon kurz nach 4.00 Uhr sind wir zu einer Fahrt durch die Wüste nach Abu Simbel aufgebrochen.

Fahrt mit der Feluke und das Land der Nubier:

Einmal drehen und zurück geht’s…

… weiter Tal der Könige und zum Tempel der Hatshepsut.

Den Abschluss bildet der Besuch des Luxor Tempel.

 

Rückblick auf eine wunderbare Armenienreise

Nach meiner Armeniereise im Mai diesen Jahres „musste“ ich jetzt im Herbst unbedingt nochmal hin. Ich wolllte gerne an der Myronweihe teilnehmen und endlich die Kathedrale in Etschmiadsin von innen sehen, die so lange wegen Renovierung geschlossen war.

Unser Bischof hat freundlicherweise vermittelt, dass ich mich einer Gruppenreise der Armenischen Kirche in Österreich anschließen konnte. Sonst wäre das für mich nicht möglich gewesen.

Hier meine Eindrücke, die ich bereits auf Facebook geteilt habe:

Lavash – Immaterielles Weltkulturerbe

Während meiner Armenienreise hat unsere Gruppe auch zusehen dürfen, wie höchst routiniert auf traditionelle Weise Lavash gebacken wurde. Das traditionelle armenische Fladenbrot gehört seit ca. 10 Jahren zum Immateriellen Weltkulturerbe – wie auch vieles weitere, was die armenische Kultur zu biten hat.

Sehr beeindruckend, beim Backen zuzusehen – und sehr lecker, im Anschluss davon zu essen.

 

Dinge mit Geschichte(n) – ein behauener Tuffstein aus Armenien

Armenien wird manchmal auch als „Land der Steine“ bezeichnet. Das mag an den steinigen Halbwüsten liegen, am vulkanische Gestein der Gebirge, am Vorkommen an (Halb)Edelsteinen oder an den omnipräsenten Kreuzsteinen (Խաչքար / Khach’k’ar). Armenien ist also im übertragenen Sinne „steinreich“.

Weil es an einem ursprünglich geplanten Programmpunkt bei  meiner kürzlichen Armenienreise ein Problem mit Hochwasser gab, machten wir als Alternativprogramm einen Besuch bei einem Künstler, der hauptsächlich diese Kreuzsteine herstellt und zwar mit filigransten Werkzeugen.

Bogdan Hovannisian, so heißt der Künstler, stellt aber nicht nur Kreuzsteine her, sondern auch andere Skulupturen, Malereien und Zeichnungen – häufig im gläubigen Kontext.

Sowohl kleinere verzierte Steine als auch die Bilder konnte man käuflich erwerben. Darum habe ich mir auch einen der Steine als Erinnerung mitgenommen.

Außerdem ist Bogdan Hovannisian ein echter Entertainer. Es gab nicht nur was für die Augen, sondern auch was auf die Ohren.

Vor allem aber hatte er uns ermutigt, selbst mit ihm mitzusingen.

Nachdem unsere Reiseleiterin verraten hat, dass ich auch in einem armenischen Chor singe, musste ich ebenfalls mit ihm gemeinsam „ran“, wenn auch nur summend, weil ich den Text nicht auswendig kann.

Kurz gesagt: Wir hatten großen Spaß! Und deshalb habe ich so viel Freude an dem erworbenen Stein.

Besuch im Koptisch-Orthodoxen Kloster

In meinem diesjährigen Urlaub habe ich einige Tage in Höxter-Brenkhausen verbracht, und zwar im Koptisch-Orthodoxen Kloster mit angeschlossenem Gästehaus. Nachdem mich die letzten Wochen ziemlich erschöpft hatten, freute ich mich auf eine hoffentlich unkomplizierte Zeit und hoffentlich interessante Begegnungen. Um es vorweg zu nehmen: Beides hatte ich!

Die Hinfahrt war allerdings erst einmal ziemlich mühsam. Statt der geplanten 3 Stunden Fahrt brauchte ich ganze 6 Stunden – zweieinhalb Stunden Stau und eine halbe Stunde weiträumige Umleitungen in Höxter haben meine Fahrzeit verdoppelt. Nachdem ich so verspätet angekommen bin, habe ich aber dennoch eine kurze Führung durchs Kloster bekommen, bei der ich mir einen kurzen Eindruck verschaffen konnte. Die Malereien in den Gängen habe ich gleich mal abgelichtet und der Bischof hat angeboten, mich vor der Wandmalerei im Refektorium zu fotografieren.

Übernachtet hatte ich in einem Einzelzimmer im Gästehaus, das Frühstück gab’s aber jeden Morgen im Kloster. Gleichzeitig war auch eine Kindergruppe im Kloster zu Gast. Deshalb wurde jeden Morgen die Liturgie gefeiert und ich hatte Gelegenheit daran teilzunehmen. Überhaupt habe ich mich dann doch relativ häufig in der Kapelle aufgehalten.

Die Taufkapelle:

Eigentlich hatte ich ja geplant, von Brenkhausen aus einige Ausflüge zu machen. Dann habe ich es aber doch so genossen, einfach vor Ort zu sein, die Gastfreundschaft zu genießen und mich auf das Leben vor Ort einzulassen, dass ich einfach dageblieben bin. Nur einen kurzen Besuch in einem Klosterladen in der Umgebung habe ich gemacht.

Am Sonntagnachmittag bin ich dann aber doch einmal weggefahren. Da habe ich nämlich einen Facebook-Freund treffen können, den ich bisher noch nicht persönlich kennen gelernt habe. Der entspannte Nachmittag passte genau in mein Erleben der Tage davor.

Für mich waren es rundum wohltuende Tage, wie ich sie gerade jetzt dringend gebraucht habe. Vor allem die herzliche und unkomplizierte Art waren für mich genau richtig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein einziger Besuch dort bleiben wird.

Link zum Kloster: https://www.koptisches-kloster-brenkhausen.com

Und hier einige der Bilder nochmal in einem kleinen Video:

Allerlei Gestalten in Chorgestühlen

Nachdem ich einmal auf den Geschmack gekommen bin, faszinieren mich die Schnitzereien in alten Chorgestühlen. Kaum eine Schnitzerei gleicht der anderen.

Hier einige Beispiele aus der Kirche St. Severin (Köln), aus dem Quirinus-Münster (Neuss) und einige Bilder aus dem Museum Schnütgen (Köln):

Besuch im Bilderbuchmuseum

Der Ausflug am letzten Sonntag führte zur Burg Wissem in Troisdorf, genauer gessagt ins Bilderbuchmuseum. Zur Zeit (noch bis September) wird dort eine Ausstellung gezeigt zu Michael Ende „Die unendliche Geschichte und andere Klassiker“

Die Unendliche Geschichte:

Momo (Bilder von Friedrich Hechelmann):

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch:

Für mich persönlich interessant war, dass diese drei Bücher gerade zu der Zeit veröffentlicht bzw. populär wurden, als ich gerade im Buchhandel meine Ausblidung gemacht habe. Sie haben also mich persönlich, aber auch meinen Arbeitsalltag geprägt.

Außerdem wurden Im Bilderbuchmuseum Illustrationen ausgestellt zu Jim Knopf aber auch andere Kinderbücher und sogar Kinderkatechismen:

Das war gewiss nicht mein letzter Besuch in diesem Museum.

Besuch im Ikonenmuseum Recklinghausen

Am vergangenen Sonntag hatte ich endlich die Gelegenheit, mit einem Freund das Ikonenmuseum in Recklinghausen zu besuchen, was ich schon seit einigen Monaten auf dem Plan hatte.

Direkt im Eingangsbereich erhält man erst einmal generelle Informationen zu Ikonen und ihrer Einbindung in den liturgischen Raum – Thema Ikonostase. Außerdem findet sich dort die beeindruckende Jahresikone mit Darstellungen zu allen Festen des Jahres

Ein zweiter Raum im Erdgeschoss zeigt Christus- und Marienikonen

Im 1. Stock befinden sich Festtagsikonen …

… und Ikonen von Engeln und Heiligen

Im 2. Stock befindet sich die sogenannte Koptische Sammlung, die die Entwicklung zeigt von antiker Kunst hin zu christlichen Darstellungen

Mehr und Besseres zum Konzept kann man direkt auf der Internetseite des Ikonenmuseums nachlesen. Mir geht es hier hauptsächlich darum, etwas von der Schönheit zu teilen, die aus der Devotion erwächst und wieder in die Devotion führt.

Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, und es war sicherlich nicht mein letzter.

Weihnachtsdarstellungen aus dem Museum

Vor einiger Zeit habe ich das Museum Schnütgen besucht, in dem sakrale Kunst des Mittelalters gezeigt wird. Aus meinen Fotos habe ich hier mal ganz unterschiedliche Weihnachtsdarstellungen zusammengestellt – von einer Altarpredella über Kirchenfenster bis zur Paramentenstickerei:

Netzloser Ausflug

Geplant war gestern eine Mischung aus Wallfahrt und Ausflug. Ich konnte mich erst nicht so richtig entscheiden, wohin es gehen sollte, aber dann fiel ganz kurzfristig die Entscheidung auf das Kloster Maria Engelport in der Eifel – Fahrtzeit knapp 1,5 Stunden.

Auf dem Weg haben wir – ich war mit einem Bekannten aus der Kirchengemeinde unterwegs – am Wegesrand in einem Dorf eine kleine Kirche entdeckt, die wir uns spontan anschauen wollten. Wir erlebten eine sehr schöne Überraschung: Die Katholische Filialkirche St. Nikolaus in Brohl scheint wie aus einem Guss geblieben zu sein, zudem in einem guten Zustand. Der Hochaltar ist weiterhin in Nutzung und selbst die Kommunionbank ist in der Kirche verblieben. Eine unerwartete und sehr erfreuliche Entdeckung!

Der Versuch allerdings, den Namen der Kirche online herauszufinden oder die Entdeckung gleich der Netzwelt mitzuteilen scheiterte wegen „kein Netz“. Hier funktionierte nur die Verbindung mit dem Hausherrn der Kirche, die allerdings mit dem Smartphone inkompatibel ist.

Nach weiteren 25 Minuten Fahrtzeit durch reichlich Gegend sind wir am Kloster Maria Engelport der „Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu“ angekommen – mitten in einem schmalen Tal zwischen Gegend und noch mehr Gegend. Das erste, was wir festgestllt haben war – wie Überraschend! – „kein Netz“ :-/

Also blieben uns erst das Stöbern im kleinen Klosterladen und der Besuch in der Klosterkirche. Hier gibt es nahezu ganztägig die Möglichkeit der Eucharistischen Anbetung und täglich auch Zeitfenster mit Beichtgelegenheit. Für beides kamen wir zu einem günstigen Zeitpunkt. Die Verbindung zum Hausherrn der Kirche war jedenfalls einigermaßen störungsfrei, wenn man sich nicht von den Geräuschen der gelegentlich vorbeifahrenden Motorräder, Autos und Landmaschinen ablenken ließ. Für die Einkehr ist der Ort jedenfalls bestens geeignet. Und ein bisschen was zu fotografieren gabs auch.

Auf dem Hinweg hatten wir festgestellt, dass die Abtei Maria Laach quasi auf dem Weg liegt. Bevor wir also mitten im Nirdendwo nach einer Möglichkeit zum Mittagessen suchen wollten, haben wir uns spontan entschieden, gleich dorthin zu fahren.

Mittagessen, Kirchenbesuch, umfangreicher Einkauf im Klosterladen und in der Klostergärtnerei füllten den Nachmittag aus. Auch hier hatten wir keine Möglichkeit, die Netzwelt am Geschehen teilhaben zu lassen: „kein Netz“! Wie vorher auch gab es nur die technikinkompatible Verbindung mit dem Hausherrn der Kirche. Den Abschluss des Tages bildete nämlich die Choralvesper der Mönche.

Vor dem geistlichen Abschluss musste aber auch noch ein ganz profaner Abschluss sein. Ich habe schließlich Urlaub! 🙂

 

 

Wenn die eigene Dusseligkeit zum Glücksfall wird

Den jahreszeitbedingten Radwechsel nehme ich an meinem Auto schon seit einigen Jahren selbst vor – so auch für diesen Winter. Vor meiner Urlaubsfahrt ins Saarland und ins Allgäu habe ich aber vergessen, den Luftdruck zu prüfen und die Schrauben nach einigen Kilometern nachzuziehen. Mein Bruder und mein Neffe haben mir also angeboten, das für mich zu übernehmen.

Dabei ist dann meine zweite Dusseligkeit aufgefallen. Ich habe – wohl in einem Anfall geistiger Umnachtung – die Seiten vertauscht, so dass die Reifen entgegen der vorgesehenen Laufrichtung montiert waren. Gar nicht gut! Darum sind wir zu einer Garage gefahren, wo die beiden mir die Reifen ummontiert haben.

Und wenn mein Auto schonmal über einer Montagegrube steht, kann mein Neffe ja gleich mal einen Blick drunter und in den Motorraum werfen. Zum Glück! So ist nämlich aufgefallen, dass bei der kürzlichen Inspektion vergessen wurde, den Deckel auf den Behälter mit der Bremsflüssigkeit wieder festzuschrauben. Bei der langen, nassen Fahrt ins Allgäu hätte das böse Folgen haben können.

Ja, meine Dusseligkeit hat mich geärgert, und sie hat außerdem heftig an meinem Stolz gekratzt. Zuletzt hat sie sich aber – dank der Gründlichkeit und Hilfsbereitschaft meines Bruders und meines Neffen – als Glücksfall erwiesen.

Manchmal darf man es auch ganz handfest und unmittelbar erleben:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. (Röm 8, 28)

Besuch im Kölner Zoo

Nun lebe ich bereits seit 17 Jahren in Köln und habe tatsächlich noch nie den Zoo besucht. Am letzten Sonntag habe ich das endlich geändert. Wer an einem sonnigen Sonntag in den Zoo geht, hätte das zwar genau so gut in den Sommerferien tun können, aber trotz der Menge an Besuchern (und vor allem quirligen Kindern) war es eine lohnende Unternehmung.

Ich will jetzt gar nicht so viel dazu schreiben – nur ein paar (unnütze) Daten und ansonsten jede Menge Bilder und ein paar kleine Videos. Das spricht wohl für sich selbst.

  • knapp über 10 km mit dem Fahrrad
  • etwa 7 km zu Fuß
  • 6 Stunden im Zoo (11:15 – 17:15 Uhr)
  • insgesamt – mit Abstechern – 8 Stunden unterwegs an der frischen Luft
    (Gefahr von Frischluftvergiftung!)

Ansonsten, schaut selbst:

Clemenshof – alte Nutztierrassen:

Aquarium / Terrarium:

Und schließlich noch ein paar kleine Videos:

Aus Fratres wurden Patres

Am Freitag, 8. September 2017, dem Fest Mariä Geburt, legten zwei Fratres des Zisterzienserklosters in Bochum-Stiepel die Feierliche Profess ab: P. Alban Ganse und P. Famian Maria Vieth. Abt Maximilian aus dem Mutterkloster Heiligenkreuz nahm die Versprechen entgegen und stand dem feierlichen Pontifikalamt vor.

So weit, so erfreulich! Mit einem Mitbruder aus der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft (SJB) habe ich an diesem besonderen Pontifikalamt teilgenommen – einmal, weil einer der Fratres uns dazu eingeladen hatte, zum anderen, weil ich den zweiten Frater aus früheren Zeiten kannte. Zwar haben wir keinen Platz in den Bänken mehr finden können und „durften“ zwei Stunden lang stehen, aber dennoch war es gut, dass wir dort waren.

Besonders interessant ist die Regelung bei den Zisterziensern, dass Brüder mit feierlicher Profess mit „Pater“ angesprochen werden, unabhängig davon, ob sie Priester sind oder nicht. Abt Maximilian sagte dazu in seiner Predigt, dass der Mönch zur geistlichen Vaterschaft berufen ist und dass eine solche Vaterschaft oft vermisst wird.

Nicht ganz unwichtig für solch eine Vaterschaft ist, so will mir scheinen, was in einem der Gebete für die Professkandidaten erbeten wird:

„… Er folge keiner fremden Stimme, sondern allein der deinen, die spricht: wer mir dienen will, folge mir nach.“

Fotos von Manfred Barnabas Loevenich (Facebook-Profil):

Noch mehr Bilder auf der Website des Klosters – hier

Sehr schön waren – nebenbei bemerkt – auch die Begegnungen bei der Feier im Anschluss.

Urlaub zuhause – Regenprogramm mit Kultur

Nun ist mein Urlaub zuhause vorüber. Das Wetter in meiner Urlaubswoche war leider nur ganz am Anfang gut. Zum Glück hatte ich alle Aktivitäten, die wetterabhängig und bereits fest gebucht waren, bereits zu Beginn. Einiges, was auf meiner Ideenliste stand, konnte ich dann allerdings abhaken. Es gab aber auch Ideen, die sich bei 15°C und Regen verwirklichen lassen.

Am Dienstagnachmittag habe ich mich zum Beispiel mit meinem Laptop ins Café ecco verdrückt. Dort konnte ich in Ruhe die letzten Blogbeiträge schreiben, dabei guten Kaffee und glutenfreies Essen genießen und die reichlich vorhandenen Steckdosen sowie das freie WLAN nutzen. Als ich nach ca. drei Stunden wieder gehen wollte, kam noch ein lieber Freund dazu und wir saßen dann doch noch etwas länger …

Am Donnerstag habe ich mittags einen entspannten Besuch gemacht und bin anschließend zum Kolumba-Museum geschwommen geradelt.

Kolumba ist das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Es wurde auf und mit den Ruinen der zerstörten Kirche St. Kolumba erbaut. Das ist auch von außen deutlich zu erkennen. An der Architektur besonders markant sind die sind die schmalen, hohen Treppenaufgänge.

Im Museum kann man im unteren Bereich auch die Ausgrabungen und Überreste der Kirche besichtigen.

In Kolumba findet sich Modernes und Altes direkt beieinander. Gleich im ersten Raum wird man überrascht von Eric Hattan »Individuell« – außerdem z.B. Gemälde aus dem 20. Jahrhundert („Maisons aux toits rouge“ und andere), das Designstück „CELLA mit Küchenbaum und Einschwinger“ und die Ausstellung »Büro für Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske (die alles überdeckt)«. Zugegeben, beim Austellungsstück auf dem letzten Bild hatte ich spontan die Assoziation, dass das wohl eine „Karteileiche“ sein müsste.

Mehr noch haben es mir aber die älteren Ausstellungsstücke angetan: Bücher – „Christus in der Rast“ – Koptische Textilien, Rosenkränze und Schmuck aus mehreren Jahrhunderten – Kupferstiche zur Lauretanischen Litanei – „Geduldflaschen“ – Kulissenkarten – Andachtsbilder – Temperamalerei „Dem hl. Hieronymus erscheint die hl. Belsilla“ (15. Jahrhundert) – Archivoltenfiguren aus dem Petersportal des Kölner Domes – Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert / Elfenbein – „Madonna mit dem Veilchen“ – „Die Vier Gekrönten“ und vieles mehr …

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Direkt gegenüber dem Museum habe ich im Anschluss noch das Manufactum besucht, getreu meinem Vorsatz, mich auf Schönes und Hochwertiges zu konzentrieren. Da findet man übrigens auch viele Klosterprodukte. Außerdem hatte ich dort die Möglichkeit, bei einem leckeren Kaffee das Übelste vom Regen abzuwarten, bevor ich mit dem Rad wieder nach Hause paddeln radeln konnte.

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Urlaub zuhause – Blauer Montag

Eine Sache, die mir in den letzten Wochen sehr zu schaffen gemacht hat, waren die Baustellen und Unfertigkeiten, mit denen ich zuhause und auch am Arbeitsplatz leben musste. Das hat mir überhaupt nicht gut getan. Deshalb habe ich mir für meinen Urlaub bewusst Aktivitäten ausgesucht, bei denen ich mich mit Schönem beschäftigen kann – also nicht nur „schön“ im Sinne von „angenehm“, sondern auch im engeren Sinn von ästhetisch schön, organisiert und geordnet.

Der Montag war diesbezüglich ein echtes Highlight (hoffentlich nicht das letzte in dieser Woche). Zu den beiden bereits im Vorfeld gebuchten Veranstaltungen gehörte – neben der Party am Freitag – eine 2-stündige Schiffs-Rundfahrt mit Live Guide, genannt „Blauer Montag“. Für relativ kleines Geld haben wir uns aufwärts und abwärts des Rheins schippern lassen, während eine Stadtführerin kurzweilig interessante Infos und nette Anekdoten an den Gast brachte. Die Zusatzinformationen meines lieben Mitbruders Barnabas, der mich begleitet hat, habe ich gerne auch noch mitgenommen. Immer gut, wenn man kenntnisreiche Einheimische dabei hat!

Außerdem gab es guten Kaffee und Sonne satt. Was will ich mehr?!

Kurz vor dem Anlegen sind wir an der romanischen Basilika St. Kunibert (s. auch hier) vorbei gefahren. Ich hatte nur kurz erwähnt, dass ich da noch nie drin war, schon stand fest, wo wir anschließend hinradeln würden.

Erwähnte ich schon, dass kenntnisreiche Einheimische eine gute Begleitung bei Ausflügen und Besichtigungen sind? Ja? Nun, das gilt erst recht dann, wenn sie auch noch Kunsthistoriker sind und einen besonders guten Blick für Kirchen haben.

Kurz gesagt: Die Besichtigung von St. Kunibert war gleich das nächste Highlight!

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Weiter ging es dann zum Rosengarten im Fort X / Agnesviertel (s. auch hier). Passend dazu, dass ich mich mehr mit Schönem umgeben wollte, habe ich hier eine ruhige und gut gepflegte Anlage erleben können – Frischluft“vergiftung“ inklusive 🙂

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Zum Schluss noch miteinander einen Kaffee trinken – oder ein Eis essen – und der Ausflugstag kann in Ruhe ausklingen. Ich hatte ehrlich gesagt schon lange nicht mehr einen Tag, der mir so gut getan hätte …

Mer