Liebe Katholikentagsverweigerer,

ich kann’s ja verstehen, dass ihr euch aufregt über so manche Podiumsdiskussion und manchen Programmpunkt beim Katholikentag. Vieles davon würde ich mir auch verkneifen. Aber es gibt doch auch noch die anderen Angebote, Eucharistiefeiern, Beichtgelegenheiten und vor allem die Möglichkeit ein riesiges Spektrum an Orden, Gemeinschaften und Bewegungen kennenzulernen. Das ist etwas, das ich nicht missen möchte.

Und ohne diese Möglichkeit – damals beim Katholikentag in Ulm 2004 – wäre eine für mich wichtige Begegnung nicht zustandegekommen.

So kann (ökumenischer) Dialog nämlich auch aussehen 😉

15 Gedanken zu „Liebe Katholikentagsverweigerer,

  1. Klar. Deshalb halte ich mich als traditioneller Verweigerer auch eher zurück. Augeregt habe ich mich aber gestern, als man berichtete, dass man es nicht einmal geschafft hat, die gregorianische Messe meines Freundes Jolie nicht mal ins Programm zu bekommen… 😉
    Viel Freude noch beim Katholinkentag! Jetzt ohne Polemik und von Herzen.

  2. Ja, manches ist wirklich sehr ärgerlich, und ich finde, dass man das auch sagen dürfen muss, Durch manches (und immer mehr) wird so manchen Leuten auch die Chance genommen, die Kirche so kennenzulernen wie (und was) sie ist.
    Dennoch sehe ich mich durchaus nicht als “Katholikentagsverweigerer”. Ganz und garnicht. Meine Verweigerung richtet sich gegen die Banalisierung von Katholikentagen.
    Einige Dinge (der Veranstalter) sind aber auch einfach so unmöglich, dass man sich einfach nur darüber lustig machen kann – wenn man nicht anfangen will zu heulen.
    Jedenfalls gehöre ich nicht zu den Leuten, die sagen: Was der Kaiser doch für prachtvolle Kleider anhat!, obwohl er doch nackt ist…
    Gott wird auch auf dem Katholikentag 2012 Menschen anrufen und sicher werden seinem Ruf auch 2012 Menschen folgen – davon bin ich überzeugt.

    • Ich habe gar nichts dagegen, Fehlentwicklungen zu benennen bzw. zu karrikieren. Ich wende mich lediglich dagegen, wenn Leute sagen, da könne ein Katholik nicht mehr hinfahren und stattdessen zu Alternativ-Veranstaltungen einladen. Es fehlt dann etwas Wichtiges. Es ist Teil der Vielfalt, die es nunmal in der kath. Kirche gibt, dass man mit Einigem so gar nicht kann – teilweise auch gut begründet. Dem würde ich aber nicht den Platz überlassen wollen.

  3. …da könne ein Katholik nicht mehr hinfahren und stattdessen zu Alternativ-Veranstaltungen einladen.

    Wäre es nicht am einfachsten ALLE Veranstaltungen auf dem Katholikentag unter einem Dach, dem der Allumfassenden abzuhalten?
    Damit wäre die Vielfalt unterstrichen und die Einheit gewahrt, die immer angemahnt wird.

    • Ja, ich bin froh, dass es von dieser Begegnung ein Foto gibt und dass der Pater, der es gemacht hat, mich auch kennengelernt und deshalb das Bild zugeschickt hat.

  4. Dank für den Hinweis auf das Foto mabu! Es spricht wirklich Bände. Zumindest die Körpersprache der beiden. Beide in Schlagdistanz mit massiver Barrikade vor der Brust. Da hat der Fotograf wirklich genau im richtigen Moment den Auslöser gedrückt.

      • Zitat: Zugegeben, ich hab’s auch darauf angelegt, meinen Gesprächspartner genau damit auch zu konfrontieren. /Zitat

        Genau diese Konfrontation ist auf dem Foto überdeutlich zu sehen. Keiner von beiden ist bereit, auch nur einen Millimeter zurück zu weichen.
        Und wie man feststellen kann, wenn man die Geschichte verfolgt, scheint es mit der erwähnten Ökumemene nicht allzu weit her zu sein. Oder wird die Dame mit den Rangabzeichen gar an den Tisch des Herrn eingeladen? Das würde mich riesig freuen!!!

        • Davon scheint sich meine Wertung der Begegnung deutlich zu unterscheiden. Für mich war es ein sehr respektvolles Gespräch, auch wenn man natürlich einander “abgeklopft” hat. Das finde ich aber normal bei so unterschiedlichen Ausgangspositionen. Was es zu einem ECHTEN ökumenischen Dialog werden ließ war, dass jeder tatsächlich eine Position bzw. Überzeugung hatte und sie auch vertreten konnte. Und trotzdem hat man gegenseitig genau hingehört, was der andere wirklich meint, Gemeinsamkeiten entdeckt und anerkannt aber auch unterschiedliche Sichtweisen stehenlassen können.
          Dass der Pater mich überzeugen wollte, nehme ich ihm absolut nicht übel. Ich glaube ihm, dass er das Beste für mich wollte. Aber wenn man dennoch stehen lassen kann, dass der andere begründet eine andere Postion einnimmt, ist das doch okay. Man muss nicht so lange diskutieren, bis alle eine Meinung haben.

  5. Man muss nicht so lange diskutieren, bis alle eine Meinung haben.

    Nein, muss man nicht. Aber man hat dan aufgehört zu missionieren.

    Find ich gut und würde ich mir öfter wünschen. Vor allem wenn solche Leute wie die Salafisten jeglicher Religion damit anfangen anderen auf den Wecker zu gehen.
    Insofern war Ihr Dialog wirklich ein voller Erflog. Gut so! *freu mich mit Ihnen*

  6. Ich kritisiere niemanden, der diese Veranstaltung besucht, ich würde es aber nicht tun, höchstens, wenn ich am jeweiligen Ort wohnte, gezielt zwei, drei Veranstaltungen aufsuchen. Das hängt zum einen mit meiner Abneigung gegen Events solcher Formen generell zusammen; und die katholische Vielfalt lerne ich jederzeit auch an meinem Wohnort oder der Umgebung kennen, oft reicht dafür ein Telefonat, eine mail oder das Ansprechen eines Priesters, eines Mönches, einer Ordenschwester oder auch eines Laiens aus, so ergeben sich Begegnungen, die dann auch die notwendige Ruhe und Zeit in sich tragen.
    Zur katholischen Vielfalt rechne ich aber nicht, daß Lehramt und Hierarchie grundsätzlich in Frage gestellt werden können; solche Veranstaltungen sind auf dem ZDK – Tag in eindeutiger Überzahl, und werden zudem in der Berichterstattung wie auch vom ZDK selbst zu Unrecht als repräsentativ für die katholischen Laien vereinnahmt, wodurch ein extremes Zerrbild der Kirche auch hierzulande der Öffentlichkeit vermittelt wird. Und gegen dieses darf und soll man schon publizistisch zur Wehr setzen und man darf auch gegen diese Art Veranstaltung generell sein. (die Messen und Andachten, die ich anderwo in dieser Zeit besucht habe, würde ich nicht als “Alternativveranstaltung” ansehen, das wär zu viel der unverdienten Ehre für Mannheim 😉

    Also: wer da hin will, völlig in Ordnung, wer nicht, auch. Man darf es spannend finden, man darf es auch in Bausch und Bogen ablehnen. Ich persönlich hätte jedem, der sich ein Bild vom katholischen machen will, abgeraten, bzw. etwas anderes vorgeschlagen. Auf “katholon” fand Cicero die treffende Formulierung “Mannheim zerstreut”. Das sehe ich auch so. (was nicht ausschließt, daß jemand da doch fündig wird, auf irgendeinem unergründlichen Weg)

  7. Pingback: Vielfalt | Weihrausch und Gnadenvergiftung

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