Mose sprach: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes.
5.Mose 11,26-28
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Ich habe ja immer behauptet, ich sei eine 3-K-Frau. Allerdings weniger ‚Kinder, Küche, Kirche‘ und mehr ‚Kaffee, Katze, Kabelfernsehen‘. In das traditionelle Rollenbild will ich nicht ganz hinein passen. Dennoch bin ich nicht glücklich über die Entwicklungen in Gesellschaft und Politik, die gezielt umerziehen wollen zu einer größtmöglichen Nivellierung der Geschlechter. Aber gleichwertig ist nun nicht zwingend auch gleichartig.
Ich denke, als emanzipierte Frau muss ich mir nicht von Männern sagen lassen, wie ich zu sein habe – und auch nicht von Frauen (auch wenn es nur ‚zu meinem Besten‘ sein sollte). Auch als emanzipierte Frau kann ich Frau sein und muss nicht zum besseren Mann werden.
Dr. Kristina Schröder MdB, die ehemalige Familienministerin, hat zu diesem Thema einen erhellenden Beitrag geschrieben:
Zitat:
„Es ist immer die böse Gesellschaft, es sind immer strukturelle Diskriminierungen, es sind immer veraltete Rollenbilder, mit denen Ungleichheiten erklärt werden. Dass auch der freie Wille von Frauen und Männern mal wirklich entscheidend sein könnte, das finde ich in Texten der Gendertheorie fast nie. Geschweige denn den ernsthaften Versuch, die eigenen Grundannahmen zu falsifizieren.“
In letzter Zeit habe ich mir über die sozialen und weniger sozialen Medien so Einiges zum Thema Gesinnungen zu Gemüte führen müssen. Die pauschale Empörung und die undifferenzierten Appelle an Gefühl und Identifikation sind mir dabei zunehmend auf die Nerven gegangen. Deshalb gebe ich hier gerne mal eine differenzierte Sicht auf die Meinungsfreiheit weiter:
„… Noch beklagenwerter ist die Unterordnung des kirchlichen Geistes unter die staatliche Politik; die Kirchen haben sich nationalisiert, statt dass sie die Nationen christianisierten. Aber Christi Wille und Beispiel steht über allem; die christlichen Kirchen dürfen zu Ehren des modernen Staates ebenso wenig Weihrauch opfern wie zu Ehren des antiken Cäsar.“
(Bischof Charles Brent (Episkopalkirche NewYork), über die Anwendung des Evangeliums auf das nationale und internationale Leben, Stockholmer Konferenz 1925 / Quelle: Friedrich Heiler, Evangelische Katholizität)
90 Jahre und einen Weltkrieg später scheint die Situation kein bisschen besser zu sein. Heute heißen die Super-Dogmen ‚Zeitgemäßheit‘, ‚Modernisierung‘, ‚Übereinstimmung mit der modernen Lebenswirklichkeit‘ etc. und münden ebenfalls in nationale Sonderwege.
So heißt es denn auch etwas später im selben Vortrag:
„… Die Kirchen haben die Pflicht und die großartige Gelegenheit, ihre Schüchternheit und ihren Partikularismus abzulegen und den ungenähten Rock der Brüderlichkeit und Einigkeit gemäß dem Geiste Christi anzuziehen.“
Im Landkreis Schweinfurt wenden sich Kritiker an eine Zeitung, weil sie mit der Ausrichtung Ihres Pfarrers nicht einverstanden sind.
Man beschwert sich über einzelne Messen mit einem gewissen Anteil an Latein und eine in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus am Samstagmorgen um 6.45 Uhr. Außerdem besitzt der Priester doch die Dreistigkeit, in der Öffentlichkeit Soutane zu tragen und zu organisieren, dass für alle Messen geweihte Zelebranten zur Verfügung stehen (statt sie durch Wortgottesdienste ehrenamtlicher Gottesdienstleiter ersetzen zu lassen). Einen Kommentar habe ich mir dazu nicht verkneifen können:
Da beschwert sich doch tatsächlich eine unzufriedene Lobby via Zeitung, dass sie einen Seelsorger haben, der sich an die kirchlichen Vorgaben hält. Nichts von dem, was hier kritisiert wird, ist unerlaubt oder auch nur fragwürdig.
Vom Priester wird kirchlicherseits verlangt, priesterliche Kleidung zu tragen. Das ist z.B. die Soutane. Ein einfaches Ansteckkreuz am Revers erfüllt diese Regelung jedenfalls nicht.
Laut den Texten des 2. Vatikanischen Konzils bleibt Latein ausdrücklich die Liturgiesprache. Ein größerer Anteil an Landessprache wird lediglich ermöglicht.
Die Gemeinde ist in der glücklichen Situation, ausreichend Priester zur Verfügung zu haben, dass alle Gottesdienste als Messe gefeiert werden können. Sich darüber zu beklagen, keinen Priestermangel zu haben, nur damit man ‚auch mal dran kommt‘, ist reichlich albern. Das hieße, den Mangel herbeizusehnen.
Was die Messe im ‚alten Ritus‘ betrifft: Wieso muss man sich aufregen über eine Messe, die samstags um 6.45 Uhr gefeiert wird – in welchem approbierten Ritus auch immer? Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die Kritiker scharenweise ausgerechnet um diese Uhrzeit am Samstagmorgen zur Messe wollen und es wegen des Ritus leider nicht können.
Der Grund für den Aufstand wird im Artikel genannt: „Es geht ihnen aber nicht nur um die Messe, sondern um Grundsätzliches. Sie lehnen die „sehr konservative Grundhaltung“ ihres Priesters ab…“
Vom Bischöflichen Ordinariat haben die Kritiker offensichtlich nicht die gewünschte Antwort bekommen. Tja, dann versucht man es eben über die Medien: „In den acht Dörfern, die zur Pfarreiengemeinschaft Maria Hilf gehören, gibt es etliche Kritiker, die sich an diese Zeitung gewandt haben, allerdings ihren Namen nicht hier lesen wollen.“
Sorry, das riecht nach Kampagne! Ich fürchte, es wird nicht dabei bleiben.
Bei einem Ausflug nach Maastricht habe ich eine Kirche gesehen, die zur Buchhandlung umgewandelt wurde. Wo vorher der Altar stand, kann heute Kaffee getrunken werden. Ich gebe zu, dass es weh tat, das so zu sehen. Aber der Sinn für die Heiligkeit, also das Ausgesondertsein, von Räumen für die Begegnung mit Gott schwindet immer mehr.
Auf dem Blog „Frischer Wind“ habe ich dazu eine – wie immer – sehr treffende Predigt von P. Bernward Deneke FSSP gefunden:
… gefunden, als ich eigentlich was ganz Anderes gesucht habe. 🙂
„Ein bißchen Geduld,
lieber Gott,
ich komme schon!
Man muß seine Natur nehmen, wie sie ist!
Nicht ich habe sie gemacht!
Ich möchte keineswegs
dies Haus auf meinem Rücken kritisieren:
Es hat sein Gutes.
Aber gib zu, Herr:
Es ist reichlich schwer zu tragen!
Nun ja, laß
diesen Panzer und mein Herz
– die doppelte Klausur –
für Dich nicht ganz und gar verschlossen sein.
Bei EWTN habe ich den Podcast ‚Lebenslust‘ gefunden mit Beiträgen des Psychiaters und Theologen Manfred Lütz. Zwei Beiträge befassen sich mit der derzeit vorherrschenden Gesundheits-Religion und ihren Auswüchsen:
Es geht um katholische Blogger und deren Verortung in der gesamten Bloggerszene und ihr Verhältnis zu den kommerziellen Medien. Interessante Entwicklungen!
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