Armenienreise 2026 – erste Tage

Seit dem (sehr) frühen Montagmorgen bin ich jetzt wieder in Armenien. Weil ich die gleiche Reise schon vor genau zwei Jahren schon einmal gemacht hatte, wollte ich eigentlich gar nicht so viel bei der Gruppe, sein, sondern an den verschiedenen Orten eher unabhängig unterwegs sein. Letztlich bin dann aber doch bei der Gruppe geblieben, weil vieles einfach mit ganz anderer Gewichtung erklärt wurde. Außerdem ist unsere Gruppe mit der Mindestzahl von 4 Personen super klein und auch sehr unkompliziert.

25. Mai 2026

Nach der Ankunft mitten in der Nacht und einigen wenigen Stunden Schlaf haben wir erst einmal die Stadt Yerevan erkundet: Platz der Republik, Denkmal „Mutter Armenien“, Kascade-Komplex und Blaue Moschee.

Am Abend konnten wir ein großzügiges Willkommensessen genießen.

26. Mai 2026

Am zweiten Tag ging es zum Herzen der armenisch-apostolischen Kirche nach Etschmiadsin. Die Kathedrale ist nach langen Jahren der Schließung wegen Renovierungsarbeiten im Herbst 2024 endlich wiedereröffnet und neu geweiht worden. Leider ist seitdem das fotografieren im Inneren verboten.

Die Schatzkammer haben wir auch besucht, obwohl das nicht Teil des vorgesehenen Programms war. Hier wird die heilige Lanze aufbewahrt und viele Rerliquiare, darunter einige Kreuzreliquien.

In der Nähe steht die Kirche der hl. Hripsime, einer bedeutenden Heiligen der armenischen Kirche.

Neben der Kathedrale von Etschmiadsin ist auch die Ruine von Zvartnots Weltkulturerbe. Einenglischsprachiger Wikipediaartikel zeigt sehr schön, welche riesigen Ausmaße der Kirchenbau hatte.

Den Abschluss des ereignisreichen Tages bildete ein Besuch im Handschriftenmuseum (Matenadaran) mit seinen Zeugnissen der großen Kulturleistungen der Armenier.

Interessant für mich als Sängerin der Gregorianik: Im Armenischen gab es schon ca. 100 Jahre vor der Lateinischen Kirche, die „Khazen“, ein Pendant zu unseren Neumen.

Rückblick auf eine wunderbare Armenienreise

Nach meiner Armeniereise im Mai diesen Jahres „musste“ ich jetzt im Herbst unbedingt nochmal hin. Ich wolllte gerne an der Myronweihe teilnehmen und endlich die Kathedrale in Etschmiadsin von innen sehen, die so lange wegen Renovierung geschlossen war.

Unser Bischof hat freundlicherweise vermittelt, dass ich mich einer Gruppenreise der Armenischen Kirche in Österreich anschließen konnte. Sonst wäre das für mich nicht möglich gewesen.

Hier meine Eindrücke, die ich bereits auf Facebook geteilt habe:

Lavash – Immaterielles Weltkulturerbe

Während meiner Armenienreise hat unsere Gruppe auch zusehen dürfen, wie höchst routiniert auf traditionelle Weise Lavash gebacken wurde. Das traditionelle armenische Fladenbrot gehört seit ca. 10 Jahren zum Immateriellen Weltkulturerbe – wie auch vieles weitere, was die armenische Kultur zu biten hat.

Sehr beeindruckend, beim Backen zuzusehen – und sehr lecker, im Anschluss davon zu essen.

 

Dinge mit Geschichte(n) – ein behauener Tuffstein aus Armenien

Armenien wird manchmal auch als „Land der Steine“ bezeichnet. Das mag an den steinigen Halbwüsten liegen, am vulkanische Gestein der Gebirge, am Vorkommen an (Halb)Edelsteinen oder an den omnipräsenten Kreuzsteinen (Խաչքար / Khach’k’ar). Armenien ist also im übertragenen Sinne „steinreich“.

Weil es an einem ursprünglich geplanten Programmpunkt bei  meiner kürzlichen Armenienreise ein Problem mit Hochwasser gab, machten wir als Alternativprogramm einen Besuch bei einem Künstler, der hauptsächlich diese Kreuzsteine herstellt und zwar mit filigransten Werkzeugen.

Bogdan Hovannisian, so heißt der Künstler, stellt aber nicht nur Kreuzsteine her, sondern auch andere Skulupturen, Malereien und Zeichnungen – häufig im gläubigen Kontext.

Sowohl kleinere verzierte Steine als auch die Bilder konnte man käuflich erwerben. Darum habe ich mir auch einen der Steine als Erinnerung mitgenommen.

Außerdem ist Bogdan Hovannisian ein echter Entertainer. Es gab nicht nur was für die Augen, sondern auch was auf die Ohren.

Vor allem aber hatte er uns ermutigt, selbst mit ihm mitzusingen.

Nachdem unsere Reiseleiterin verraten hat, dass ich auch in einem armenischen Chor singe, musste ich ebenfalls mit ihm gemeinsam „ran“, wenn auch nur summend, weil ich den Text nicht auswendig kann.

Kurz gesagt: Wir hatten großen Spaß! Und deshalb habe ich so viel Freude an dem erworbenen Stein.