Das Geschenk einer überraschenden Begenung

Auf dem Weg zu einer Urlaubsreise erwartet man gewöhnlich, dass die spannendsten Begegnungen am Reiseziel stattfinden. Mir ging es Anfang Mai auf dem Weg nach Ägypten nicht anders. Vom Abflughafen Frankfurt habe ich lediglich erwartet, viel suchen und mich um viel kümmern zu müssen.

Nachdem ich den zuständigen Schalter für den Check-in endlich gefunden habe, sah ich zwei koptische Priester dort sitzen, die ebenfalls darauf warten, einchecken zu können. Unsere Blicke trafen sich, und der freundliche, wohlwollende Blick ermutigte mich, die beiden anzusprechen. Es hat sich ein sehr freundliches und interessiertes Gespräch ergeben, erst recht, als sie feststellten, dass ich als Deutsche zu einer ihrer Schwesterkirchen gehöre. Ich zeigte den Priestern auch meine beiden koptischen Ikonen, die ich in Kairo mit in die Sergios-und-Bakchos-Kirche mitnehmen wollte – eine sehr alte Kirche an dem Ort, an dem die Heilige Familie während Ihrer Flucht vor König Herodes drei Monate gelebt hat.

Die beiden nannten mir dann ihre Namen. Abuna Deuscoros gab mir auch seine Visitenkarte und bat Abuna Johannes, noch ein Foto zu machen – natürlich mit den Ikonen. Schließlich erfuhr ich, dass ich gerade mit dem künftigen Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche für Süddeutschland spreche. Er wollte mit derselben Maschine nach Ägypten fliegen, um dort dann später die Bischofsweihe zu empfangen.

Abuna Johannes, der Abuna Deuscoros lediglich zum Flughafen gebracht hat, wollte direkt im Anschluss weiter nach Höxter-Brenkausen zu Bischof Damian, den ich ebenfalls persönlich kenne. So klein ist manchmal die christliche Welt! Mich hat die Begegnung jedenfalls ungemein gefreut und aufgebaut.

Am 1. Juni ist der neue Bischof von Papst Tawadros II. zum Bischof geweiht worden. Die Feierlichkeiten zur Inthronisation beginnen am 28./29.06. in Mainz und setzen sich am 30.06./01.07. im Kloster in Kröffelbach fort.

Hier der entsprechende Ausschnitt aus dem Weihegottesdienst:

 

Rückblick auf eine wunderbare Armenienreise

Nach meiner Armeniereise im Mai diesen Jahres „musste“ ich jetzt im Herbst unbedingt nochmal hin. Ich wolllte gerne an der Myronweihe teilnehmen udn endlich die Kathedrale in Etschmiadsin von innen sehen, die so lange wegen Renovierung geschlossen war.

Unser Bischof hat freundlicherweise vermittelt, dass ich mich einer Gruppenreise der Armenischen Kirche in Österreich anschließen konnte. Sonst wäre das für mich nicht möglich gewesen.

Hier meine Eindrücke, die ich bereits auf Facebook geteilt habe:

Lavash – Immaterielles Weltkulturerbe

Während meiner Armenienreise hat unsere Gruppe auch zusehen dürfen, wie höchst routiniert auf traditionelle Weise Lavash gebacken wurde. Das traditionelle armenische Fladenbrot gehört seit ca. 10 Jahren zum Immateriellen Weltkulturerbe – wie auch vieles weitere, was die armenische Kultur zu biten hat.

Sehr beeindruckend, beim Backen zuzusehen – und sehr lecker, im Anschluss davon zu essen.

 

Dinge mit Geschichte(n) – ein behauener Tuffstein aus Armenien

Armenien wird manchmal auch als „Land der Steine“ bezeichnet. Das mag an den steinigen Halbwüsten liegen, am vulkanische Gestein der Gebirge, am Vorkommen an (Halb)Edelsteinen oder an den omnipräsenten Kreuzsteinen (Խաչքար / Khach’k’ar). Armenien ist also im übertragenen Sinne „steinreich“.

Weil es an einem ursprünglich geplanten Programmpunkt bei  meiner kürzlichen Armenienreise ein Problem mit Hochwasser gab, machten wir als Alternativprogramm einen Besuch bei einem Künstler, der hauptsächlich diese Kreuzsteine herstellt und zwar mit filigransten Werkzeugen.

Bogdan Hovannisian, so heißt der Künstler, stellt aber nicht nur Kreuzsteine her, sondern auch andere Skulupturen, Malereien und Zeichnungen – häufig im gläubigen Kontext.

Sowohl kleinere verzierte Steine als auch die Bilder konnte man käuflich erwerben. Darum habe ich mir auch einen der Steine als Erinnerung mitgenommen.

Außerdem ist Bogdan Hovannisian ein echter Entertainer. Es gab nicht nur was für die Augen, sondern auch was auf die Ohren.

Vor allem aber hatte er uns ermutigt, selbst mit ihm mitzusingen.

Nachdem unsere Reiseleiterin verraten hat, dass ich auch in einem armenischen Chor singe, musste ich ebenfalls mit ihm gemeinsam „ran“, wenn auch nur summend, weil ich den Text nicht auswendig kann.

Kurz gesagt: Wir hatten großen Spaß! Und deshalb habe ich so viel Freude an dem erworbenen Stein.

Dinge mit Geschichte(n) – eine koptische Ikone

'Flucht nach Ägypten' - Kopitische Ikone

Passend zum heutigen Gedenktag der Unschuldigen Kinder:

Im Sommer, bei meinem letzten Aufenthalt im koptischen Kloster in Höxter-Brenkhausen, habe ich im Klosterladen diese handgemalte Ikone der ‚Flucht nach Ägypten‘ gesehen. Sie hat mich sofort angesprochen, weil sie für uns hier eine recht ungewöhnliche Darstellung ist, aber doch gut mit dem korrespondiert, wie diese wichtige biblische Episode sonst dort im Kloster dargestellt wird.

Ich habe die Gelegenheit nicht nur genutzt, diese Ikone zu erwerben, sondern auch den Bischof gebeten, sie mir vor Ort zu segnen. Sie ist also gleich in mehrfacher Hinsicht eine Verbindung zu den koptischen Glaubensgeschwistern.

»Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: ‚Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.’« (Matthäusevangelium 2, 13-15)


Weitere Darstellungen im Kloster – innerhalb und außerhalb der Kapelle:


Außerdem habe ich mir gleichzeitig dort noch eine Ikone des hl. Erzengels Michael zugelegt und ebenfalls direkt vor Ort segnen lassen.

Besuch im Koptisch-Orthodoxen Kloster

In meinem diesjährigen Urlaub habe ich einige Tage in Höxter-Brenkhausen verbracht, und zwar im Koptisch-Orthodoxen Kloster mit angeschlossenem Gästehaus. Nachdem mich die letzten Wochen ziemlich erschöpft hatten, freute ich mich auf eine hoffentlich unkomplizierte Zeit und hoffentlich interessante Begegnungen. Um es vorweg zu nehmen: Beides hatte ich!

Die Hinfahrt war allerdings erst einmal ziemlich mühsam. Statt der geplanten 3 Stunden Fahrt brauchte ich ganze 6 Stunden – zweieinhalb Stunden Stau und eine halbe Stunde weiträumige Umleitungen in Höxter haben meine Fahrzeit verdoppelt. Nachdem ich so verspätet angekommen bin, habe ich aber dennoch eine kurze Führung durchs Kloster bekommen, bei der ich mir einen kurzen Eindruck verschaffen konnte. Die Malereien in den Gängen habe ich gleich mal abgelichtet und der Bischof hat angeboten, mich vor der Wandmalerei im Refektorium zu fotografieren.

Übernachtet hatte ich in einem Einzelzimmer im Gästehaus, das Frühstück gab’s aber jeden Morgen im Kloster. Gleichzeitig war auch eine Kindergruppe im Kloster zu Gast. Deshalb wurde jeden Morgen die Liturgie gefeiert und ich hatte Gelegenheit daran teilzunehmen. Überhaupt habe ich mich dann doch relativ häufig in der Kapelle aufgehalten.

Die Taufkapelle:

Eigentlich hatte ich ja geplant, von Brenkhausen aus einige Ausflüge zu machen. Dann habe ich es aber doch so genossen, einfach vor Ort zu sein, die Gastfreundschaft zu genießen und mich auf das Leben vor Ort einzulassen, dass ich einfach dageblieben bin. Nur einen kurzen Besuch in einem Klosterladen in der Umgebung habe ich gemacht.

Am Sonntagnachmittag bin ich dann aber doch einmal weggefahren. Da habe ich nämlich einen Facebook-Freund treffen können, den ich bisher noch nicht persönlich kennen gelernt habe. Der entspannte Nachmittag passte genau in mein Erleben der Tage davor.

Für mich waren es rundum wohltuende Tage, wie ich sie gerade jetzt dringend gebraucht habe. Vor allem die herzliche und unkomplizierte Art waren für mich genau richtig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein einziger Besuch dort bleiben wird.

Link zum Kloster: https://www.koptisches-kloster-brenkhausen.com

Und hier einige der Bilder nochmal in einem kleinen Video: