Blickrichtung

wueste1“Weiter, liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!” (Phil. 4,8)

Wahrhaftig – ehrbar – gerecht – rein – liebenswert – guter Ruf – Tugend – Lob – damit soll sich ein Nachfolger Christi also befassen. Darüber soll er/sie nachdenken und reden. Oft sind wir aber viel stärker beschäftigt mit dem, was – vermeintlich oder tatsächlich – falsch läuft.

Heilige Räume

20140223_Maastricht(5)Bei einem Ausflug nach Maastricht habe ich eine Kirche gesehen, die zur Buchhandlung umgewandelt wurde. Wo vorher der Altar stand, kann heute Kaffee getrunken werden. Ich gebe zu, dass es weh tat, das so zu sehen. Aber der Sinn für die Heiligkeit, also das Ausgesondertsein, von Räumen für die Begegnung mit Gott schwindet immer mehr.

Auf dem Blog “Frischer Wind” habe ich dazu eine – wie immer – sehr treffende Predigt von P. Bernward Deneke FSSP gefunden:

Die Wohnung Gottes bei den Menschen
und ein Stück Himmel auf Erden

Sehr lesenswert!

Plaßmann-Challenge

© Thomas Plaßmann – mit freundlicher Erlaubnis

© Thomas Plaßmann – mit freundlicher Erlaubnis

Die Zeiten sind offenbar vorbei, in denen das Christentum in unseren Breiten eine selbstverständliche Rolle spielte. Als ich im Alter zwischen 11 und 15 Jahren vom Glauben nichts mehr wissen wollte, stieß das auf wenig Verständnis. Nicht, dass das Umfeld besonders gläubig gewesen wäre! Es war eben einfach nicht opportun, sich dagegen zu stellen.

Aber auch meine anschließende Hinwendung zum Glauben stieß auf Unverständnis. Ein Christsein, das sich nicht darin erschöpft, sich gelegentlich in der Kirche blicken zu lassen, war (und ist immer noch) Vielen in meinem Umfeld suspekt.

Was also macht das Christsein aus? Die Frage ist so alt wie das Christentum selbst. In einem der neutestamentlichen Briefe lesen wir die Aufforderung

„… heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist“ (1 Petr. 3,15)

Was also macht mein Christsein aus?

Ich bin nicht besser als Andere – auch nicht „besser dran“, wie es in einem Lied heißt. Aber mein Leben ist in einen ganz anderen Zusammenhang gestellt. Ich muss mich immer noch mit alltäglichen Herausforderungen herumschlagen, doch ich kann glauben, dass sie nicht sinnlos sind. Ja, es sind sogar Herausforderungen hinzu gekommen, denn so kann es mir z. B. nicht egal sein, wie es meinem Nachbarn oder Kollegen geht.

Das Gebet, die Sakramente der Kirche, das Lesen in der Bibel und die Gemeinschaft mit anderen gläubigen Menschen sind dabei gleichermaßen Kraftquelle und Korrektur. Ganz persönlich und konkret erlebe ich das besonders, wenn ich in der Gregorianik-Schola singe oder mich beim Stundengebet hineingebe in das Gebet der gesamten Kirche.

Und nicht zuletzt darf ich bei allem mit der Gegenwart und Hilfe Gottes rechnen, dem ich mich anvertraue.


Dieser Beitrag erscheint gleichzeitig auf sende-zeit.de (ein Blog aus dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg)