Da erzählt mir ein Freund, dass er immer wieder Kerzenreste los werden will, und schon setzt sich bei mir die Idee fest, ich könnte ja anfangen, Kerzen zu gießen. Schließlich brennt bei mir immer irgendwo eine Kerze.
Sowas kommt dann dabei heraus:
Und wenn ich schonmal dabei bin, könnte ich sie ja auch gleich selbst verziehren. Ostern steht vor der Tür. Was liegt also näher, als eine Osterkerze zu machen… oder zwei… oder drei… oder vier…
Selten hat mir eine Oration so sehr aus dem Herzen gesprochen:
2. Sonntag nach Epiphanie (Außerordentliche Form des römischen Ritus)
Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott, du lenkst gleicherweise Himmel und Erde; erhöre huldvoll das Flehen deines Volkes und schenke deinen Frieden unseren Zeiten: durch unseren Herrn.
Graduale (Ps 106, 20-21)
Der Herr sandte sein Wort und heilte sie; er entriß sie ihrem Verderben. Darum sollen sie den Herrn für sein Erbarmen und für seine Wundertaten an den Menschenkindern preisen.
2. Sonntag im Jahreskreis (Ordentliche Form des römischen Ritus)
Tagesgebet
Allmächtiger Gott, du gebietest über Himmel und Erde, du hast Macht über die Herzen der Menschen. Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir; stärke alle die sich um die Gerechtigkeit mühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Eine Überlegung (Gastbeitrag von Manfred Barnabas Loevenich SJB)
Der Kampf mit den Dämonen – wie er in der vom heiligen Kirchenvater Athanasius von Alexandria verfassten Vita des heiligen Antonius bilderreich beschrieben wird – gehört keineswegs ins Reich der Legenden und Fabeln, sondern ist höchst real.
Bild: Hieronymous Bosch, Triptychon mit den Versuchungen des heiligen Antonius (1505-1506), Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon
Auch wenn mir dieser Zusammenhang eigentlich schon länger klar ist, gewinnt diese Erkenntnis doch in der gegenwärtigen, von verschiedenen Terrormeldungen beherrschten Gegenwart, eine neue, höhere Brisanz und einen tieferen Sinn.
Heute las ich von einer Darstellung des israelischen Schriftstellers David Grossman in der französischen Tageszeitung „Libération“ über die Angst, die der Terrorismus verbreitet, die Angst vor dem Bekannten und dem Unbekannten. David Grossman warnt:
„Die wahre zerstörische Macht des Terrorismus besteht am Ende in der Tatsache, dass er den Menschen mit dem Bösen konfrontiert, das sich in ihm selbst verkrochen hatte, mit dem, was tief unten steckt, das Bestialische, das Chaotische. Das gilt sowohl für das Individuum wie für die Gesellschaft. Der Terrorimus im Allgemeinen – und ganz bestimmt derjenige der Attentäter in Paris – sucht nicht den Dialog. Letzten Endes reckt er sein Haupt, um die Gesellschaft niederzuringen.“
Ein Grund mehr, dass wir die perfide Methode des Terrors (also des Bösen) durchschauen, der uns dazu bringen will, dass wir uns fürchten – und dass wir unsererseits jene hassen, die wir für unsere Feinde halten oder dies tatsächlich auch sind.
Umso mehr gilt: „Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ (Jesus Christus in Lukas 6,27-28)
Denn NUR SO können wir uns der Dynamik, die der Kreislauf des Terrors und des Bösen (auch in uns selbst) darstellt, entziehen und den „Kampf gegen die Dämonen“ gewinnen. Mit der Hilfe Gottes. Anders nicht.
Schon die ach so vernünftige und aufgeklärte Französische Revolution hat ja gezeigt, dass ohne dieses originäre Moment des Christlichen – ohne die Feindesliebe – auch jede „gut gemeinte“ Bewegung am Ende im Bösen endet. Das „regime de la terreur“ der Jahre 1793 und 1794 zeigte dies nur all zu deutlich, ebenso wie viele Bewegungen davor und danach: „Ich weiß wohl – die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder.“ (Georg Büchner, „Dantons Tod“, 1. Akt, 5. Szene)
Terror erzeugt neuen Terror, Angst wiederum Angst, Gewalt neue Gewalt und Hass neuen Hass. DER WEG, aus diesem unseligen Automatismus heraus zu kommen, ist den Christen bekannt … eigentlich.
Aber zu viel wird es mit dem Weihrauch wohl nur dann, wenn er nicht der Ehre Gottes dient und mit Gebet empor steigt, sondern wenn es letztlich um Selbstbeweihräucherung gehen sollte.
„Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“
„Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“ (Psalm 139, 16)
Rückblicke, Erinnerungen, Erwartungen, Befürchtungen, Wünsche, Vorsätze und Entscheidungen – davon sind die letzten Stunden des alten und die ersten des neuen Jahres geprägt. Doch was für das der Psalm über das einzelne Menschenleben sagt, gilt sicher auch für Jahre: „alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten“
In diesem Sinne wünsche ich allen Bloglesern einen guten Start in ein reich gesegnetes neues Jahr 2015!
Jetzt kenne und liebe ich dieses Adventslied schon so lange und habe jetzt erst festgestellt, dass es von den O-Antiphonen inspiriert ist. Darum gerade heute:
Die O-Antiphonen:
17.12. O Weisheit, hervorgegangen aus Gottes Mund, mächtig wirkst du in aller Welt, und freundlich ordnest du alles. Komm, o Herr, und lehre uns den Weg der Einsicht.
18.12. O Herr und Fürst des Hauses Israel, du bist dem Mose erschienen in der Flamme des Dornbuschs und gabst ihm das Gesetz am Sinai. Komm, o Herr, und erlöse uns mit starkem Arm.
19.12. O Wurzel Jesse, gesetzt zum Zeichen für die Völker. Vor dir verstummen die Mächtigen, zu dir rufen die Völker. Komm, o Herr, und erlöse uns, zögere nicht länger.
Jesse war der Vater Davids, der Messias wird nach der Überzeugung des Alten Testaments ein Nachkomme Davids sein, der aus Bethlehem stammt.
20.12. O Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel, du öffnest und niemand schließt, du schließest und niemand öffnet. Komm, o Herr, und befreie aus dem Kerker den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis und im Schatten des Todes.
21.12. O Anfang, Glanz des ewigen Lichtes, du Sonne der Gerechtigkeit, komm, o Herr, und erleuchte uns, die wir sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.
22.12. O König der Völker, den sie alle ersehnen. Du Eckstein, der das Getrennte eint. Komm, o Herr, und befreie den Menschen, den du aus Erde erschaffen hast.
23.12. O Immanuel, Gott mit uns. Du König und Lehrer, du Sehnsucht der Völker und ihr Heiland. Komm, o Herr, und erlöse uns, Herr, unser Gott.
Einer der Liederdichter, die mich immer sehr berührt haben, ist Paul Gerhardt. Ich werde hier nicht viel über die Lebensdaten dieses bekannten evangelischen Liederdichters aus dem 17. Jahrhundert schreiben. Das haben andere Kompetentere ausführlich getan.
Dieser Mann, dessen Lieder so sehr von der Hoffnung und von der innigen Verbindung zu Christus sprechen, war wahrhaftig nicht auf Rosen gebettet. Er hat die Schrecken des 30jährigen Krieges und verschiedener Seuchen erlebt, stand mitten im Konflikt zwischen lutherischer und reformierter Lehre und musste auch persönlich mit einigen Schicksalsschlägen zurecht kommen. Im Alter von 14 Jahren war bereits verwaist. Er hat später auch vier seiner fünf Kinder sowie seine Frau verloren. Umso beeindruckender sind die Hoffnung und das Vertrauen, die in seinen Liedern zum Ausdruck kommen, auch wenn das Schwere nicht verschwiegen wird.
Im Wikipedia-Artikel heißt es: „Gerhardt wird auch das Verdienst zuerkannt, die Entwicklung vom Bekenntnislied zum Andachtslied und das zuversichtliche Preis- und Dankgebet gefördert zu haben. Seine Gedichte haben sich zu Volks- und Familienliedern christlichen Glaubens entwickelt.“ Seine Lieder sind also weniger für den gemeinsamen Gottesdienst, sondern eher für die persönliche Andacht gedacht. Sie erlauben es sich, subjektiv zu sein. Trotzdem haben sie Aufnahme in viele Gesangbücher gefunden – evangelische, freikirchliche und katholische.
Von Paul Gerhardt stammt zum Beispiel eines meiner zwei Lieblings-Adventslieder – ‚Wie soll ich dich empfangen‘:
Obwohl diese Texte so subjektiv sind und so stark das persönliche Glaubenserleben thematisieren, haben sie offenbar auch Gläubigen anderer Zeiten und Prägungen etwas zu sagen.
So schreibt Dietrich Bonhoeffer aus dem Gefängnis in Tegel über das Weihnachtslied ‚Ich steh‘ an deiner Krippen hier‘: „Ich hatte mir bisher nicht viel daraus gemacht. Man muss wohl lange allein sein und es meditierend lesen, um es aufnehmen zu können. Es ist in jedem Worte ganz außerordentlich gefüllt und schön. Ein klein wenig mönchisch-mystisch ist es, aber doch gerade nur soviel, wie es berechtigt ist; es gibt eben neben dem Wir doch auch das Ich und Christus, und was das bedeutet, kann gar nicht besser gesagt werden, als in diesem Lied.“ (in: Widerstand und Ergebung)
Bei aller notwendigen Betonung der Objektivität – und heute ist sie sicher nötiger als zu Paul Gerhardts Zeiten – braucht eben auch die persönliche Frömmigkeit ihren Raum.
‚Ich steh‘ an deiner Krippen hier‘ ist übrigens mein persönlicher Favorit unter den Weihnachtsliedern.
Populus Sion, ecce,
Dominus veniet
ad salvandas gentes;
et auditam faciet
Dominus gloriam vocis suæ
in lætitia cordis vestri.
Qui regis Israel, intende
qui deducis velut ovem Ioseph.
Volk von Sion, siehe, der Herr wird kommen, die Heiden zu erlösen; und der Herr wird hören lassen Sein majestätisches Wort zur Freude eures Herzens. (Jesaja 30,30) Hab acht, Du Hirte Israels, der Du gleich einem Schäflein Joseph weidest. (Psalm 80,2)
Alle Jahre wieder wird auf Facebook und/oder im Freundes- und Bekanntenkreis diskutiert, wie ein Adventskranz auszusehen hat. Besonders beliebt ist dabei die Auffassung, ein „traditionell katholischer Adventskranz“ müsse drei violette und eine rosafarbene Kerze haben – gemäß der liturgischen Farben der jeweiligen Adventssonntage.
Andere sind der festen Überzeugung, die Kerzen müssten honigfarben sein und die Bänder violett. Und wieder andere halten nur einen Adventskranz mit roten Kerzen für den einzig Richtigen
Ich empfinde die Diskussion um die Farben – vor allem, wenn Meinungen so absolut dargestellt werden wie auf dieser Seite – eher amüsant. Der Adventskranz ist eine Erfindung aus dem evangelischen Bereich. Deshalb muss ich jedes Mal schmunzeln, wenn von einem „traditionell katholischen Adventskranz“ gesprochen wird. Er hat weder eine allzu lange Tradition noch hat er katholische Wurzeln. Die Farbendiskussion empfinde ich als liturgische oder ideologische Überfrachtung einer einfachen und schönen Idee.
Ein Adventskranz ist ein Adventskranz – nicht mehr und nicht weniger. Und deshalb ist meiner unideologisch, unliturgisch und einfach nur so, wie er mir gefällt.
Zu dir erhebe ich meine Seele;
mein Gott, auf dich vertraue ich.
Darum werde ich nicht erröten,
noch sollen meine Feinde mich verlachen.
Denn all die vielen, die auf Dich warten,
werden nicht enttäuscht. (Psalm 24, 1-3)
Vers: Herr zeige mir Deine Wege
und lehre mich Deine Pfade. (Ps. 24, 4)
Es war anstrengend, dieses erste Adventswochenende und damit mein Einstig in die Adventszeit: Insgesamt über 600 Kilometer mit dem Auto, jeweils um oder auch vor 7 Uhr morgens aus dem Haus müssen und abends erst um 21 Uhr wieder zurück sein und tagsüber Vorträge hören, diskutieren und viele Begegnungen. Es war aber auch ein sehr reiches Wochenende!
Begonnen hat es mit einem Studientag im Franz-Hitze-Haus Münster zum Thema „Prophetie – ein vergessenes Charisma?“ Trotz oder gerade wegen einiger Diskussionen mit den Referenten habe ich gute Impulse und mehr persönliche Klarheit zu diesem Thema mitnehmen können.
Der Sonntag war ausgefüllt mit einem Besuch der Abtei Königsmünster in Meschede. Der Adventsmarkt an diesem Wochenende war ein willkommener Anlass, wenn auch letztlich mehr Kulisse. Besonders wertvoll waren mir die Messe am Morgen und die vielen Begegnungen während des Tages – ungeplante und geplante. Vor allem hat es mich gefreut, den Pastor der Baptistengemeinde zu treffen, der vor vielen Jahren für die Gemeinde im Saarland zuständig war, zu der ich damals gehörte. Es ist ein besonderes Geschenk, sich nach über 10 Jahren wieder zu treffen und eine Verbundenheit zu erleben, als sei man sich erst vor einigen Monaten das letzte Mal begegnet. Gemeinschaft und christlicher Austausch über die Zeit- und Konfessionsgrenzen hinweg.
Ich bin beschenkt!
„… Denn all die vielen, die auf Dich warten, werden nicht enttäuscht …“ (s.o.)
Andrea vom Blog „5 Brote 2 Fische“ hatte die spontane und geniale Idee zu einem Blogoezesen-Adventskalender. Binnen kürzester Zeit fanden sich 24 weitere Blogger (und -innen), die sich bereit erklärten jeweils einen Tag zu übernehmen.
Es gibt also ab dem 1. Advent jeden Tag auf einem anderen Blog Beiträge zum Advent. Wo? Hier (Klick aufs Logo):
Die Abstimmungen zum Robusta-Preis 2014 sind abgeschlossen und ausgewertet. ‚Weihrausch und Gnadenvergiftung‘ erhielt nun die Goldene ‚Robusta‘ in der Kategorie Dialog:
‚Gesucht wird das Anti-Großmaul. Wer behält nicht nur in Debatten und Kommentaren einen kühlen Kopf sondern lädt auch zu respektvollem Austausch ein und zeigt sich für andere Meinungen offen?‘
Die Prämierung gerade in dieser Kategorie freut mich besonders. Auslöser für die Nominierung war eine Aussage eines geschätzten Mitbloggers, die mir auch den Sonderpreis eingebracht hatte:
Weihrausch und Gnadenvergiftung – Begründung: „Heike bewegt sich so gekonnt zwischen hochrömischen Katholen und hochkirchlichen Protestanten, daß dies zwar manchmal irgendwie abseitig, aber auch sehr sympathisch deucht.“
Herzlichen Dank an alle Leser und Mitblogger, die durch Nominierung und Voting diesen Blog unterstützt haben!
Webseitenbetreiber müssen, um Ihre Webseiten DSGVO konform zu publizieren, ihre Besucher auf die Verwendung von Cookies hinweisen und darüber informieren, dass bei weiterem Besuch der Webseite von der Einwilligung des Nutzers
in die Verwendung von Cookies ausgegangen wird.
Der eingeblendete Hinweis Banner dient dieser Informationspflicht.
Sie können das Setzen von Cookies in Ihren Browser Einstellungen allgemein oder für bestimmte Webseiten verhindern.
Eine Anleitung zum Blockieren von Cookies finden Sie
hier.