Zwei Tage, drei Konfessionen … und nochmal ausgiebig Weihnachten feiern

In diesem Jahr habe ich mir für den 6. Januar endlich einmal Urlaub genommen. Seit vielen Jahren singe ich bereits in der Oekumenischen Choralschola Köln, die jedes Jahr an Epiphanie / Epiphanias im Gottesdienst in der Antoniterkirche singt. Dafür hätte ich zwar nicht Urlaub nehmen müssen, aber ich habe mir vorgenommen, den 6. Januar in diesem Jahr zu einem zweiten Weihnachtsfest werden zu lassen.

Begonnen hat dieses zweite Weihnachten aber bereits am Sonntagabend mit dem Besuch der Liturgie bei der stets gastfreundlichen Armenischen Gemeinde Köln (Facebook), die am 5. Januar ihren Heiligen Abend feiert. Die feierliche Liturgie, habe ich mittlerweile sehr schätzen gelernt, und der Besuch dort war der optimale Beginn für eine ausgiebige Würdigung des Hochfestes. Ganz zu schweigen von den kurzen aber sehr herzlichen Begegnungen im Anschluss! Schön, dass meine beiden Begleiter, die zum ersten Mal die dortige Liturgie besucht haben, das ähnlich empfunden haben.

Das Licht – vom Altar kommend und in die Gemeinde hinein weiter verbreitet – hat unbeschadet den Weg zu mir nach Hause gefunden.

Der Montagmorgen begann mit dem Pontifikalamt im Dom – hauptsächlich deshalb, weil es der Auftakt zum traditionellen Dreikönigs-Bloggertreffen (#3kbt20) war. Auf dem Weg dorthin habe ich doch tatsächlich zum ersten Mal – ich lebe ja auch erst seit fast 20 Jahren in Köln – bewusst den „Dicken Pitter“ wahrgenommen.

Im Dom war natürlich an einen Sitzplatz gar nicht zu denken, aber ein guter Stehplatz ist auch nicht schlecht. Über die klare Predigt unseres Erzbischofs habe ich mich besonders gefreut. Das war für mich dann der zweite sehr feierliche Gottesdienst zum Hochfest – mit anschließender Prozession zum Dreikönigsschrein und unter ihm hindurch.

Das Hochamt ist übrigens in kompletter Länge auch auf Youtube zu finden.

„Auf den (x)ten Heiligen Dreikönig“

Dann kam der gemütliche Teil: Brauhausbesuch mit knapp 10 Bloggern (darunter 2 Blogerinnen 🙂 ). Es war schön, endlich mal einige Personen persönlich zu treffen, die man sonst nur aus den Sozialen Medien kennt – oder überhaupt zum ersten Mal zu begegnen. Schön war auch, dass ein guter Freund und Mitbruder zum ersten Mal mit dabei sein konnte. Da sage noch einer, die „Sozialen Medien“ würden reale Beziehungen behindern! Der heiligen Drei Könige wurde ebenfalls reichlich gedacht – eine alles andere als puritanische Veranstaltung. Leider mussten wir uns allerdings relativ früh verabschieden.

Um 16 Uhr standen nämlich bereits Einsingen und Probe für den Epiphanias-Gottesdienst mit Gregorianischem Choral in der Antoniterkirche an. Bis dahin sollte ich wieder halbwegs fit sein, genau wie mein Mitbruder, der die Schola leitet.

Auf diesen Gottesdienst freue ich mich immer ganz besonders. Ich liebe die Gregorianischen Gesänge des Festes und ich liebe es während des Gangs zur Krippe der Gemeinde mein Lieblings-Weihnachtslied teilweise solistisch singen zu dürfen. „Ich steh‘ an Deiner Krippen hier“ umrahmt nämlich den Krippengang.

Überhaupt habe ich diesmal recht viel solistisch singen dürfen:

Teile im Alleluja („Vidimus stellam“) – gemeinsam mit einer weiteren Scholasängerin:

„Ich steh‘ an Deiner Krippen hier“ (Strophen 2+3):

Das Offertorium „Reges Tharsis“ – gemeinsam mit einem weiteren Sänger:

… und die Verse der Communio – ebenfalls mit einem weiteren Sänger

Warum ich so viel darüber schreibe, Fotos und Audiodateien einbinde? Zum ersten, weil es für mich selbst wunderbare Tage waren. Zum zweiten aber auch, weil ich gerne einen kleinen Eindruck vermitteln möchte von der Atmosphäre, Ästhetik und „Temperatur“ des Festtages in den verschiedenen Traditionen. Ein großer Reichtum, der uns da zur Verfügung steht, und es bleibt doch das eine Fest und die Verehrung des einen Herrn!

Dum medium silentium …

»Dum medium silentium tenerent omnia, et nox in suo cursu medium iter haberet omnipotens sermo tuus, Domine, de caelis a regalibus sedibus venit.« »Als tiefes Schweigen das All umfing
und die Nacht bis zur Mitte gelangt war,
da stieg dein allmächtiges Wort, Herr,
vom Himmel herab, vom königlichen Thron.«

»Die Mutter hat den König geboren, dessen Name ewig ist, und hat die Freuden der Mutter und die Ehre der Jungfrau;« – »und sie hatte vorher nicht ihresgleichen noch wird ihr eine Ähnliche folgen, alleluja!«

Über dem Himmelsgewölbe steht zwischen den Bäumen des Paradieses der Thron Christi, des Königs und Hohepriesters, der am jüngsten Tag zum zweiten Mal zur Erde kommt.

O Emmanuel, …

Der Berg Sinai mit den Gesetzestafeln weist auf Gottes Bund mit Israel hin (vgl. Ex 31,18)

»O Emmanuel,
Rex et legifer noster,
expectatio gentium,
et salvator earum:
veni ad salvandum nos,
Domine, Deus noster.«

»O Emmanuel,
Gott mit uns. Du König und Lehrer,
du Sehnsucht der Völker und ihr Heiland.
Komm, o Herr, und erlöse uns,
Herr, unser Gott!«

»Lasst uns gerecht und fromm leben, die selige Hoffnung erwartend und die Ankunft des Herrn.« – »In Sion werde ich das Heil verleihen und in Jerusalem meine Herrlichkeit.«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Über der Stadt Bethlehem verkündet der Stern die Ankunft Christi (vgl. Mt 1,9)

O Rex Gentium, …

Der „Eckstein Jesus Christus“ (vgl. Eph 2,20) verbindet Israeliten und Heiden zur einen Kirche.

»O Rex Gentium,
et desideratus earum,
lapisque angularis,
qui facis utraque unum:
veni, et salva hominem,
quem de limo formasti.«

»O König der Völker,
den sie alle ersehnen.
Du Eckstein, der das Getrennte eint.
Komm, o Herr, und befreie den Menschen,
den du aus Erde erschaffen hast.«

»Vernehmet, wie herrlich jener ist, der einhergeht, die Völker zu retten.« – »Gemehrt wird Sein Reich und des Friedens wird kein Ende sein.«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Die drei Könige bringen „Gold dem höchsten Herrscher, Weihrauch dem wahren Gott und Myrrhe für sein Begräbnis“. (Hl. Gregor der Große)

O Oriens, …

Christus, die aufgehende Sonne der Gerechtigkeit (vgl. Mal 4,2), vertreibt die Beherrscher der Welt: Tod und Sünde.

»O Oriens,
splendor lucis aeternae,
et sol justitiae,
veni, et illumina
sedentes in tenebris
et umbra mortis.«

»O Aufgang,
Glanz des ewigen Lichtes,
du Sonne der Gerechtigkeit,
komm, o Herr, und erleuchte uns,
die wir sitzen in Finsternis
und im Schatten des Todes.«

»Seid beständig: Ihr werdet über euch die Hilfe des Herrn sehen.« – »Gott wird vom Libanon kommen und sein Glanz wird gleich dem Lichte sein.«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Ochs und Esel an der Krippe deuten den Opfertod Jesu und seine Demut an.

O Clavis David, …

Der Schlüssel mit dem Davids-Monogramm und das Szepter deuten auf die Verheißung, der Messias werde von David abstammen. (vgl. 2 Sam 7)

»O Clavis David,
et sceptrum domus Israël,
qui aperis, et nemo claudit,
claudis, et nemo aperuit:
veni, et educ vinctum
de domo carceris,
sedentem in tenebris,
et umbra mortis.«

»O Schlüssel Davids
und Zepter des Hauses Israel,
du öffnest und niemand schließt,
du schließest und niemand öffnet.
Komm, o Herr, und befreie aus dem Kerker
den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis
und im Schatten des Todes.«

»Von Sion wir kommen der Herr, der Allmächtige, um sein Volk zu retten« – »Wende Dich uns ein wenig zu, o Herr, und zögere nicht, zu Deinen Dienern zu kommen.«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Der hl. Joseph war, ebenso wie Maria, ein Nachkomme Davids (vgl. Mt 1,5-16)

O Radix Jesse, …

Aus Jesse, dem Vater König Davids, gehen die Ahnen Marias und Jesu hervor (vgl. Lk 3, 23-32)

»O Radix Jesse,
qui stas in signum populorum,
super quem continebunt reges os suum,
quem gentes deprecabuntur:
veni ad liberandum nos,
jam noli tardare.«

»O Wurzel Jesse,
gesetzt zum Zeichen für die Völker.
Vor dir verstummen die Mächtigen,
zu dir rufen die Völker.
Komm, o Herr, und erlöse uns,
zögere nicht länger.«

»Die Propheten sagten voraus, der Erlöser werde aus der Jungfrau Maria geboren werden« – »Der Geist des Herrn ruht auf mir: den Armen die frohe Botschaft zu bringen, sandte er mich.«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Maria ist im byzantinischen Ikonentypus der „Muttergottes vom Zeichen“ dargestellt.

O Adonai, …

Im brennenden Dornbusch erscheint Gott dem Hirten Moses (vgl. Ex 3)

»O Adonai,
et dux domus Israël,
qui Moyse in igne flammae rubi apparuisti,
et ei in Sina legem dedisti:
veni ad redimendum nos in brachio extento.«

»O Herr
und Fürst des Hauses Israel,
du bist dem Mose erschienen in der Flamme des Dornbuschs
und gabst ihm das Gesetz am Sinai.
Komm, o Herr, und erlöse uns mit starkem Arm.«

»Tauet, ihr Himmel, von oben; ihr Wolken, regnet den Gerechten! Die Erde tue sich auf und sprosse den Heiland hervor!« – »Sende aus das Lamm, o Herr, den Beherrscher der Erde, vom Felsen der Wüste zum Berge der Tochter Sion!«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Der Hirt von Bethlehem eilt mit seinen Schafen zur Krippe (vgl. Lk 2)

O Sapientia, …

»Die Weiseheit hat sich ein Haus gebaut, hat sieben Säulen aufgestellt« (Spr 9,1)

»O Sapientia,
quae ex ore Altissimi prodiisti,
attingens a fine usque ad finem,
fortiter suaviterque disponens omnia;
veni ad docendum nos viam prudentiae.«

»O Weisheit,
hervorgegangen aus Gottes Mund, mächtig wirkst du in aller Welt,
und freundlich ordnest du alles.
Komm, o Herr, und lehre uns den Weg der Einsicht.«

»Siehe, kommen wird der Herr, der Herrscher der Könige der Erde; selig, die bereit sind.« – »Wenn der Menschensohn kommen wird: meinst Du, er wird auf Erden Glauben finden?«

(siehe auch bei AlphaOmega)

Der Weihnachtsengel, als Diakon gekleidet, verkündet die Ankunft des göttlichen Wortes. (vgl. Lk 2,9)

Ökumenische Beobachtungen zur Liturgie

Der „Liturgifuchs“ – Autor eines neuen Blogs zur Liturgie – hat ein interessantes kleines Experiment gestartet. In ein und derselben Kirche hat er an einem Sonntag an fünf Hl. Messen von fünf verschiedenen Gruppierungen/Gemeinschaften teilgenommen. Auf „Liturgica – Eine Reise durch die Welt christlicher Liturgie“ lässt er den Leser an seinen Beobachtungen und Überlegungen teilhaben – und zwar aus einer ökumenischen Perspektive. Lesenswert!

Experiment in St. Clemens — Ein Tag im Leben einer Kirche

Orientierung – gemeinsam IHN anschauen

Gastbeitrag von Manfred Barnabas Loevenich SJB


Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet beim Autoren des „Kleinen Prinzen“ ein gutes Argument für die gemeinsame Feier der Heiligen Messe „ad orientem“ finden lässt? …

„Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in gleicher Richtung blickt.“

Antoine de Saint-Exupéry: Wind, Sand und Sterne (1941), S. 216.

Im französischen Original:

„l’expérience nous montre qu’aimer ce n’est point nous regarder l’un l’autre mais regarder ensemble dans la même direction.“

Antoine de Saint-Exupéry: Terre des Hommes (1939), S. 225.

Bild: Sogenannte Gregorsmesse, Mitteltafel des Gregoriusretabels aus Kloster Heisterbach, rheinisch (Meister der Heiligen Sippe und Werkstatt) um 1495 bis 1505, Wallraf-Richartz-Museum Köln; verschiedene Teile des Altarretabels auf dem Kirchenlehreraltar des Zisterzienserklosters Heisterbach sind heute auf Museen in Bamberg, Köln und München verteilt (http://gregorsmesse.uni-muenster.de/objektanzeige.php).

Liturgische Tagung in Herzogenrath – Nachlese

Die Vorträge der „18. Kölner Internat. Liturgischen Tagung“ sind bei bonifatius.tv bestens dokumentiert und ich habe sie auch hier auf meinem Blog verlinkt. Neben den festen Programmpunkten – also Vorträge und die Feier der Liturgie – sind die Begegnungen in den Pausen und beim Essen ein nicht unwichtiger Bestandteil solcher Veranstaltungen. Hier treffen sich Menschen mit ähnlichen Anliegen aber durchaus unterschiedlicher Hintergründe.

Als Schwester der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft habe ich einerseits natürlich aus persönlichem Interesse an der Tagung teilgenommen, war andererseits aber auch als Teil der Bruderschaft dort. Eher zufällig hat sich dabei ein Austausch ergeben mit Referenten und Teilnehmern unterschiedlicher Ausrichtung:

Alleine schon wegen des Austauschs hat sich für mich die Teilnahme sehr gelohnt.


Von den Beiträgen ist mir der Vortrag eines orthodoxen Theologen besonders in Erinnerung geblieben, den ich jetzt einmal exemplarisch herausgreife:

Gebeteter GlaubeÜber die Einheit von Lex orandi und lex credendi aus der Sicht der Ostkirche (Dr. Ioan Moga, Universität Wien)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Unter Anderem habe ich einige Schlaglichter / Kondensate daraus mitgenommen:

  • „Lex orandi“ – Liturgie ist mehr als nur eine Sammlung liturgischer Texte
  • Liturgie / Ritus
    • Ungeschriebene liturgische Tradition / überlieferte Erfahrung
    • heilige Überlieferung
    • Quelle der Offenbarung
    • Teil der heilsgeschichtlichen Zusammenarbeit zwischen Gott und Mensch
  • Ratzinger, „Geist der Liturgie“ S. 145: „Deswegen werden die Abendmahlsberichte der Bibel erst konkret in der Aneignung durch die feiernde Kirche. Deswegen kann es in der »göttlichen Liturgie« Entwicklung geben, die freilich ohne Hast und ohne gewaltsames Machen, wie von selber, geschieht.“
    ⇒ Liturgie ist „kondensierte Gestalt der lebendigen Überlieferung“
  • Konzilskonstitution „Dei verbum“, Kapitel 2, 10: „Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz des Wortes Gottes“
  • Liturgie: Eschatologische Vorwegnahme (sie bildet die himmlische Liturgie ab)
  • Weniger über Liturgie sprechen, mehr Liturgie leben / feiern

Von der Abschlussmesse in Rolduc am 01.04.2017 hier auch noch einige Fotos:


Berichte andernorts:

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Liturgische Tagung in Herzogenrath – Dokumentationen

Alle Vorträge der Liturgischen Tagung, die Ende März in Herzogenrath stattgefunden hat, wurden von bonifatius.tv aufgezeichnet. Außerdem gibt es jede Menge eindrucksvolle Fotos von der Tagung. Macht euch selbst einen Eindruck:



Mittwoch, 29.03.2017

„Vor Dein Angesicht …“Zum Unterschied von Opferung und Gabenbereitung (Prof. Dr. Helmut Hoping, Universität Freiburg)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Klingende LiturgieAnspruch, Wirklichkeit und Chancen des Gregorianischen Chorals als Garant liturgischer Kontinuität (Kantor Krystian Skoczowski, Hanau)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Donnerstag, 30.03.2017

Renaissance der TraditionDie Neuentdeckung der klassischen römischen Liturgie in den nordamerikanischen Diözesen (S.E. Erzbischof Alexander K. Sample, Portland/Oregon, USA)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

„Glaube im Gespräch“ – Interview mit Erzbischof Alexander K. Sample
Video bei bonifatius.tv

Schönheit als Aufstieg zu GottDie Bedeutung der Kunst in der Theologie Benedikts XVI. (Prof. Dr. Peter Stephan, Fachhochschule Potsdam)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Divine worship – The MissalZur Entstehung eines außergewöhnlichen Missale (S.E. Bischof Steven J. Lopes, erster Bischof des Personalordiariates „Kathedra Petri”, Houston/Texas USA (Vortrag in deutscher Sprache))
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Freitag, 31.03.2017

Missa cantata in der Pfarrkirche St. Marien (Zelebrant: Msgr. Joachim Schroedel, Kairo)
Video der Predigt bei bonifatius.tv (Christenverfolgung im Nahen Osten)

Gebeteter GlaubeÜber die Einheit von Lex orandi und lex credendi aus der Sicht der Ostkirche (Dr. Ioan Moga, Universität Wien)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Die Liturgie der Armenisch-Apostolischen Kirche im geschichtlichen Kontext (Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan, Göppingen)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv

Von den Quellen der ZukunftDie Bedeutung des Motu proprio „Summorum Pontificum“ für die Erneuerung der Liturgie der lateinischen Kirche / ​Kurzreferate im Rahmen von zwei Buchvorstellungen:

  • „Zehn Jahre Summorum Pontificum. Versöhnung mit der Vergangenheit – Weg in die Zukunft“, Prof. Dr. Markus Graulich, Rom
    Video des Kurzvortrags bei bonifatius.tv
  • „Neuanfang inmitten der Krise. Die heilige Liturgie, die traditionelle lateinische Messe und die Erneuerung in der Kirche“,  Prof. Dr. Peter A. Kwasniewski, Wyoming (USA)​​
    Video des Kurzvortrags bei bonifatius.tv

Die Bedeutung des Motu proprio „Summorum Pontificum“ für die Erneuerung der Liturgie der lateinischen Kirche (S. Em. Robert Cardinal Sarah, Präfekt der Kongregation für die Liturgie, Rom | Das Referat wird in Abwesenheit verlesen.)
Video des Vortrags bei bonifatius.tv
Text in deutsch und englisch auf der Website der Tagespost | und in deutsch bei CNA

Anschließende Podiumsdikussion zum Anliegen Papst Benedikts XVI. einer „Reform der Reform“ der römischen Liturgie mit S.E. Erzbischof Sample, Prof. Dr. Markus Graulich (Rom) und Prof. Dr. Kwasniewski, Wyoming (USA) und Pfarrer Dr. Guido Rodheudt | Moderation: Martin Lohmann
Video der Diskussion bei bonifatius.tv

Samstag, 01.04.2017

Pontifikalamt in der ehem. Abteikirche von Rolduc / NL (Zelebrant: S.E. Erzbischof Alexander K. Sample, Portland/Oregon, USA)
Video der Predigt bei bonifatius.tv

Akademie zum Abschluß der TagungHommage an Benedikt XVI. (Martin Mosebach, Frankfurt am Main (Büchner-Preisträger 2007))
Video des Vortrags bei bonifatius.tv
Text auf der Seite der Liturgischen Tagung


Alle Beiträge aus Herzogenrath bei bonifatius.tv unter:
„Dokumentationen“ / „Liturgische Tagung 2017“

„Überspringen von Raum und Zeit“ oder politischer Zeitbezug?

Altarstein

Altarstein – (By ViennaUK (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia

Ein Gastbeitrag von Manfred Barnabas Loevenich SJB – Kommentar zu „Flüchtlingsboot soll Altar werden

„Der Altar ist der zentrale Ort einer katholischen Kirche. Er ist das Christussymbol schlechthin. Darauf weisen auch die fünf Weihekreuze auf dem Altar. Bei der Altarweihe werden sie mit Chrisamöl und Weihrauch verfüllt, die angezündet werden. Die fünf brennenden Kreuze symbolisieren die fünf Wundmale des Gekreuzigten. Auf diese Weise wird die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu Christi auf dem Altar erinnert. Vergegenwärtigung ist mehr als bloß Erinnerung; Vergegenwärtigung bedeutet das Überspringen von Raum und Zeit.“ (www.mystagogische-kirchenfuehrung.de/altar.php)

Nun vergegenwärtigt sich das einmalige und unüberbietbare Kreuzesopfers Jesu Christi also – mit viel Zeitbezug und politischer Aussage – in einem Boot.

Ist das noch Repraesentatio (Vergegenwärtigung), Memoria (Gedächtnis), Applicatio (Zuwendung) und Instauratio (Erneuerung), als welche das Mess- und Kreuzesopfer Jesu Christi im Konzil von Trient und im Römischen Katechismus näherhin klassifiziert werden? Oder ist das bereits Aktion und politisches Zeichen?

Was dabei verdrängt zu werden und in Vergessenheit zu geraten droht: Die Messe ist die lebendige, objektive [!] Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers, eine sakramentale Darstellung desselben. Damit ist gleichzeitig ein objektives Gedächtnis verbunden, in Anlehnung an die Worte Jesu Christi: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Nun wird aber dem einmaligen und unüberbietbaren Kreuzesopfer Jesu Christi eine zweite Aussage beigesellt (oder soll ich sagen: übergestülpt?) … Nur wird dadurch irgend etwas klarer, wahrer, wahrhaftiger? Oder geschieht genau das Gegenteil?

„Wer sagt, in der Messe werde Gott nicht ein wirkliches und eigentliches Opfer dargebracht, oder die Opferhandlung bestehe in nichts anderem, als dass uns Christus zur Speise gereicht werde, der sei [aus der Kirche] ausgeschlossen.“ Sagt das Konzil von Trient (DH 1751).

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Flüchtlingsboot soll Altar werden

Der Kölner Kardinal will ein Boot, mit dem Schlepper Flüchtende nach Europa gebracht haben, als Altar für die Heilige Messe an Fronleichnam nutzen.

„… An Fronleichnam wird dieses Boot unser Altar bei der Heiligen Messe auf dem Roncalliplatz sein.“ (Kard. Woelki, zitiert im EXPRESS-Artikel)

Damit will der Kardinal Woelki auf die Flüchtlinge hinweisen, die bei dieser gefährlichen Unternehmung ihr Leben verloren haben.

Nun ist der Altar nicht einfach ein Möbel, auf dem genug Platz sein muss, um den Ritus zu vollziehen, sondern er repräsentiert Christus. Nicht umsonst gibt es deshalb (eigentlich) Vorgaben für Altäre, die auf diese Repräsentanz hinweisen. Als moralisches und/oder politisches Zeichen ist er jedenfalls nicht gedacht.

(Linktip: Mystagogische Kirchenführung – Der Altar)

Und nun soll also ein Flüchtlingsboot zum Altar werden:

„Auf einem Boot wie diesem, aus Holz, sieben Meter lang, 2,50 Meter breit, jederzeit in der Gefahr, unterzugehen – und seine Insassen mit in den Tod zu reißen…“ (EXPRESS)

Was soll uns das wohl sagen, wenn man bedenkt, dass der Altar Christus repräsentiert?


Die Zeitungs-Artikel zum Thema:

Stundenbuch-App wurde erweitert

Seit Oktober 2013 gibt es nun schon vom Deutschen Liturgischen Institut und vom Katholischen Pressebund eine App mit dem deutschsprachigen (kleinen) Stundenbuch. Seit Neuestem ist die App erweitert auf den Inhalt des großen Stundenbuchs.

Deshalb nochmals von mir der Tip, sich die App unbedingt einmal näher anzusehen. Zu bekommen ist sie für iOS, für Android und für Windows Phone.

Die Bedienung ist sehr einfach. Für jeweils 10 Tage werden die täglichen Texte geladen, so dass man die App auch ohne ständige Internetverbindung nutzen kann. Ein sehr einfacher Einstieg ins Stundengebet und das auch noch kostenlos.

Es ist aber nicht verboten, das Projekt mit einer Spende zu unterstützen – zum Beispiel über Better Place. 😉

Herzlichen Dank an den Katholischen Pressebund für den großen Einsatz, mit dem die Entwicklung der App vorangetrieben wird!

Dies ist die Nacht …

Osternacht 2016 in der Kirche Maria Hilf, Köln

»… Dies ist die Nacht,
in der Christus die Ketten des Todes zerbrach
und aus der Tiefe als Sieger emporstieg.

Wahrhaftig, umsonst wären wir geboren,
hätte uns nicht der Erlöser gerettet.

O staunenswertes Erbarmen, mit dem du dich uns zuneigst.

O unfassbare Liebe des Vaters:
Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin!

O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam,
du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat!

O glückliche Schuld,
welch großen Erlöser hast du gefunden!

O wahrhaft selige Nacht,
dir allein war es vergönnt, die Stunde zu kennen,
in der Christus erstand von den Toten! …«

(Aus dem Exsultet)

 

Christus ist auferstanden!

Gar nicht so einfach

Graduale2Nach nunmehr 10 Jahren bin ich im alten Ritus – äh, in der ‚außerordentlichen Form des Römischen Ritus‘ – eigentlich zuhause. Wenn ich in der Bank sitze – knie – stehe, ist mir der Ablauf und auch das Singen der gleichbleibenden Teile (Ordinarium) ganz selbstverständlich.

Ganz anders sah es allerdings heute aus, als ich auf der Empore stand und für den Choral verantwortlich war. Genauer gesagt: Ich war die ‚Schola‘. Jetzt lag es an mir, das ‚Vidi aquam‘, Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei anzustimmen – möglichst zum richtigen Zeitpunkt. Lag es an der neuen Perspektive, der Verantwortung, der Aufregung? Ich war mir jedenfalls plötzlich gar nicht mehr so sicher, wann ich ‚dran‘ war. Und eigentlich vertraute Gesänge waren auch plötzlich gar nicht mehr so vertraut und selbstverständlich.

Es ist letztlich (fast) alles gut gegangen. Aber mein Respekt für diejenigen, die sich für diesen Dienst zur Verfügung stellen, ist gewachsen. Was aus der Kirchenbankperspektive normal und offensichtlich ist, ist es nicht automatisch auch, wenn man selbst dafür die Verantwortung trägt. Wieder was gelernt!

Beim nächsten Mal wird es dann hoffentlich etwas souveräner.

Graduale1

2. Sonntag nach Epiphanie / 2. Sonntag im Jahreskreis

Selten hat mir eine Oration so sehr aus dem Herzen gesprochen:


2. Sonntag nach Epiphanie (Außerordentliche Form des römischen Ritus)

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott, du lenkst gleicherweise Himmel und Erde; erhöre huldvoll das Flehen deines Volkes und schenke deinen Frieden unseren Zeiten: durch unseren Herrn.

Graduale (Ps 106, 20-21)
Der Herr sandte sein Wort und heilte sie; er entriß sie ihrem Verderben. Darum sollen sie den Herrn für sein Erbarmen und für seine Wundertaten an den Menschenkindern preisen.


2. Sonntag im Jahreskreis (Ordentliche Form des römischen Ritus)

Tagesgebet
Allmächtiger Gott, du gebietest über Himmel und Erde, du hast Macht über die Herzen der Menschen. Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir; stärke alle die sich um die Gerechtigkeit mühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.


 

Oration zum Fest Kreuzerhöhung

IMG_1490Gott, Du erfreust uns heute durch das festliche Jahresgedächtnis der Erhöhung des heiligen Kreuzes. Nun bitten wir: Laß uns im Himmel die Frucht der Erlösung durch Jesus Christus erlangen, dessen Mysterium wir auf Erden erkannt haben.

Oration in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus
(Übersetzung aus dem ‚Volksmeßbuch‘ von Urbanus Bomm OSB, gedruckt 1961)