Was wäre wenn… Weihnachtliches Aggiornamento

Ja, was wäre, wenn Weihnachten heute stattgefunden hätte? Einige Netzfunde dazu – humorvoll und nachdenklich:

  • Wie wäre die Kommunikation und Planung wohl abgelaufen?

Aber es geht auch in die andere Richtung:

  • Ein mittelalterlicher Rudolphus

 

Mehr, als erwartet

Ein bisschen unvernünftig ist es ja schon, ‘mal eben’ an einem Wochenende insgesamt über 700 Kilometer zu verfahren – und dazwischen ein volles Programm mit hoher Liturgiedichte und intensiven thematischen Arbeitseinheiten. Das hatte mich jedenfalls erwartet, als ich am vergangenen Wochenende als Gast zu einer Novizentagung der St.-Johannes-Bruderschaft nach Thüringen gefahren bin. Natürlich wusste ich, es würde anstrengend sein, aber insgesamt habe ich dann doch deutlich mehr zurück bekommen.

Die erste Überraschung war, dass mir ein riesiges Zimmer zugeteilt wurde. Nicht, dass ich besonders viel Zeit darin hätte verbringen können, aber es hat gut getan, jede Menge Platz zu haben. Die Aussicht aus dem Fenster und die ganze Gegend war auch genial.

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Es war natürlich schön, einige sehr geschätzte Leute wieder zu treffen, die ich kurz nach Ostern kennengelernt habe – fast, als wären es nicht bereits wieder einige Monate her. Es tut gut, einfach mal ohne “Fremdeln” zu sein. Dasselbe galt für die sehr interessanten und spannenden thematischen Einheiten und für die Liturgie. Manches war zwar unbekannt, aber nichts wirklich fremd.

Ja, das Wochenende war wirklich sehr anstrengend. Trotzdem bin ich heute allenfalls rechtschaffen müde, aber nicht ausgepowert. Im Gegenteil! Hätte gern mehr davon…

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Musikalischer Adventskalender

Auf YouTube gibt es schon seit 2009 jedes Jahr einen musikalischen Adventskalender. So auch in diesem Jahr.

Bisher fand sich dort immer eine Mischung traditioneller und neuerer Advents- und Weihnachtslieder, meist aus dem evangelischen Bereich. Ich gehe davon aus, dass das auch in diesem Jahr so sein wird.

Einfach mal reinhören!

Besinnliche Zeit

weihnacht033Die Kerzen brennen,
der Advent ist da.
Doch die Leute rennen,
wollen niemand kennen,
denn die Zeit ist rar.

Müssen Päckchen packen
und auch Karten schreiben.
Wollen Kuchen backen,
dazu Nüsse knacken
und die Zeit vertreiben.

Ist das Fest gekommen,
ist es dann so weit,
sind wir ganz benommen,
kaum zur Ruhe gekommen.
“O besinnliche Zeit!”

Als die Zeit erfüllt war…

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt“ (Galaterbrief 4, 4)

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Aus einer heutigen Predigt irgendwo in diesem unserem Land stammt dagegen folgendes Zitat: „Das mit der Geburt aus der Jungfrau ist nicht wörtlich zu verstehen, wie wenn eine Frau namens Maria wirklich schwanger wurde, es geht nur symbolisch darum, dass Gott in uns Menschen wohnt, dass wir uns von ihm ausfüllen lassen…“

Ich bin froh, dass ich selbst mir diese Predigt heute nicht anhören musste, bin aber auch ziemlich sicher, dass solche Äußerungen keine Seltenheit sind in den derzeitigen Adventspredigten. In anderen Zusammenhängen habe auch ich schon oft hören müssen, es komme ja hauptsächlich/nur auf die geistlichen Realitäten „dahinter“ an. Mir bleibt es ein Rätsel, wie man mit dieser Haltung noch das Credo sprechen kann.

Den Schreibern der Evangelien war die Geschichtlichkeit der Menschwerdung Gottes (und aller Heilsereignisse) jedenfalls so wichtig, dass sie nicht mit Zeitangaben gespart haben. Im heutigen Evangelium (in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus) haben wir z.B. gehört:

„Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias…“
(Lukasevangelium 3, 1-2)

Jetzt muss ich nochmals auf den Text von P. Bernward Deneke „Das Eigentliche der Weihnachtsbotschaft“ verweisen, den ich gestern bereits hier verlinkt habe, denn er beschäftigt sich mit genau diesem Thema. In Abänderung eines Zitates von Angelus Silesius bringt er es auf den Punkt:

„Und wäre Christus nie in Bethlehem geboren – auch nicht in dir!
Und du bliebst ewiglich verloren.“

Unser Glaube – und unsere Hoffnung – steht und fällt damit, ob diese Ereignisse wirklich stattgefunden haben oder nicht.

In diesem Zusammenhang stellt sich für mich übrigens auch die Frage nach dem Glauben z.B. an die Realität der Eucharistie. Ich glaube, nicht umsonst fällt mir vor der Kommunion oft eine Zeile aus einem modernen Adventslied ein:

„Herr, du kommst zu uns, wie dein Wort es versprach. Herr, du kommst zu uns, deine Uhr geht nicht nach…“ – ganz konkret, in diese Zeit und zur rechten Zeit!

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Das Eigentliche

Ein Text von P. Bernward Deneke auf dem Blog ‘Frischer Wind’ – “Das Eigentliche der Weihnachtsbotschaft”:

“…auch die Berufung auf Tradition, Kultur und christliche Werte wird dort zur Totenbeschwörung, wo man nicht die Quelle, den Inhalt und das Ziel von alledem bejaht.”

Sehnsucht und Erfüllung

Hier nun meine “Meditation im Advent”, die ich für meine Arbeitsstelle vorbereitet habe:

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In der Adventszeit werden wir zunehmend bombardiert mit Werbung für Dinge, die wir „unbedingt brauchen“ – für uns selbst oder als Geschenk für unsere Lieben. Ein besonders plakatives und entlarvendes Beispiel für die „Heilsversprechen“ der Werbung findet sich bei der aktuellen Werbung des Mediamarkts „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“

Die Adventszeit – als eine kleine Fastenzeit – lädt tatsächlich dazu ein, über die eigene Sehnsucht nachzudenken. Was brauche ich als Mensch wirklich? Was ist not-wendig, wendet also meine Not (und überdeckt sie nicht nur).

Die Psalmen, das Gebetbuch des jüdischen Volkes in der Bibel drückt die Sehnsucht des Glaubens unter anderem in zwei Bildern aus: Dürre und Nacht

Dürre, die „lechzende Seele“:

Psalm 42, 1-3: Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?

Psalm 63, 1-5: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist besser als das Leben; darum preisen dich meine Lippen. Ich will dich rühmen mein Leben lang, in deinem Namen die Hände erheben.

Psalm 143, 6-8: Ich breite die Hände aus (und bete) zu dir; meine Seele dürstet nach dir wie lechzendes Land. Herr, erhöre mich bald, denn mein Geist wird müde; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, damit ich nicht werde wie Menschen, die längst begraben sind. Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen; denn ich vertraue auf dich. Zeig mir den Weg, den ich gehen soll;

Bei meiner Israelwallfahrt vor Kurzem hatte ich sehr klar vor Augen, wie Dürre aussieht. Als wir gegen Ende der Reise bei unserer Ankunft in Bethlehem in einen Wolkenbruch gerieten, haben wir frohe Menschen in den Straßen gesehen – es war der erste Regen seit April. Unsere nassen Klamotten wurden vor diesem Hintergrund zum Luxusproblem.

Leben ist, wo (gesundes) Wasser ist!

Psalm 130, 5-8: Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen. Mehr als die Wächter auf den Morgen soll Israel harren auf den Herrn. Denn beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle. Ja, er wird Israel erlösen von all seinen Sünden.

Lied: „Die Nacht ist vorgedrungen“

Und im alttestamentlichen Buch Jesaja finden wir folgenden Text, der auch in den Adventszeit immer wieder in den Gottesdiensten zu hören ist:

Jesaja 9, 1-6: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

In der Meditation am letzten Montag haben wir uns mit Türen auseinander gesetzt und das Lied gesungen „Macht hoch die Tür“. Es spricht von der Vorbereitung auf dieses Kommen:

Psalm 24, 7-10: Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf. Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit.

Lied: „Machet die Tore weit“