„francophone“ oder „Der Herr kennt die Seinen“

Schon seit einigen Wochen denke ich darüber nach, mal wieder einen Tag nach Banneux zu fahren. Das superschöne Wetter hat mich motiviert, das heute endlich in die Tat umzusetzen.

Man hat dem Wallfahrtsort deutlich angemerkt, dass die ‚Saison‘ noch nicht begonnen hat. Als ich gegen 10 Uhr ankam, war noch fast alles geschlossen, und es gab nur sehr wenige Besucher. Auf der Infotafel konnte ich lesen, dass die Beichtzeiten von 10 – 12 Uhr und von 14 – 16 Uhr sein sollten. An den üblichen Beichtstühlen blieb aber alles dunkel.

Ich hatte mir fest vorgenommen, die Zeit in Banneux auch für eine Beichte zu nutzen. Zwar war es nicht im strengen Sinne ’nötig‘, aber ein paar Themen sind mir derzeit doch so präsent und ‚dran‘, dass ich die Gelegenheit schon gerne wahrnehmen wollte – und das auch lieber am Anfang des Tages als später, kurz bevor ich wieder fahre.

Aus der Not eine Tugend machend habe ich dann eben erstmal einen kleinen Spaziergang gemacht und nochmals über meine Themen nachgedacht. Doch auch kurz vor 11 Uhr war an den mir bekannten Beichtstühlen immer noch niemand zu sehen. Die Information war ebenfalls geschlossen und auch am Gesprächszimmer blieb alles dunkel und verschlossen – nur ein Hinweis war zu lesen, man solle in diesem Fall am Priesterhaus klingeln.

Ich bin nun wirklich nicht dafür bekannt, mutig irgendwo zu klingeln und etwas für mich zu wollen oder nachzufragen – schon gar nicht in einer Sprache, die nicht meine Muttersprache ist. Umso erstaunter war ich über mich selbst, dass ich geradewegs zum Haus ging, auf den Klingelknopf drückte und nach einer deutschsprachigen Beichtgelegenheit fragte.

Leider Fehlanzeige! Der Priester vor mir sprach nur französisch und der deutschsprachige Priester sollte erst am Nachmittag kommen. Es gab nur die Möglichkeit, in Französisch zu beichten (Premiere!) oder bis zum Nachmittag zu warten.

Offenbar war der akute Mutanfall noch nicht vorbei (gepaart mit einer gehörigen Portion Ungeduld): Ich habe mich entschieden, es in der Fremdsprache zu versuchen. Trotz anfänglicher Stammelei wurde es dann ein richtig gutes Beichtgespräch. Genau das, was ich brauchte und was ich in meiner jetzigen Situation hören musste. Durch die Fremdsprache war ich zudem gezwungen, die Dinge viel einfacher und deutlicher auszudrücken und nicht in verklausulierten Andeutungen. Mir war, als hätte ich ein Schmunzeln ‚von oben‘ wahrgenommen. 😉

Nach der Beichte habe ich mir einen Spaziergang gegönnt und bin dann zum Essen in ein nahegelegenes Restaurant nach Theux gefahren, wo ich mir fast eineinhalb Stunden zum Essen gegönnt habe – nur für mich allein. Dann noch ein kurzer Abstecher nach Tancrémont und wieder zurück nach Banneux zur Vorabendmesse – ebenfalls in Französisch und vom selben Priester gehalten. Die Predigt war übrigens genau so gut und gehaltvoll wie seine Einlassungen während meiner Beichte.

Insgesamt war es ein richtig guter Tag für mich. Es bleibt dabei: Banneux tut mir einfach gut! Davon habe ich ja schon einmal hier berichtet. Ich könnte sagen, ich habe heute leise aber glückliche Stunden erlebt.

Einziger Wermutstropfen: Bei der Rückkehr hier einen Parkplatz zu finden, hat fast so lange gedauert, wie die Fahrtszeit für die Strecke Köln – Banneux. 🙁

Heute vor fünf Jahren…

… fand meine Firmung statt – „sub conditione“, weil die Firmung im Alter von 12 Jahren ziemlich sicher ungültig war.

Das Ganze verlief in einem eher ungewöhnlichen Ramen: In Schellenberg (Liechtenstein), im außerordentlichen Ritus, in der Privatkapelle von Erzbischof Haas, mit anschließender Messe – mit insgesamt 4 Leuten als Choralamt.

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(Der Priester, der mich vorbereitet hatte, war mit dabei und fungierte in Personalunion als Ministrant, Choralschola und Fotograph 🙂 )

Witzige Wortwechsel in Wigratzbad

Einige skurrile Wortwechsel/Aussagen habe ich in den Tagen in Wigratzbad mitbekommen. Ich rede jetzt gerade mal nicht von Gesprächen am Nachbartisch beim Frühstück, wo teilweise höchst krude Theorien gewälzt wurden. Ich rede von den sympathischen Gesprächen, die außerhalb des frommen Rahmens wohl eher Kopfschütteln hervorrufen würden.

Zum Beispiel das Gespräch am 1. Weihnachtsfeiertag zwischen zwei Priestern des Priesterseminars:

„Ich habe nur eine Stunde geschlafen, nein, 1 Stunde und 20 Minuten“  –  „Ich habe zweieinhalb Stunden geschlafen“  –  „So ein Luxus! Ein Seminarist hat 40 Minuten geschlafen, auf Knien, vermutlich während deiner Messe“

oder eine Skype-Nachricht am Abend:

„Langweilig? Wollen Sie noch zur Beichte kommen?“

Zwar hatte ich bereits einen Beichttermin mit dem betreffenden Priester ausgemacht, aber den Zusammenhang zwischen Langweile meinerseits und Beichte konnte ich doch nicht ganz nachvollziehen. 😉 Ich bin dann trotzdem brav losgetrabt und habe dann halt einen Abend früher gebeichtet als geplant.

Die spinnen, die Frommen! (und ich bin mittendrin)   😀

Erstaunliche Weihnachtsfeiertage

Morgen ist der letzte Tag meines weihnachtlichen Kurzurlaubs in Wigratzbad. Jetzt schon kann ich sagen, dass es schon sehr spezielle und außergewöhnliche Weihnachten waren.

Begonnen hat es mit einer Einladung zum Kaffee direkt nach meiner Ankunft am Freitagnachmittag. Kaum angekommen hatte ich so gleich eine nette Begegnung und ein gutes Gespräch.

Am Samstag/Heiligabend konnte ich zum Mittagessen endlich mal eine liebe Mitbloggerin treffen, mit der bisher noch nie ein Treffen zustande kam, trotz mehrerer Versuche. Aber um 15 Uhr musste ich gleich weiter: ich war eingeladen, mit einigen anderen, teilweise bekannten, Leuten den Abend zu verbringen – beginnend mit einer Messe in privatem Rahmen gefolgt von einem leckeren Fondue-Essen. Rückkehr irgendwann mitten in der Nacht.

Am ersten Weihnachtstag war allerdings an Ausschlafen nicht zu denken: Frühstück um 8 Uhr, um danach noch einige Priester und Seminaristen kurz zu treffen, die gerade selbst aus der Messe kamen. Spontanes gemeinsames Singen mit der Bloggerkollegin, das dann auch dazu führte, dass wir um 11 Uhr in der Messe miteinander sangen 🙂 Zum anschließenden Mittagessen in priesterlichem Hause kam es deshalb auch zu einem spontanen zusätzlichen Gast und zu spontaner Hausmusik am Klavier (und ausgiebigem Gesang). Und nachdem wir gegen 15 Uhr gegangen sind, stand schon eine Stunde später das nächste Treffen zum Kaffee an – mit einem weiteren Priester. Ausgeklungen ist der Abend an der Orgel der Sühnekirche, Mitbloggerin an der Orgel, ich mit Gesang – woraus sich noch ein nettes Schwätzchen mit dem Sakristan ergeben hat.

Am zweiten Feiertag musste ich die Bloggerkollegin leider nach der 10-Uhr-Messe verabschieden. Und da sich mittlerweile auch das Seminar schlagartig geleert hatte und keine Termine mehr geplant waren, wähnte ich jetzt eine sehr ruhige Zeit vor mir. Zum Mittagessen habe ich mich aber schon wieder in Gesellschaft von Soutaneträgern befunden – 4 Personen am Tisch mit 4 Nationalitäten und Tischgespräch in Deutsch, Französisch und Latein. Danach wurde es dann tatsächlich etwas ruhiger.

Die Situation des gestrigen Mittagessens wiederholte sich heute, nur diesmal mit 5 Personen und 5 Nationalitäten. Außerdem gab es gerade noch eine abendliche außerordentliche Beichtgelegenheit (die eigentlich für morgen Abend angesetzt war). Aber unverhofft kommt (hier) oft – erst recht wenn man mal eben per Skype oder SMS oder Facebook oder E-Mail erreichbar ist. Ganz nebenbei habe ich festgestellt, dass der Pater manchmal ein zu gutes Gedächtnis hat. 😉

Und morgen steht noch ein Besuch mit Mittagessen im Franziskanerkloster in Wangen an und am Abend noch ein Abstecher ins Distriktshaus der Petrusbruderschaft, und dann werde ich mich am Donnerstag wieder zurück auf den Weg nach Köln machen.

Ich kann jetzt wirklich nicht behaupten, langweilige Tage gehabt zu haben.

Bethlehem – die letzten Tage der Israelwallfahrt

Von Tabgha aus sind wir zum letzten Teil der Wallfahrt in Richtung Bethlehem aufgebrochen – mit einem ausgedehnten Zwischenstop zum Baden am Toten Meer. In Bethlehem angekommen mussten wir feststellen, dass unser Bus wegen der engen Straßen nicht direkt bis zur Unterkunft fahren konnte. Das letzte Stück mussten wir zu Fuß zurücklegen und gerieten in einen heftigen Regen. Natürlich wurde alles klatschnass, aber als wir von der Wassersituation in Bethlehem hörten und dass es der erste Regen seit April war, wurden nasse KLamotten definitiv zum Luxusproblem. (Okay, vielleicht hätte ich das Lied „O Herr, gieße Ströme des lebendigen Wassers aus“ nicht auf der Hinfahrt vor mich hinsingen sollen, sondern erst auf der Rückfahrt 😉 )

In Bethlehem haben wir natürlich die Geburtsgrotte und die Katharinenkirche besucht, die Milchgrotte und die Hirtenfelder (wo wir auch Messe feiern konnten). Zu unserer Messe in einer der Kapellen der Katharinenkirche kam noch eine weitere Gruppe mit dazu, die allerdings erst einmal mit dem ungewohnten Ritus zurecht kommen musste. Das war aber letztlich kein Problem.

Schön war auch, dass bei unserem gemeinsamen Rosenkranzgebet in der Milchgrotte immer wieder Leute dazu kamen und mitgebetet haben, eine Gruppe Ordensschwestern und auch einmal mehrere orthodoxe Geistliche.

In Bethlehem haben wir uns bewußt auch mehr Zeit gelassen – zum Verarbeiten, zum Nachdenken und Beten. An den letzten beiden Tagen gab es viel freie Zeit und kleinere Ausflüge in eine Olivenholzschnitzerei und zum Karmel.

Dieser Text an der Tür der Katharinenkirche ist für mich eine gelungene Zusammenfassung:

Weitere Bilder aus Israel

In den nächsten Tagen (11. – 14. November) haben wir den Teich Bethesda, den Berg Tabor und zwei verschiedene (Tauf-)Stellen am Jordan besucht. Außerdem haben wir von Tabgha aus Ausflüge gemacht zum Berg der Seligpreisungen, nach Kanaan  und nach Nazareth (Verkündigungsbasilika etc.)

Auf dem Berg Tabor hatten wir eine Messe in der Moseskapelle. Am Jordan war die Gelegenheit, das Taufversprechen zu erneuern und in Kanaan konnten die Ehepaare ihr Eheversprechen erneuern. Die Messe auf dem Berg der Seligpreisungen fand im Freien statt. Die Tatsache, das wir Messe nur im „alten Ritus“ hatten führte dort dazu, dass wir 1. zwischendurch immer wieder neugierige Zuschauer hatten und dass es 2. gewissen Probleme mit dem steinigen Untergrund gab. Knien war da nicht wirklich gut möglich.

Der zweite Tag in Jerusalem …

…war für mich besonders bewegend, vor allem der Besuch der Grabeskirche. Aus einem kurzen Gespräch mit dem begleitenden Pater hat sich ziemlich bald eine spontane Beichte entwickelt – genau unter der Kreuzigungskapelle. Eigentlich gibt es keinen besseren Ort dafür. Das war eines der großen Geschenke dieser Zeit für mich.

Außer der Grabeskirche haben wir auch noch die Kirche St. Peter in Gallicantu, den Abendmahlssaal und die Dormitio-Kirche besucht.

Bei Wikipedia findet sich übrigens eine Liste der Kirchengebäude in Jerusalem

Israel 09.11.2011

Hier nun die Fotos von meinem ersten Tag in Jerusalem:
Himmelfahrtskirche, Vaterunserkirche, ‚Dominus flevit‘, Gethsemane und Mariengrab

Nachdem wir nach der Anreise erst morgens um sechs Uhr in der Unterkunft in Jerusalem angekommen waren, wurde das Programm erst nach einem Nickerchen und dem Mittagessen gestartet.

Bilder im Kopf

Jetzt bin ich also zurück von meiner Israelreise und habe auch die Fotos gesichtet und ca. 200 davon zur Archivierung aussortiert. Es sind schöne Erinnerungen, die ich auch mit anderen teilen kann. Doch die wichtigsten Augenblicke habe ich nicht auf Fotos gebannt.

Die wichtigsten Bilder habe ich im Kopf. Sie kamen mir auch heute Morgen in der Messe ins Bewusstsein, und ich bin froh, in diesen Augenblicken keinen Fotoapparat in der Hand gehabt zu haben – vor allem in der Kreuzigungskapelle, bei der Beichte in der Adamskapelle darunter und in der Geburtsgrotte.

Es werden hier sicher noch Fotos und der eine oder andere Bericht folgen, aber das Wichtigste bleibt wohl unbeschreibbar und nicht vorweisbar – und ich bin froh darum.

Der neue „Garten der Religionen“ ist eröffnet.

Heute war die Einweihungsfeier.

Kirche St. Gangolf – alte Pfarrkirche Besseringen

Galerie

Diese Galerie enthält 8 Fotos.

Die Kirche steht ziemlich abgelegen zwischen Besseringen und Mettlach und gehörte ursprünglich zu einem Kapuzinerkloster. Als Pfarrkirche wurde sie 1909 abgelöst durch die neue Kirche Herz-Jesu mitten im Dorf. Es findet aber immer noch an jedem Sonntag ein Gottesdienst dort … Weiterlesen