In diesem Jahr wird also wieder der ‚Schwester-Robusta-Preis der deutschsprachigen Blogoezese‘ – kurz ‚Die Robusta‘ – verliehen. Herr Alipius gibt dazu Erklärungen auf seinem Blog und nimmt Nominierungen im Kommentarbereich oder per Mail entgegen.
Also bitte beteiligen – Eine geniale Möglichkeit, auf gute Blogs aufmerksam zu machen!
Leser ‚Admiral‘ hat mir noch Fotos von der gestrigen Primiz von P. Bernward van der Linden in Sendschotten (bei Drolshagen) geschickt, die ich gerne hier teile:
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Bernward van der Linden
02.07.2012 in Sendschotten bei Drolshagen
Levitiertes Amt
Heiß ist es gewesen am Samstag in der aufgeheizten Wellblechkirche in Wigratzbad! Deshalb habe ich mich auch nach 2 Stunden aus der über 3stündigen Weiheliturgie verabschiedet. Mir haben diejenigen ein bisschen leid getan, die an der Liturgie beteiligt waren und sich nicht verdrücken konnten.
Trotzdem: Es war eine sehr eindrückliche Feier, und ich freue mich über die Weihe und die neugeweihten Priester!
Nach dem obligatorischen Gruppenfoto haben nahezu alle Anwesenden sofort die Neupriester umringt, um sich den Primizsegen geben zu lassen. Bei der Gelegenheit konnte ich gleich noch Bekannte treffen und mit Leuten plaudern, die ich zum Teil länger nicht gesehen habe. Irgendwie haben die Weihen immer etwas von einem Familientreffen an sich.
Am Nachmittag hatte ich auch noch die Gelegenheit für eine ausführliche „Lila Pause“ (Beichte). Geistliche Rundumversorgung! 😉
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Am Sonntag gegen 8 Uhr feierte P. Bernward van der Linden seine Primiz in der vollbesetzten Sühnekirche. Anschließend gab es noch einen kleinen Empfang im Priesterseminar, von dem der Primiziant kaum etwas mitbekommen hat, da er in der Seminarkapelle nochmals vielen Leuten den Primizsegen gespendet hat. Um 11 Uhr war dann die Primiz von P. Francesco Riegger, der ebenfalls anschließend „belagert“ wurde von Gläubigen, die noch einen Primizsegen erhalten wollten.
Mit einigen Bekannten sind wir direkt danach zum Essen in ein Restaurant gegangen und haben weiterhin das Treffen genossen. Die Temperaturen waren außerdem deutlich erträglicher als am Vortag.
Zum Glück gab es an den Nachmittagen auch ruhigere Zeiten, so dass ich mich auch etwas erholen konnte. Ich fürchte, die neugeweihten Priester hatten deutlich weniger Ruhe. Immer wieder sind sie an diesen beiden Tagen um den Segen gebeten worden. Am Abend hatte ich auch noch eine unerwartete Gelegenheit, von einem der beiden französischen Neupriester einen Primizsegen zu bekommen.
Insgesamt waren es schöne und erfüllte Tage. Die lange Anfahrt (fast 9 Stunden) und Rückfahrt (ca. 7 Stunden) haben sich wirklich gelohnt.
Den Neupriestern wünsche ich nochmals Gottes reichen Segen und einen guten Start ins priesterliche Leben!
Sühnekirche in Wigratzbad – Ein Freund nennt den Ort ‚Wigwambad‘. Warum wohl? 😉
Das Angebot eines Veranstaltungstickets für den ‚Marsch des Lebens‘ hat der Deutschen Bahn Einiges an Kritik beschert. Auf der Facebookseite der DB wird kritisiert, die Bahn fördere damit ‚militante Abtreibungsgegner‘, die sich gegen das ‚Recht auf Selbstbestimmung‘ stellen.
Abgesehen von der Diskussion um den Lebensschutz selbst, die ich für wichtig und notwendig halte, stelle ich eine reichlich verzerrte Wahrnehmung fest:
Wer tatsächlich ‚militant‘ ist, kann man sehr gut selbst feststellen, wenn man sich Videoaufnahmen dieser Märsche ansieht und diverse Aufrufe der Gegendemonstranten. Die Aggression und Gewaltbereitschaft (auch aber nicht nur auf sprachlicher Ebene) liegen meist nicht auf der Seite der Lebensschützer.
Abtreibung ist in Deutschland immer noch verboten, wird aber unter gewissen Umständen nicht bestraft. Daraus ein RECHT abzuleiten halte ich für eine abenteuerliche Interpretation. Und da es kein Recht ist, kann auch kein Recht untergraben werden. Der ‚Marsch für das Leben‘ plädiert also lediglich dafür, dass etwas nicht getan wird, was sowieso verboten ist. Wo ist das Problem? Ich sehe beim besten Willen nicht, wie man in diesem Zusammenhang von verfassungsfeindlichen Aktivitäten sprechen kann.
… ist nicht die Regierung des Menschen, sondern nur der Regierungssprecher. Der Regierungssprecher ist der Letzte, der erfährt, was beschlossen wurde, muss das aber nach außen hin vertreten.
„Geringe, schöne Dissonanzen erhöh’n die Harmonie des Ganzen“ schreibt Eugen Roth. Dissonanzen streben nach Auflösung. Ein Musikstück, das in einem dissonanten Akkord endet, lässt eine Spannung zurück. Ich kenne Menschen – ich selbst gehöre dazu – die dann selbst anschließend die Auflösung spielen oder singen. Dissonanzen erhöhen die Harmonie offenbar nur dann, wenn sie auch aufgelöst werden.
Mit Dissonanzen in zwischenmenschlichen Beziehungen geht es mir ähnlich. Ohne Auflösung auf die eine oder andere Art bleibt eine Spannung bestehen, die sich im ungünstigsten Fall nicht nur nicht abbaut, sondern mit der Zeit sogar verstärkt. So spannend Dissonanzen also sind, ohne Auflösung ist es schwierig (zumindest für mich) damit umzugehen.
Auch von Eugen Roth:
„Ein Mensch, will er auf etwas pfeifen, darf sich im Tone nicht vergreifen.“
ich kann’s ja verstehen, dass ihr euch aufregt über so manche Podiumsdiskussion und manchen Programmpunkt beim Katholikentag. Vieles davon würde ich mir auch verkneifen. Aber es gibt doch auch noch die anderen Angebote, Eucharistiefeiern, Beichtgelegenheiten und vor allem die Möglichkeit ein riesiges Spektrum an Orden, Gemeinschaften und Bewegungen kennenzulernen. Das ist etwas, das ich nicht missen möchte.
Und ohne diese Möglichkeit – damals beim Katholikentag in Ulm 2004 – wäre eine für mich wichtige Begegnung nicht zustandegekommen.
So kann (ökumenischer) Dialog nämlich auch aussehen 😉
An dieser Stelle möchte ich hinweisen auf den Beitrag ‚Unbehagen‘ auf dem Blog ‚katholon‘. Es geht um den Katholikentag einerseits und den Umgang damit in verschiedenen ‚Lagern‘ andererseits.
Danke! Das ist mir 100% aus der Seele geschrieben.
LOS WOCHOS, diesmal ausgerufen von Pro Spe Salutis: Mai-Altäre 2012.
Also mitmachen!
Dieser Maialtar befindet sich in der Kirche Maria Hilf in Köln.
Die Regeln: Es zählen nur Altäre, die man in diesen Tagen selbst photographiert (hat) – also keine Google-Bildsuche oder dergleichen. Und: Vor jedem Maialtar muß nach dem Ablichten zumindest ein Salve Regina für Papst Benedikt XVI. gebetet werden.
Vor Kurzem habe ich mal wieder einen Abstecher zu meinem alten Arbeitsplatz bei der Heilsarmee gemacht. Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass auch nach 6 ½ Jahren immer noch verschiedene Sätze, Aussprüche und Gedanken von mir in meiner alten Abteilung präsent sind. Unter anderem bin ich an Gedanken erinnert worden, die ich mir zu einem Baum dort im Hof gemacht habe:
◊◊◊◊◊
In unserem Innenhof steht eine sehr große Platane, eine der größten gesunden Platanen in der Kölner Innenstadt. Obwohl sie fast zubetoniert zu sein scheint, findet sie doch ihre Versorgung.
Der Baum ist so hoch, dass es nur wenige Firmen gibt, die die Ausrüstung und die ausgebildeten Mitarbeiter haben, um einen fachmännischen Baumschnitt durchzuführen. Vor einiger Zeit ist wieder ein solcher Baumschnitt durchgeführt worden. Dabei habe ich einige Entdeckungen gemacht, die mich zum Nachdenken angeregt haben:
Nach der Meinung der Fachleute reicht das Regenwasser allein nicht aus, einen solchen Baum ausreichend zu versorgen. Vermutlich reichen seine Wurzeln hinab bis zum Grundwasser. Auch im heißesten Sommer bleibt unsere Platane grün und saftig, mitten in einem Kölner Innenhof. Ein ähnliches Bild findet sich auch in Psalm 1, 1-3:
„Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“
Die tief reichenden Wurzeln sorgen dafür, dass der Baum leben kann, auch unter widrigen Umständen. Um gesund zu bleiben braucht er auch das Wasser aus der Tiefe.
Nachdem die Platane fertig beschnitten war, wurden die Arbeiter gefragt, warum sie die störenden Äste am Stamm nicht beseitigt haben. Das wäre doch optisch viel schöner. Die Antwort hat mich verblüfft. Diese dünnen Äste versorgen das Narbengewebe von einem früheren Baumschnitt, bei dem wesentlich dickere Äste entfernt wurden. Schneidet man diese feinen Äste ab, stirbt das Narbengewebe ab und der Baum wird an dieser Stelle anfällig für Pilzbefall. Auf mich wirken diese „störenden“ Äste fast wie Fahnen, die die alten Wunden markieren. Und doch sind sie so notwendig.
Ich frage mich, ob es nicht auch beim Menschen so ist. Der Versuch, Wunden zu verdecken führt eher dazu, dass man genau an der Stelle anfällig wird. Da wo ich zulasse, dass diese Wunden und später auch die Narben versorgt werden, kann ich gesund werden und bleiben. Das ist unangenehm, peinlich, das stört das perfekte Bild, und doch ist es der Weg zu Heilung und Stabilität.
Es ist eine der großen Herausforderungen, sich genau diesen Wunden und versteckten Seiten zu stellen. Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass sich Gott gerade unserer unschönen Seiten annimmt, unserer Schuld und Rebellion. Und auch sein Heilmittel ist wie eine sichtbare Markierung dieser Wunde: Am Kreuz wird ihre ganze Hässlichkeit offenbar. Und doch müssen wir genau da hin schauen, um heil zu werden. Bereits im Alten Testament gab es dafür ein Vorbild:
„Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“ (4. Mose 21, 8-9)
Nicht das Wegsehen, das Verbergen bringt das Heil, sondern das Aufdecken, Anschauen und das Vertrauen auf Gottes Handeln.
Dann können Wunden in Kraftquellen verwandelt werden.
Selten habe ich einen deutlicheren Versuch gesehen, den ‚Geist des Konzils‘ gegen die tatsächlichen Texte des Konzils auszuspielen, als auf der Seite ‚pro-konzil.de‘ im Artikel „Was soll uns die Gottesfrage?„:
„Er [Papst Benedikt] hat, zuerst als Präfekt der Glaubenskongregation und dann als Pontifex, intelligent, zäh und erfolgreich an dem Rollback des Konzils gearbeitet. Obwohl dieses Vorhaben nicht hundertprozentig erfolgreich sein kann, hat sich doch im Wesentlichen die Tendenz durchgesetzt, das Konzil anhand des Wortlauts seiner Dokumente zu interpretieren. Diese Dokumente sind als Kompromiss zwischen freiheitlichen und reaktionären Tendenzen entstanden und spiegeln den damaligen Geist des Aufbruchs – eben den Geist des Konzils nur unzureichend wieder.“
Es soll also ein ‚Rollback des Konzils‘ sein, sich die Texte nochmal genauer anzusehen – das, was die Bischöfe letztlich unterschrieben haben?
[ironiemodus]Und wo kämen wir schließlich hin, wollte man ein Kozil anhand seiner Dokomente interpretieren! Völlig abwegig![ironiemodus off]
„Das ‚Jahr des Glaubens‘ zum 50. Jubiläum ist kein Zufall, das hieße, den Meisterstrategen auf dem Papststuhl zu unterschätzen. Vielmehr wird damit zum Todesstoß auf das konziliaren Gedächtnisses angesetzt, indem man seine schwächste Seite, eben die Glaubensinhalte betreffend, ins allgemeine Bewusstsein hebt und der Welt dadurch klar macht, dass das Konzil zu diesen Grundlagen nichts zu sagen hat und damit als irrelevant ad acta gelegt werden kann.“
Habe ich das richtig verstanden – sich mit dem Glauben zu beschäftigen, soll dem Gedächtnis des Konzils den Todesstoß versetzen? Worum sonst soll es denn gehen, wenn nicht um den Glauben! Das ist nun einmal das Kerngeschäft der Kirche, auch wenn viele sie lieber mit gesellschaftspolitischen und strukturellen Themen beschäftigt sähen.
Ich bin froh, dass Papst Benedikt sich diesem Diktat von außen (und leider auch von innen) nicht beugt.
Und noch eine Nettigkeit am Rande: Liebe Bloggerkollegen, wusstet ihr, dass ihr ‚im Gleichschritt marschiert‘?
„Dazu sind wir auch verpflichtet, um die nachwachsende Generation junger Katholiken nicht völlig wehrlos an den römischen Gleichschritt auszuliefern. Wenn man sich im Internet umsieht und z.B. die Blogs katholischer Laien betrachtet, dann marschieren über 90% davon in diesem Gleichschritt. Sie tun dies unter anderem, weil sie hier eine andere Vorstellung von Gott finden als die einer allgemeinen Wohlfühlharmonie im Universum, wie sie in jedem esoterischen Buchladen zu kaufen ist.“
Es wäre schön, wenn der Autor einen solchen missionarischer Eifer eher in die Verkündigung des Glaubens legen würde.
„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch“ (Hesekiel 36, 26)
Die Predigt hörte sich wie eine Generalabrechnung mit der Amtskirche und ihren formalen Vorgaben an. Es käme viel mehr auf die Erfahrung der Menschen an, als auf Glaubenswissen und -unterweisung. Der Weg der Neuevanglisierung via Wissensvermittlung sei ein Irrweg. Die Jünger in der Emmauserzählung hätten Jesus ja auch beim Brotbrechen (also einer Handlung) erkannt. – Vergessen bzw. ausgelassen wurde allerdings, dass dem eine ausführliche Katechese vorausging.
Die Messtexte wurden – um der Lebendigkeit willen – umformuliert bzw. mit Füllwörtern versehen, inklusive Wandlungsworte. Und in dem ein oder anderen Nebensatz wurde ganz nebenbei auch noch die Gottheit Jesu ‚umdefiniert‘.
Dazu passt die Herrnhuter Losung für den heutigen Tag:
„Muss ich nicht das halten und reden, was mir der HERR in den Mund gibt?“ (4.Mose 23, 12)
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